Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Gesundheitsamt rüstet sich für den ersten Herbst mit Corona

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Die aktuellen Corona-Zahlen bewerten Kreisbeigeordneter Peter Schmidt und Gesundheitsamts-Leiterin Christiane Steinebrei als positiv – auch, wenn gestern drei neue Fälle bekannt wurden.

Das derzeitige Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis Kaiserslautern lässt die Mitarbeiter des Gesundheitsamts etwas durchatmen. Dort rüstet man sich bereits für den Herbst – denn Viren mögen es gern feucht und kühl.

Dass es aktuell eine überschaubare Anzahl an Corona-Neuinfektionen gibt, ist „typisch Sommer“, sagt Gesundheitsamts-Leiterin Christiane Steinebrei: „Die Viren sind noch da, das zeigen aktuell ja Ausbrüche dort, wo es kühl, kalt und nass ist.“ Wie in Schlachthöfen. Von denen gebe es in Kaiserslautern und im Landkreis allerdings nur wenige, sagt der zuständige Kreisbeigeordnete Peter Schmidt: „Und das sind andere Dimensionen als in Gütersloh, unsere sind viel kleiner.“ Dennoch stehe man mit den Betrieben in Kontakt, das Veterinäramt habe sich vor Ort umgesehen.

„Insgesamt hat sich das Infektionsgeschehen bei uns in den vergangenen Wochen positiv entwickelt“, berichtet Schmidt im Pressegespräch am Mittwochnachmittag, die Nachtestungen nach dem Corona-Ausbruch in der Kita „Kleine Strolche“ und der Röhmschule seien alle negativ gewesen: „Das zeigt uns, dass wir gut gearbeitet haben und die Maßnahmen erfolgreich waren.“

Das Gesundheitsamt sei gerade in einer ruhigeren Zeit, „die wir nutzen, um uns neu aufzustellen“. „Gesundheitsamt mit Corona“ lautet der Arbeitstitel, denn das Virus wird die Beschäftigten dort weiter begleiten. Schmidt: „Wir entwickeln ein internes Ampelsystem. Leitplanken, wie wir bei bestimmten Fallzahlen reagieren.“ Gibt es nur wenige Neuinfektionen, ist der Personalaufwand natürlich geringer als bei größeren oder richtig großen Ausbrüchen. Künftig soll flexibel reagiert werden können, etwa durch das schnelle Anfordern von bereits geschulten Mitarbeitern der Verwaltungen.

Auf medizinischer Seite habe man in den vergangenen Monaten ebenfalls viel dazugelernt, erläutert Steinebrei. Als Beispiel nennt sie die Quarantänezeiten. Die seien anfangs oft deutlich länger als zwei Wochen gewesen. Mittlerweile gelte die Regel „zwei Wochen plus 48 Stunden symptomfrei“: „Das betrachten wir immer im Einzelfall. Patienten lassen sich nicht über einen Kamm scheren.“

Für eine leichte Entlastung der Mitarbeiter hat auch eine neue Onlineplattform gesorgt, die sogenannte Digitalvisite. Nun müssen die Corona-Infizierten und deren Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne nicht mehr täglich persönlich angerufen werden – stattdessen geben sie verschiedene Informationen online ein. Steinebrei: „Im Fall einer kritischen Meldung setzt sich ein Arzt mit dem Patienten in Verbindung.“

Bei aller Zeitersparnis – langweilig werde es im Gesundheitsamt niemandem, da auch immer wieder Kontaktpersonen zu ermitteln seien. Schmidt: „Und wir haben bis Ende September einen Urlaubsplan gemacht.“ Alle Beteiligten hätten in den vergangenen Monaten riesiges Engagement gezeigt und sich nicht gedrückt. „Aber man darf den Bogen nicht überspannen“, verweist Schmidt auf den jetzt möglichen Abbau von Überstunden und Urlaubstagen.

Im Herbst rechnen Schmidt und Steinebrei mit wieder mehr Fällen. Kälter und feuchter erhöhe das Infektionsgeschehen, sagt die Medizinerin. Schmidt ergänzt: „Dass unsere neue Organisationsform zum 1. Oktober laufen soll, ist sportlich, aber kein willkürliches Datum.“ Man will für den Herbst gerüstet sein.

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