Fußball
FKP siegt im Oberliga-Spitzenspiel gegen den FCK II
Der 1. FC Kaiserslautern II war im September 2004 der Gegner des FK Pirmasens, als das Stadion auf der Husterhöhe eingeweiht wurde. Ministerpräsident Kurt Beck führte vor 4000 Zuschauern den symbolischen Anstoß aus. Nun, ganz so groß war die Kulisse 19 Jahre später nicht, Malu Dreyer wurde auch nicht gesichtet, aber es kamen immerhin 1016 Fußballfreunde, um das Spitzenspiel und Westpfalz-Derby der Fußball-Oberliga zu sehen.
Elfmeterpfiff bleibt aus
Die Blauen und die Roten boten den Zuschauern in der ersten Hälfte beste Unterhaltung. 2:0 führte Pirmasens zur Pause, und es hätte angesichts der Fülle von Chancen locker auch 4:2 stehen können. Der FCK hatte bereits in der ersten Spielminute eine Riesenchance, die Shawn Blum nach Zuspiel von Oberliga-Top-Torjäger Jacob Collmann recht kläglich vergab. Nach vier Minuten Aufregung beim FCK II, als Collmann im Strafraum zu Fall kam. Doch der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Matthias Edrich blieb aus. Was FCK-Trainer Alexander Bugera ärgerte: „Wir sind gut ins Spiel gekommen“, sagte der 45-Jährige. „Aber dann verweigert uns der Schiedsrichter einen klaren Elfmeter.“
Ein 40-Meter-Traumpass des Weselbergers im FKP-Trikot, Kevin Büchler, auf Mittelstürmer Dennis Krob leitete in der zehnten Minute das erste Tor ein. Krob flankte im zweiten Versuch zu Marc Erhart, und dieser köpfte platziert zum 1:0 ins Netz. „Pirmasens macht aus der ersten Chance gleich das Tor“, ärgerte sich Bugera. „Der Spieler kommt da auch ganz frei zum Kopfball.“
FKP eiskalt
Das zweite Tor (20.) zeigte, wie aggressiv und engagiert die Pirmasenser zu Werke gingen. Erst ergatterte Jonas Vogt auf der linken Seite mit einem beeindruckenden Sprint noch den Ball, verlor diesen zwar kurzzeitig wieder, blockte dann aber ebenso energisch wie eine Sekunde später Kapitän David Becker den Lauterer Klärungsversuch, so dass der gute Krob an den Ball kam. Er überwand von der Strafraumgrenze aus sehr überlegt und platziert FCK-Keeper Niklas Heeger, der auch schon in der Zweiten Bundesliga für Karlsruhe zwischen den Pfosten stand. „Pirmasens hat die Chancen eiskalt ausgenutzt“, sagte Bugera dazu.
Der FKP kombinierte nicht zuletzt dank der hohen Passsicherheit von Daniel Bohl und der Raffinesse von Luka Dimitrijevic mitunter prächtig. Der Pass von „Dimi“ zu Büchler hätte das 3:0 bringen müssen, doch Heeger parierte grandios. Hinten war der Tabellenzweite – ohne den wegen einer Platzwunde geschonten Yannick Grieß – bis zur Pause von den schnellen, technisch versierten Lauterern gefordert. Keeper Benjamin Reitz zeigte einige Male seine Klasse.
FKP kontrolliert nach Pause das Spiel
Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der FKP den Gegner. Kaiserslautern fand kaum einmal den Weg auf das Pirmasenser Tor. Ein Schuss von Collmann (48.), der FKP-Keeper Benjamin Reitz vor keine größeren Probleme stellte, war schon so ziemlich alles. „Wir haben dem FCK mit unseren Zweikämpfen und der defensiven Stabilität den Schneid abgekauft“, sagt Bohl. Kristof Scherpf erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:0. „Die abgebrühtere Mannschaft hat gewonnen“, lautete das Fazit von FCK-Trainer Bugera. „In der Beziehung haben wir noch Nachholarbeit vor uns. Das ist eben ein Lernprozess, den die junge Mannschaft durchläuft.“