Kaiserslautern
Finanzielle Sorgen: Kaiserslauterer Oktoberfest findet jähes Ende
„Es tut uns sehr leid, dass wir die beiden Abende absagen müssen.“ Leo Kutscheid zeigt sich im Gespräch mit der RHEINPFALZ traurig über die Entscheidung. „Wir mussten am Montag die Reißleine ziehen.“ Kutscheid ist beim Ersten Lauterer Oktoberfest als Projektmanager für die Veranstaltung verantwortlich. Organisiert wird das Fest von der in Kaiserslautern ansässigen Charity-Alliance, einer Organisation, die gemeinnützige Projekte initiiert und finanziert. Hauptsponsor des Festes ist die Volksbank.
Zu wenige Tickets verkauft
Für die beiden noch ausstehenden Abende am Freitag und Samstag waren laut Kutscheid jeweils rund 500 bis 600 Tickets verkauft – zu wenige, um kostendeckend zu arbeiten, geschweige denn ein Plus für den guten Zweck zu erwirtschaften. Auf der Bühne sollten am Freitag Ross Antony, Oimara und Firma Holunder stehen, für Samstag waren Auftritte von DJ Danny Malle, Firma Holunder und Paveier geplant.
Die Charity-Alliance hatte das Oktoberfest ursprünglich ins Leben gerufen, um Geld für gemeinnützige Projekte zu erwirtschaften. Nun sieht es danach aus, dass der Veranstalter wohl im Nachgang mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben wird. „Wir lassen uns nun beraten und schauen, was kommt“, sagt Kutscheid. In der kommenden Woche soll es einen Kassensturz geben und geschaut werden, wie alle noch ausstehenden Rechnungen bezahlt werden können. Wer ein Ticket für einen der beiden nun ausgefallen Abende gekauft hat, wird vom Veranstalter per Mail kontaktiert, verspricht Kutscheid. „Wir streben eine Rückerstattung des Eintritts an.“ Ticketbuchungen für die Abende waren online möglich, so dass von jedem Ticketverkauf auch eine Kontakt-Emailadresse registriert wurde.
Erstes Wochenende moderat besucht
Das erste Wochenende sei mit jeweils rund 1000 Besuchern an den beiden Abenden moderat besucht gewesen. Am zweiten Wochenende seien mit dem deutschlandweit bekannten Party-Sänger Mickie Krause und der aus Köln stammenden Band Die Höhner zwei Publikumsmagneten auf der Bühne zu sehen gewesen, die ihre Wirkung auch nicht verfehlt hätten. „Die beiden Abende waren gut besucht.“ Ebenso wenig Grund zum Meckern habe es am dritten Wochenende bei der Veranstaltung mit DJ Ötzi gegeben - volle Hütte mit Bombenstimmung, was sich auch positiv auf den Umsatz ausgewirkt habe. „Dafür waren dann die zwei Veranstaltungen davor und danach schlechter besucht“, sagt Kutscheid.
Nach Angaben von Kutscheid besuchten insgesamt rund 11.000 Menschen die sieben Abende. „Rückblickend betrachtet waren das rund 3000 Ticketverkäufe zu wenig“, sagt Kutscheid. „Wir waren vielleicht ein wenig zu optimistisch.“