Kaiserslautern Ganz der Regionalpolitiker

Dass die offizielle Bekanntgabe, dass in Ramstein-Miesenbach eine Internationale Schule als Vor- und Grundschule im August 2017 ihre Pforten öffnet, gestern in der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern über die Bühne gegangen ist, hatte seinen tieferen Sinn.
Es war mehr als nur eine Reverenz vor dem Oberzentrum Kaiserslautern und dem Sitz des Vereins Zukuftsregion Westpfalz, der sich stark um die Ansiedlung einer Internationalen Schule in der Region bemüht hat. Es war vor allem ein Entgegenkommen an Oberbürgermeister Klaus Weichel, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Zukunftsregion Westpfalz, der mit der Stadt Kaiserslautern das Rennen um die Ansiedlung der Internationalen Schule vorläufig verloren hat. Der Kaiserslauterer Rathauschef hatte mit Herzblut für die Etablierung einer Internationalen Schule in der Barbarossastadt als Faktor der Wirtschaftsförderung gekämpft und war nun mit leeren Händen dagestanden. Ihm nun zuzumuten, nach Ramstein zu kommen, um die Ansiedlung einer Internationalen Schule dort zu feiern, das mochte man offenbar nicht. Seine Enttäuschung, dass aus dem Prestigeplan für Kaiserslautern nichts geworden ist, verbarg der Oberbürgermeister gestern mit Haltung hinter der erklärten Freude und Genugtuung, dass es gelungen ist, eine Internationale Schule in die Westpfalz zu lotsen. Weichel nahm von sich aus auch der Tatsache jegliche Spekulation, dass er und der strahlende Ramsteiner Bürgermeister Ralf Hechler bei der Pressekonferenz auf dem Podium weit auseinander saßen. Es habe keinerlei Symbolcharakter, betonte er. Sie beide hätten, so Weichel, auch dicht beieinander sitzen können. Es gehe um ein gemeinsames Projekt. Der Oberbürgermeister gab sich ganz als Regionalpolitiker, der in der Lage ist, den Blick über den Tellerrand seiner Heimatstadt hinaus zu werfen. Man müsse großräumiger denken, die Internationale Schule sei ein Gewinn für die ganze Region. Es sei unabhängig, wo die Schule ihren Sitz habe, erklärte er uneigennützig. Mit der Ansiedlung der Internationalen Schule finde für die Stadt und Region eine lange Geschichte ein gutes Ende. Weichel erinnerte daran, dass die Bemühungen um eine Internationale Schule und damit auch ein Lockmittel für internationale Unternehmen ihren Ausgang in der Wirtschaft im PRE-Park 2008 genommen hätten. Intensivere Verhandlungen gingen schließlich auf das Jahr 2013 zurück. Der Rathauschef charakterisierte die Internationale Schule, die nunmehr in Ramstein entsteht, als Bereicherung. Bereicherung für Unternehmen, speziell für internationale Unternehmen, Bereicherung für die Mitarbeiter des US-Militärs und der Nato, Bereicherung für die Forschungs- und Wissenschaftslandschaft, Bereicherung für die Eltern, die ihre Kinder auf eine Internationale Schule schicken wollten. Weichel gab den Oberbürgermeister, der alle Register gezogen hat, es aber nicht geschafft hat, die Internationale Schule nach Kaiserslautern zu holen. Acht oder neun Immobilien habe die Stadt dem Schulbetreiber, der Schweizer Seelab AG, angeboten, die aus unterschiedlichen Gründen aber nicht gepasst hätten. Der Oberbürgermeister, der vor einiger Zeit kurz davor war, die Internationale Schule im früheren Kreiswehrersatzamt in Kaiserslautern unterzubringen, dann aber Opfer des Flüchtlingsstroms und der Einrichtung des Kreiswehrersatzamts als Gemeinschaftsunterkunft wurde, sah freilich die Felle für Kaiserslautern noch nicht ganz davongeschwommen. Er erachtete Perspektiven und Optionen für die Stadt in drei oder vier Jahren, wenn die Kinder größer werden und in die weiterführende Schule kommen ... Im Stadtrat erwartet den Verwaltungschef am Montag nochmal eine Erklärung zur Internationalen Schule, wenn die CDU-Fraktion erfahren möchte, welche Angebote dem Schulträger in den letzten Monaten in Kaiserslautern gemacht wurden. KREISSEITE