Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel „Gelbe Füße“: Wie der Schulweg für Kinder in Kaiserslautern sicherer werden soll

Die Grundschulkinder freuten sich über ein Foto mit Maskottchen Sam: Erik Hippchen von der Polizeidirektion Kaiserslautern und B
Die Grundschulkinder freuten sich über ein Foto mit Maskottchen Sam: Erik Hippchen von der Polizeidirektion Kaiserslautern und Bettina Göbelsmann, Vorsitzende der Kinderunfallkommission, stellten das neue Plakatmotiv vor. Es soll Eltern und Kinder motivieren, die letzten Meter zur Schule zu Fuß zurückzulegen.

Ein Plakat der Kinderunfallkommission Kaiserslautern soll Schüler motivieren, den Weg von der Haltestelle zur Schule zu Fuß zurückzulegen. Was die „gelben Füße“ bedeuten.

Die Kinderunfallkommission Kaiserslautern (KUK) hat am Donnerstag an der Haltestelle Siegelbacher Straße vor der Pfaffenwoog-Grundschule in Erfenbach ihr neues Plakat zur Verkehrsprävention „Kinder im Straßenverkehr“ vorgestellt. Das Motto lautet „Bildung erlaufen statt erfahren“. Auf 50 Wall-Werbeflächen an Bushaltestellen und auf Traffic-Boards von SWK-Bussen appelliert die Kommission mithilfe des Plakats an Eltern und Schüler, dass die Kinder die letzten Meter von der Haltezone zur Schule möglichst zu Fuß zurücklegen. Symbolisiert wird das durch gelbe Fußabdrücke auf dem Boden, die den sicheren Weg markieren. Sie sollen den Schulweg spielerisch attraktiv machen.

Die Aktion werde bereits seit 2008 alle zwei Jahre durchgeführt, erläutert Bettina Göbelsmann, Vorsitzende der Kinderunfallkommission. Das von Thomas Brenner für die diesjährige Kampagne gestaltete Plakatmotiv sei ein Hingucker. Der bekannte Kaiserslauterer Fotokünstler verstehe es, das aktuelle Anliegen der Kommission visuell ansprechend umzusetzen, lobte Göbelsmann.

Autos parken an Schule kreuz und quer

Für Manuel Schohl, Schulleiter der Grundschule Pfaffenwoog, ist die Aktion ein guter Beitrag, um Eltern und Kinder für einen sicheren Schulweg zu sensibilisieren. Von den 230 Grundschülern kämen an Unterrichtstagen rund 120 mit dem Bus aus Siegelbach nach Erfenbach. Andere Kinder würden mit dem Auto zum Unterricht gebracht. „Da wird auch mal kreuz und quer geparkt, sodass es zu gefährlichen Situationen kommt“, sagt der Schulleiter.

Getreu dem diesjährigen Motto wünscht er sich, dass Kinder „Bildung erlaufen statt erfahren“. Beispielsweise, dass sie die wenigen Meter zur Schule von der Haltezone entlang der „gelben Füße“ zurücklegen. Die Siegelbacher Straße, an der die Grundschule ihren Standort hat, sei eine Hauptverkehrsstraße, gibt Schohl zu bedenken. Grundsätzlich bewährt habe sich die Markierung mit den „gelben Füßen“, die es zwischenzeitlich vor etlichen städtischen Grundschulen gibt.

Kinder, die das Geschehen über die Schulhofmauer verfolgten, hatten ihre Freude an Zebra Sam – so heißt das Maskottchen der Kinderunfallkommission. In dem blauen und schwarz-weiß gestreiften Kostüm steckte Peter Krietemeyer, langjähriger und inzwischen pensionierter Leiter des Referats Schulen bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern. Zur Freude der Kinder verteilte er auch noch Gummibärchen.

Kinder sind häufiger an Unfällen beteiligt

Wie wichtig die Arbeit der Kinderunfallkommission ist, belegte Erik Hippchen von der Polizeidirektion Kaiserslautern anhand Zahlen über Unfälle im Stadtgebiet, an denen Kinder beteiligt waren. Laut Statistik der Jahre 2002 bis 2025 gab es jährlich 26 (im Jahr 2017) bis zu 53 solcher Unfälle (Jahr 2003). Zuletzt hat sich die Anzahl erhöht: 2023 waren es 36, im Jahr 2025 dann 45. Auch spielten Kinder als Verursacher von Fahrradunfällen eine Rolle. „Zehnmal waren Kinder als Radfahrer die Hauptunfallursache“, teilte Hippchen mit. Dabei seien neun Kinder leicht verletzt worden. In drei Fällen seien Unfälle auf das Konto von Autofahrern gegangen. Einmal sei es vorgekommen, dass ein Kind als Radfahrer einen Erwachsenen und zwei weitere Kinder zu Fall gebracht und verletzt habe, so Hippchens Aufzeichnungen.

Oftmals seien technische Mängel der Auslöser von Unfällen radfahrender Kinder. Weitere Gründe seien zu hohe Geschwindigkeit oder das Fahren entgegen der Fahrtrichtung. Weiterhin seien Kinder auch als Fußgänger in Unfälle verwickelt – zehn hat die Polizei im vergangenen Jahr in der Stadt registriert. Dabei hätten Autofahrer zwei Kinder schwer und sieben Kinder leicht verletzt. Insgesamt hätten im Jahr 2025 bei Unfällen drei Kinder schwere und 34 Kinder leichte Verletzungen erlitten.

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