Kaiserslautern
Geldwäsche-Razzia: Wie Gold-Deals krumme Geschäfte verdecken sollten
Acht Verdächtige verhaftet, 37 Immobilien durchsucht, Luxusautos und teure Uhren beschlagnahmt: Diese Bilanz haben Zoll und Staatsanwaltschaft nach einer Großrazzia mit mehr als 600 Beamten gezogen, die einer mutmaßlichen Geldwäscherbande galt. Deren Methode beschreiben die Ermittler so: Ihre Leute ließen sich Geld geben und kauften dafür Gold, das Kuriere in die Türkei brachten. Dort wurde das Edelmetall weiterverscherbelt – und die Einnahmen kehrten als Exportgewinn nach Deutschland zurück.
Finanz-Service nur mit Genehmigung
Ob die Verdächtigen dabei auf „Hawala“-Strukturen zurückgriffen, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang unklar. Der Begriff steht für vor allem unter Muslimen verbreitete Zahlungsverfahren, bei denen Transaktionen ohne Banken und über miteinander bekannte Kontaktpersonen abgewickelt werden. Doch wer sich auf solche Modelle einlässt, kann sich in Deutschland auch schon strafbar machen, wenn nur redlich erworbenes Geld weitergeleitet wird: Finanzdienstleister brauchen für ihre Arbeit eine behördliche Genehmigung.
Ein Netz aus Annahmestellen
Im nun aufgedeckten Fall allerdings meinen die Strafverfolger: Die Organisatoren wussten sehr wohl, dass ihre Kunden bei ihnen Geld aus kriminellen Geschäften „waschen“ lassen wollten. Dafür soll die Bande von Nordrhein-Westfalen aus in verschiedenen Regionen ein Netz aus Annahmestellen aufgebaut haben. Ob es auch in Kaiserslautern so eine Filiale gegeben hat, blieb am Dienstag offen: Um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden, wollen die Behörden nicht verraten, was sie schon alles herausgefunden haben. Einen Punkt stellt die Staatsanwaltschaft dann aber doch klar: Es gibt keine Hinweise dafür, dass die Verdächtigen ins islamistische Milieu gehören.
