Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Friedenspflicht vorbei: Erste Warnstreiks bei Opel

Am Werkstor von Opel machten am Dienstagnachmittag die Gewerkschafter auf ihre Forderungen aufmerksam.
Am Werkstor von Opel machten am Dienstagnachmittag die Gewerkschafter auf ihre Forderungen aufmerksam.

In der Nacht auf Dienstag, um Mitternacht, lief die Friedenspflicht in Sachen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie aus. Mit ersten Warnstreik-Aktionen machte die IG Metall auf ihre Forderungen aufmerksam. In Kaiserslautern, bei Opel, waren die Gewerkschaftsmitglieder dazu aufgerufen, eine Stunde früher in den Feierabend zu gehen.

Wie Bernd Löffler, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Kaiserslautern auf RHEINPFALZ-Anfrage berichtet, gab es bei den Opelanern in Kaiserslautern „eine gute Beteiligung“ an der Aktion, zu der die IG Metall ihre Mitglieder aufgerufen hatte. Vor dem Opel-Werkstor zeigten Gewerkschaftsvertreter am Dienstag auch Präsenz, waren vom frühen Morgen – zum vorzeitigen Ende der Nachtschicht – bis zum Nachmittag, als die Mittagsschicht (frühzeitig) in den Feierabend ging, vor Ort. Zum Abschluss habe es noch eine kleine Veranstaltung mit mehreren Dutzend Mitgliedern – unter Einhaltung der Abstandsregeln – gegeben, berichtet Löffler. Außer in Kaiserslautern bei Opel hatte die IG Metall auch zu einer ähnlichen Aktion bei Adient in Rockenhausen aufgerufen.

Im vergangenen Jahr habe die IG Metall eine Tarifrunde gestartet mit dem Ziel, die Transformation in der Arbeitswelt, beispielsweise die stärker zunehmende Digitalisierung von Prozessen mitzugestalten. Corona habe die Verhandlungen aber stark ausgebremst, Löffler spricht bildlich davon, „mit 120 Stundenkilometern in die Garage gefahren zu sein“. Die Transformation der Arbeitswelt sei nun, ein Jahr später, keinesfalls vom Tisch.

„Ein Strauß von Forderungen“

Die IG Metall habe „einen Strauß von Forderungen“, so Löffler, der exemplarisch vier Prozent mehr Lohn sowie Beschäftigungsgarantien und Mitsprache der Arbeitnehmer bei den Veränderungen der Arbeitswelt nennt. Bei den von der IG Metall ins Spiel gebrachten Änderungen für die Arbeitswelt, liege man aus Gewerkschaftssicht gar nicht so weit weg von dem, was den Arbeitgebern vorschwebe, so Löffler. „Die sagen, das sei alles gut, dürfe aber nichts kosten“, fasst es der Gewerkschafter zusammen.

Bei Opel stehe im Fokus, wie es mit dem bestehenden Komponentenwerk weitergehe, sagt Löffler. Der französische Automobilkonzern PSA hatte Opel 2017 gekauft. Am Standort Kaiserslautern plant der Konzern, ein Batteriewerk zu bauen. „Da wäre es natürlich auch mal interessant zu wissen, welche Art von Arbeitsplätzen da entstehen sollen“, sagt Löffler.

In den kommenden beiden Wochen sei in der Region mit weiteren Warnstreiks zu rechnen, kündigt Löffler an. Für den 12. März ist der nächste Verhandlungstermin im IG-Metall-Bezirk Mitte anberaumt, zu dem die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland zählen. Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite ist Johannes Heger, der Chef von HegerGuss aus Enkenbach-Alsenborn.

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