Kaiserslautern Gegen Spitzenspieler verloren
Im Konzert der Großen durfte sich Lasse Becker vom Tischtennis-Regionalligisten TSG Kaiserslautern beweisen. Für den 17-Jährigen war das Top 48 Bundesranglistenturnier der Herren am Wochenende in Waldfischbach-Burgalben allerdings schon nach dem ersten Turniertag beendet. Doch der Gymnasiast hatte seine Möglichkeiten, zumindest einzelne Partien zu gewinnen.
„Es war ohnehin utopisch, hier weiterzukommen“, meinte Lasse Becker. Der Spieler der TSG, der lange Zeit zu den besten Spielern im Jugendbereich des Deutschen-Tischtennisbundes (DTTB) zählte, hatte zumindest in zwei Partien die Möglichkeit, sich durchzusetzen. Dass ein Top 48, hinter den nationalen Meisterschaften das wichtigste Turnier des DTTB, ein Turnier mit anderen Standards ist, musste Lasse Becker gleich zum Auftakt spüren. Michael Servaty, der wie Becker in der Regionalliga spielt, gewann doch sehr deutlich. Dem Spitzenspieler des Regionalligisten TG Neuss unterlag Becker deutlich mit 4:11, 4:11 und 2:11. Dass Servaty dann mit 4:1-Siegen weiterkam, zeigte die hohe Qualität des Westfalen. Doch schon in der anschließenden Partie gab es Möglichkeiten für den Vertreter des Pfälzischen-Tischtennisverbandes. Gegen Frederik Spreckelsen (TSV Schwarzenbek), dem Becker bereits bei den Deutschen Meisterschaften im März dieses Jahres gegenüberstand, gewann er gleich den ersten Durchgang und fand sich nach gewonnenem vierten Durchgang im Entscheidungssatz wieder. „Da habe ich nicht mein bestes Spiel abgerufen. Bei der Deutschen Meisterschaft hatte ich noch gegen ihn gewonnen“, haderte Becker. Der Angriffsspieler vom TSV Schwarzenbek bewegte sich nicht von der Platte weg, blieb immer in offensiver Grundausrichtung. Im Entscheidungssatz führte Becker dann sogar mit 8:5. „Man muss dann die richtige Mischung zwischen Risiko und Sicherheit finden“, erklärte Christopher Enders von der TSG Kaiserslautern, der Becker betreute. Nach einem 8:10-Rückstand wehrte der Gymnasiast sogar noch zwei Matchbälle ab, ging dann beim dritten Matchball zu viel Risiko und beendete die Partie mit einem Aufschlagfehler. Den größten Ärger verspürte der Regionalligaspieler nach der dritten Partie, wirkte schon zum Ende des Spiels völlig bedient. Becker versuchte es mit allen Stilmitteln, doch sein Kontrahent Nils Hohmeier (TuS Celle) hatte stets die bessere Antwort. „Das hat ihn das Spiel gekostet“, erklärte Enders, als sein Schützling bei 1:0-Satzführung im zweiten Durchgang eine 9:2-Führung gegen den Zweitligaspieler und U23-Nationalkader-Akteur Nils Hohmeier vergab. „Das, was am Anfang geklappt hat, lief dann gar nicht mehr. Hätte ich den zweiten Satz gewonnen, hätte er richtig Druck gehabt“, haderte ein sichtlich bedienter Becker, der in vier Sätzen unterlag. Die Auszeit beim Stand von 9:6 brachte den Schüler nicht mehr weiter. Neun Punkte in Serie gingen an Hohmeier, der sich so den zweiten Satz sicherte. Johann Koschmieder (SV SR Hohenstein) forderte den 17-jährigen gehörig. Der Spieler aus Sachsen-Anhalt war unfassbar schnell auf den Beinen, hatte ein sicheres Angriffsspiel und konterte Becker immer wieder aus. Koschmieder hatte alles im Griff, gewann die ersten beiden Sätze mit 11:4 und 11:5 doch souverän, führte auch im dritten Durchgang mit 3:0. Doch Becker kämpfte wie ein Berserker, lief auch in diesem Satz lange einem Rückstand hinterher. Wehrte den ersten Matchball mit einem fulminanten Vorhandschlag aus der Halbdistanz ab und hatte im Anschluss sogar Möglichkeiten, selbst den Satz zu gewinnen. Einmal donnerte er bei eigenem Satzball einen hohen Ball, als Koschmieder zurückgedrängt war, ins Netz. Der dritte Matchball des Akteurs vom SV SR Hohenstein saß dann jedoch zum 14:16. Hoher Qualität musste sich Becker dann in der abschließenden Partie gegen den Gruppenzweiten Tom Eise (TTC 1946 Weinheim) gegenübersehen. Der Weinheimer, der über die Zwischenrunde ins Achtelfinale eingezogen war, gab dem aus Brücken stammenden Becker kaum Luft zum Atmen, sodass er mit 2:11, 2:11, 8:11 doch deutlich verlor. Bei den Herren siegte Tobias Hippler (TuS Celle) im Finale gegen Gerrit Engemann (TTC GW Hamm) in sieben Sätzen. Bei den Damen setzte sich Tanja Krämer vom TV Busenbach im Finale gegen ihre Teamkameradin Jessica Göbel mit 4:2 durch.