Kaiserslautern
Fused wird 15 und rockt die Kammgarn
Mit einem abwechslungsreichen Programm an ungewöhnlich interpretierten Hits quer durch die populäre Musik und einer umwerfenden Bühnenshow hielten die fünf Musiker plus ihre illustren Gäste das ausgelassene Publikum bis zum Schluss auf hohem Launen-Niveau.
Schon die schier endlosen Reihen vor dem Eingang lange vor Konzertbeginn ließen Ungewöhnliches erahnen. Einen solchen Andrang kennt man hier sonst eher von überregionalen Stars – oder eben von einer guten und beliebten Lautrer Band wie Fused. Und tatsächlich: Das gute Omen mündete danach in eine anhaltend hochkarätige musikalische Sause.
Einstieg mit „We Will Rock You“
Schon die ersten Minuten hatten es in sich. Auf fünf großen Videopanels im Bühnenhintergrund lief zuerst ein optisch reizvoller Countdown, danach ein professionell produzierter Vorstellungseinspieler im „Power Rangers“-Stil, später im Konzert dann zu den einzelnen Songs passende Clips (etwa zu „Hollywood Hills“ der berühmte Schriftzug) oder abstrakte Animationen.
Zum fesselnden optischen Einstieg lieferte das Quintett schon mal gleich eine ebenso erstaunliche, extra straighte Rockversion von Queens „We Will Rock You“, aber so ganz ohne den charakteristischen Stampfrhythmus, dafür direkt ins Herz und auf die Beine des dann auch prompt mitgehenden Publikums gerichtet. Das war schon eine geballte Symbiose aus Optik und Musik.
Gassenhauer zum Mitsingen
So ging es ohne Pause weiter. In bunten Zusammenstellungen folgte Partyhit auf Gassenhauer, schafften es Titel wie „Eye of the Tiger“, „Jump“, „I Was Made for Lovin’ You“ und „The Final Countdown“ in einen einzigen Block. Meist nicht ausgespielt, aber durch die präsentierten entscheidenden Stellen immer zum Mitsingen geeignet, schraubten die Chartstürmer auf diese Art so die Stimmung im rappelvollen Saal kontinuierlich nach oben.
Die Medleys wirkten da manchmal zwar schon ein wenig zusammengezwängt, aber das machte nichts aus. Im Gegenteil: Das ist das Band-Markenzeichen, das wird so erwartet, und das kommt auch bestens an – die ausdauernd und auswendig mitsingende Zuhörerschaft zeigte es.
Ältere Titel aufpoliert
Die Jungs können es ganz einfach. Sie schaffen es, durch unerwartete, leicht verschärfende Interpretationen insbesondere ältere Titel dermaßen ordentlich aufzupolieren, dass die entstehenden Medleys allein schon deshalb äußerlich eine ordentliche Einheit bilden. Darüber hinaus spielten Stefan Ahme, René Grub, Philipp Tulius (alle drei Gesang und Gitarre, mit Ahme als hauptsächlichem Frontmann dieses Abends), Johannes Kronenberger (Bass) und Martin Drumm (Schlagzeug) aber auch gekonnt ganze Songs und inhaltlich zusammenhängende Partien (etwa mit Queen-Titeln). So entstand ein angenehm wechselvoller Abend, der neben Bühnenaufbau und Musik-Programm (und nicht zuletzt etlichen auflockernden Publikumsinteraktionen) auch sonst noch ein paar nette Überraschungen parat hatte.
Dazu gehörten hell strahlende Neonröhren auf der Bühne, passgenau im Konzert eingesetzte gleißende Funken- und spektakuläre Nebel-Fontänen an deren Rand und plötzliche Konfetti- und Luftschlangen-Regen im hinteren Teil des Kasinos. Die Musik allein hätte ja fast schon gereicht, aber eine ordentliche Show gehört halt dazu. Fused hatte sich da durchaus einiges einfallen lassen. Kompliment in diesem Zusammenhang an Mike Jung und Benjamin Drumm, die im Hintergrund in Sachen Ton und Licht wirkten und dem schmackhaften Bühnenmenü der auch als Rockfeinschmecker bekannten Band die abgerundeten Gewürze zufügten.
Musikalische Gäste
Mehr als nur abgerundet wurde das Konzert durch den Einsatz von musikalischen Gästen, die die Band in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten begleitet und unterstützt haben. Speziell die Sänger Timo Zühlke und Florian Schwöbel, zudem Gitarrist Patrick André, Schlagzeuger Nils Sievers, Bassist Benedikt Rauch und Posaunist Sebastian Kronenberger (der dann knackig-funkige Soundpartien einfügte) sorgten durch ihre Beiträge für interpretatorische Highlights. Alles in allem: Das war von der optischen Vorspeise über das klingende Hauptgericht bis zum Nachtisch in Form einer extralangen Zugabe eine gelungene Menüfolge von guten Rockfeinschmeckern für gut bediente musikalische Gourmets.