Kaiserslautern
Gelterswoog-Wasserstand noch immer alarmierend niedrig
„Jetzt sieht man erst, wie schlecht die Straßen vorher tatsächlich waren“, konstatiert der Ortsvorsteher zum Ende des zweiten Straßenausbauprogramms, das in den nächsten Monaten abgeschlossen sein soll. Im Februar/März stünden in der „Kirchdell“ noch letzte Arbeiten an, so Rothmann. Drei Monate seien dafür veranschlagt. Angegangen werden solle danach noch die Inline-Sanierung des Kanals in der bereits ausgebauten Fontane-Straße. Die Reihenfolge sei aus bautechnischen Gründen so gewollt.
Für den seit langem geplanten Umzug von Ortsverwaltung und Stadtteilbücherei aus dem sanierungsbedürftigen, alten Rathaus in die Burgherrenhalle sieht Rothmann auch im neuen Jahr bloß vage Chancen. Nach wie vor fehlten in der Stadt die dafür notwendigen Planungskapazitäten. Noch sei allerdings nichts endgültig entschieden. Zur Diskussion stehe inzwischen die Möglichkeit, die Bücherei in den Gastraum zu verlegen und das Büro des Ortsvorstehers in den Nebenraum.
Mit dem Umzug der beiden Einrichtungen in die Burgherrenhalle hat der Ortsvorsteher mehr als einen künftig behindertengerechten Zugang im Blick. Am Herzen liegt ihm und dem Ortsbeirat schon lange ein Ortsmittelpunkt für Hohenecken. Dieser könne mit der Umgestaltung des Freisitzes der früheren Gaststätte und der Grünfläche vor der Halle angelegt werden, erläutert Rothmann. Wenn nur erst einmal der Umzug erledigt wäre: „Ideen gibt es genug, es fehlen die Voraussetzungen.“
Ein weiteres zentrales Anliegen, bei dem Alexander Rothmann hofft, dass es 2021 einen Schritt weitergeht, ist der anhaltende Niedrigwasserstand am Gelterswoog. Es gehe dabei nicht nur um den Bade- und Sportbetrieb, sondern auch um den Naturschutz, unterstreicht der Ortsvorsteher. Leider habe sich der Pegelstand über Herbst und Winter bisher nicht wesentlich gebessert. An der Pegellatte am Seehotel fehlten zum Normalstand 53 Zentimeter und zum Wasserspiegel noch weitere 15 Zentimeter.
Wie enorm wichtig die Freizeitnutzung vor Ort sei, zeigt sich für Rothmann gerade in den Coronazeiten. Zusammen mit der Stauferburg sei der Gelterswoog ein Magnet für Leute aus der Umgebung. Das zeigten die vielen Menschen die derzeit mehr als sonst im Wald, am See und auch auf dem Fahrrad unterwegs seien. Das Gelände am Gelterswoog werde gerade im Sommer auch von den Vereinen gebraucht.
Mehr Möglichkeiten zur Rettung des Sees, als die Hoffnung auf weitere Niederschläge 2021, sieht Rothmann indes nicht. Eine Grundwasserzuführung aus dem Tiefbrunnen Schäckersdell werde in der Politik kontrovers gesehen.
In einem „außergewöhnlichen Jahr, das nicht mit anderen Jahren zu vergleichen ist“, hat sich der Ortsbeirat Rothmann zufolge selbst einiges vorgenommen. In der Aussegnungshalle auf dem Friedhof werde demnächst eine nagelneue Lautsprecheranlage in Betrieb gehen, die der Ortsbeirat aus seinen Mitteln angeschafft habe. Außerdem werde am Friedhof eine Pfandstation für zwei Handkarren installiert. Die Karren sollten den Besuchern den Transport von schweren Pflanzen und Blumenerde zu den Gräbern erleichtern.
Eine ganz andere Anschaffung sind die zehn Hörspielfiguren für die bei Kindern beliebte „Toniebox“, die der Ortsbeirat für die Bücherei angeschafft hat. „Wir verbinden damit die Hoffnung, mit „Benjamin Blümchen“, „Biene Maja“ und anderen Geschichten auch das Interesse an den Büchern zu schüren“, verrät Alexander Rothmann.
Bürger befragt: Und was meinen Sie?
Einen richtigen Dorfmittelpunkt für Hohenecken kann sich Antje Funck sehr gut vorstellen. Die Landschaftsplanerin ist vor 22 Jahren mit ihrer Familie in den Stadtteil gezogen, für die CDU-Fraktion ist sie in der dritten Periode Mitglied im Ortsbeirat.
„Einen Platz, wo man sich mal treffen kann, einen klassischen Anlaufpunkt mit Sitzgelegenheiten“ ist es, den sie von Anfang an im Stadtteil vermisst hat. Die Burgherrenstraße sei schon lange nicht mehr die Geschäftsstraße und damit der Treffpunkt, an dem die Leute sich früher getroffen hätten. Auch in dem kleinen Park am Kindergarten sei nicht mehr viel los. Das Gelände sei zugewachsen und sehr duster. Die Alternative heute: „Man geht mal ins Dorf und wieder zurück.“
Die Burgherrnhalle und der Platz davor sind für die Bürgerin „gefühlt schon ewig“ als neuer Ortsmittelpunkt im Gespräch. Inzwischen gebe es dort aber nicht mal mehr eine Gaststätte. Antje Funck kann sich an der Stelle klassische Sitzgelegenheiten vorstellen und eventuell eine Fläche zum Boulespielen. „Die Ecke wäre dafür ideal“, findet sie. Ein Dorfmittelpunkt würde Hohenecken auf jeden Fall bereichern und alten Leuten helfen, für die die Bundesstraße heute eine echte Barriere darstelle. Potenzial für Arbeitseinsätze aus der Bürgerschaft erkennt sie allemal.
Auch als nicht aktives Mitglied der Paddlergilde, die ihren Standort am Gelterswoog hat, befürchtet Antje Funck, dass ein weiter sinkender Wasserstand die Trainingsmöglichkeiten des Vereins dort unweigerlich einschränken wird. Auch als Naturschutzgebiet, das es neben dem Erholungsgebiet zu erhalten gilt, erkennt sie die Situation dort als ein „ganz schwieriges Thema“.