Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Gelbe Säcke sind nur noch bis Ende April erlaubt

So nicht: Gelbe Säcke sollen nicht mehr benutzt werden.
So nicht: Gelbe Säcke sollen nicht mehr benutzt werden.

In ganz Kaiserslautern hat der Gelbe Sack ausgedient. Gelbe Tonnen sind jetzt der Standard für Plastikmüll. Die RHEINPFALZ hat nachgehakt, wie die Umstellung lief.

Wie hat die Umstellung auf die Gelbe Tonne geklappt, gab es Pannen?
Laut Yannik Bach, Assistent der Geschäftsleitung bei der Firma Becker, lief alles relativ reibungslos. Knapp 15.000 Gelbe Tonnen seien verteilt worden. „Wir sind seit zwei Wochen fertig, bis Ende der Woche sollen all jene Tonnen verschwunden sein, die nicht angenommen wurden und jetzt noch am Straßenrand stehen“, so Bach. 500 Änderungswünsche seien eingegangen. „In diesen Fällen tauschen wir die Tonnen, meist werden kleinere Gefäße bestellt“, so Bach. Bereits vor zwei Jahren war die Gelbe Tonne in den Stadtteilen eingeführt worden.

Können die Tonnen kostenlos getauscht werden?
Im Grunde schon, sagt Marc Grutza, Geschäftsführer der Firma Becker. Er appelliert an die Bürger, nicht sofort zum Telefonhörer zu greifen, sondern erst einmal ein paar Wochen auszuprobieren, wie sie mit der Tonnengröße klar kommen. Wer auf ein Schreiben der Firma Becker im Vorjahr nicht reagiert hatte, dem wurde die Gelbe Tonne in der Größe seiner Papiertonne zugeteilt. Die Standardbehälter haben ein Fassungsvermögen von 240 Liter und 120 Liter. Für größere Wohnanlagen werden vierrädrige Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1100 Litern angeboten. Hier passt der Inhalt von 30 Gelben Säcken rein. Bach zufolge wurden bislang 1900 Vierrad-Container ausgegeben, 9300 240-Liter-Tonnen und 3600 kleine Tonnen.

Im Vorfeld hieß es, niemand müsse eine Tonne nehmen.
„Das ist so“, sagt Bach. 400 Bürger haben auf eine Tonne verzichtet. Da sind aber auch jene enthalten, die sich eine Tonne mit dem Nachbarn teilen. Eine gemeinsam Nutzung der Gelben Tonne sei sogar erwünscht, beispielsweise, um Platz zu sparen. „Es genügt, wenn uns dann einer der Nachbarn mitteilt, Hausnummer 14 nimmt die Tonne. Und Hausnummer 16 sagt ab. Wer die Tonne anmeldet, das sollen die Nachbarn unter sich regeln“, erklärt Grutza. Wer keine Tonne nimmt und nichts beim Nachbarn reinwerfen kann, muss seinen Plastikmüll zum Wertstoffhof bringen, in transparenten Tüten, die er selbst anschafft.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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Und was ist, wenn der Plastikmüll in den Restmüll geworfen wird? Da kann ja niemand kontrollieren.
Hier hat die Firma Becker in Absprache mit der Stadtbildpflege angekündigt, in den nächsten Wochen stichprobenartig die Müllgefäße zu kontrollieren. Sind Tonnen falsch befüllt, bleiben sie stehen. Und werden nicht entleert. Bis zur nächsten Abfuhr muss dann nachsortiert werden. Unterbleibt das, wird eine gebührenpflichtige Entsorgung veranlasst.

Auf dem engen Kotten wurden im Vorfeld Probleme befürchtet. Sind die eingetreten?
Insgesamt kommt die Einführung der Gelben Tonne sehr gut an, auch weil die Gelben Säcke das Stadtbild verschandelt haben, sagt Bach. Von Bewohnern des Kottens sei schon Kritik gekommen, ebenso wie von Leuten in der City. In den meisten Fällen sei gesagt worden, es könne nicht noch eine Tonne aufgestellt werden, dazu sei der Platz nicht vorhanden. „In solchen Fällen sind wir auch mal vor Ort gefahren oder haben am Telefon gemeinsam mit den Leuten nach Lösungen gesucht“, so Bach. „Wir bitten die Anlieger in der Innenstadt, die Tonnen erst am Tag der Leerung oder abends spät rauszustellen, um zu verhindern, dass sie missbräuchlich genutzt werden.“

Vielen Menschen ist nicht klar, wie sie die Tonnen befüllen sollen. Manche sammeln nach wie vor im Gelben Sack und stopfen den dann in die Tonne rein. Ganz falsch, oder?
Die Gelben Säcke sollen gar nicht mehr benutzt werden. „Derzeit akzeptieren wir die noch als Beistellungen, aber ab Ende April lassen wir sie stehen“, kündigt Grutza an. Die Verpackungsabfälle sollten idealerweise in einem festen Abfallgefäß gesammelt und regelmäßig in die Gelbe Tonne entleert werden. Auch gegen die Nutzung von transparenten Säcken zum Sammeln in der Wohnung spricht nichts. Der Plastikunrat soll dann aber ohne Tüte in die Tonne entleert werden, die Tüte gehört separat in die Tonne. Sind die Säcke zugeknotet, erschwere das den Sortier- und den Recyclingprozess, erklärt Grutza. Auch sollen keine Joghurtbecher in Blechdosen gesteckt werden. „Material möglichst lose in die Tonne werfen, laute das Credo.

Was genau gehört in die Gelbe Tonne?
Ausschließlich gebrauchte und entleerte Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind, also Folien, Flaschenverschlüsse, Getränkekartons, Joghurtbecher, Shampooflaschen, Konservendosen, Spraydosen, Kunststofftüten und -folien, Styroporverpackungen, Tierfutterdosen.

Und was ist in der Gelben Tonne tabu?
Batterien und Akkus, Glüh- und Energiesparlampen, E-Zigaretten, Wäschekörbe, Eimer, Gießkannen, Blumentöpfe, Schüsseln. Auch abgelaufene Joghurtbecher mit Inhalt beispielsweise. Ein Problem sind vor allem Batterien und Akkus, betont Grutza. „Sie müssen in den Wertstoffhöfen oder in Geschäften abgegeben werden. Sie stellen eine Brandlast dar, bei uns haben schon Laster gebrannt und Sortieranlagen, diese Brände lassen sich schwer löschen“, betont Grutza.

Info

Beim Frühlingsfest „Lautern blüht auf“ sind Vertreter der Firma Becker und der Stadtbildpflege am Samstag von 10 bis 16 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr an einem Infostand vor der Stiftskirche anzutreffen, vor allem, um Fragen rund um die Gelbe Tonne zu beantworten.

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