Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Fillibecks Woche: Freizeittipps für Kaiserslautern und die Region

Andreas Fillibeck
Andreas Fillibeck

Schön, dass die jungen Architekten nicht den Kopf in den Sand stecken: Die schon traditionelle herbstliche Werkschau in der Architekturgalerie in der Rosenstraße ist – wie so vieles andere – zur Zeit kaum durchführbar. Also haben sich die Jungs und Mädels was Anderes einfallen lassen: einen sogenannten „Werkschauspaziergang“ für die Lauterer Bürger. Ab nächsten Mittwoch, 2. Dezember, kann man also lustig die Pirmasenser Straße entlangspazieren. Und sich dabei anschauen, was den Planern so an Neuem eingefallen ist.

Für ihre engagierte Aktion nutzen die Studenten der Technischen Universität verschiedene Schaufenster und Leerstände zum öffentlichen Vorstellen ihrer teils künstlerischen, teils konstruktiven Arbeiten aus den letzten Semestern. Und wie könnte es anders sein: Natürlich gibt’s auch eine virtuelle Werkschau, von der man sich durch die Gassen leiten lassen kann. Und beim Smartphone angucken immer schön an die Laternenpfähle denken, gell? Die entsprechende Internetseite ist noch im Aufbau und zur Zeit über Google und die Eingabe „Werkschau Kaiserslautern“ aufrufbar. Die außergewöhnliche Aktion entlang der Pirmasenser Straße und im Netz läuft ab kommenden Mittwoch gute zwei Wochen.

Es gibt das erste Livestream-Konzert! Am Freitag zwischen 12 und 13 Uhr in der Fruchthalle. Die in Lautern lebende, japanische Pianistin Sachiko Furuhata-Kersting spielt Werke von Chopin. Die Frau arbeitete etwa mit der Russischen Staatsphilharmonie, dem Osaka Kammerorchester oder der Deutschen Staatsphilharmonie. Auch das Orchester des Pfalztheaters profitiert von ihrem Können. Veranstalter sind das Referat Kultur und der Deutsch-Japanische Wirtschaftskreis, der Link zum Livestream-Konzert findet sich auf der Internetseite www.djw.de. Im Anschluss ans Konzert gibt’s noch ein Künstlergespräch. Weitere Livestreams aus der Fruchthalle und vielleicht wieder aus dem Benderhof würden das Publikum und vor allem viele hiesige Musiker freuen. Doch Fruchthallen-Chef Christoph Dammann will da in absehbarer Zeit nicht ran. Schade eigentlich.

Wem die derzeitige Situation auf die Nerven geht, könnte sich Abends am PC ein bisschen Kraft aus der guten, alten Musik ziehen. Musikfans, die eher auf starken und leicht groben Rock stehen, wären da mit der Aufnahme „By The Sea“ (Mountain at Woodstock) nicht schlecht beraten. Richtig durchkomponierten Art-Rock bieten verschiedene Alben von „Nektar“, die man auf YouTube durchhören kann. Alten Folk Freaks dürfte der Titel „Star Of The County Down“ (High Kings) die Ohren putzen. Beatniks fühlen sich sicher mit dem „60’s Garage Rock Mix 2“ wohl, und wer beim Einschlafen an gewaltige Viermaster in der See um Kap Horn denkt, dem hebt der Shanty „Whup! Jamboree“ (Robert Shaw Chorale) den Blutdruck. Derselbe tolle Chor hat auch „What shall we do with the drunken Sailor“ intoniert. Aber so, dass es rumpelt!

Wer ab Samstag im Dunkeln gen Humberg blickt, braucht nicht zu erschrecken. Dort startet keine Interkontinentalrakete. Nein, es ist der gute, alte Humbergturm, der so strahlt. Nicht weniger als 30 gleißend helle Lichterketten und etliche rot-gelbe LED-Strahler sollen den Turm wie eine Adventskerze aussehen lassen. Heißt es seitens des Humbergturmvereins und der Firma Creonic. Tja, hätte das mal einer in den Zeiten gemacht, als mich mein Großvater ständig da hoch schleppte („Oba, isses noch weit?“).

Ab kommendem Dienstag ist die Gartenschau größtenteils wieder geöffnet! Das heißt, man kann da schön spazieren gehen – außer auf dem Kaiserberg – und: Die Skaterbahn auf der Schau kann wieder von Skatern oder Rollerfahrern genutzt werden. Prima Sache das, vor allem für die Jugendlichen!

Wer nächstens achtlos auf seinem Kopfsalat herumlümmeln oder krachend in eine Karotte beißt, sollte daran denken: Auch Pflanzen sind Lebewesen! Was einem einmal mehr klar wird, wenn man den Band „Die unglaubliche Reise der Pflanzen“ von Stefano Mancuso (Klett-Cotta Verlag) zur Hand nimmt. Am besten auf dem Sofa. Der italienische Bestsellerautor beschreibt neue Erkenntnisse in Sachen Pflanzengefühle – ja, ja ihr Veganer! –, Pflanzenkommunikation (nix für Hektiker) oder symbiotischer Beziehungen von Pflanzen etwa zu Pilzen. Na, hoffentlich sind die auch alle anständig bindungsfähig. Sonst müssen die noch zum Salatpsychiater! Doktor Rucola. Und gekauft wird gefälligst in den Lauterer Buchhandlungen! Soviel Lokalpatriotismus muss sein. Ob vegan oder nicht.

Infos zu Neuheiten in der Stadtbibliothek finden sich im Internet unter openportal.kaiserslautern.de/Neuerwerbungen. Tschüss und für den Gang durch die Freiluftausstellung der Architekturstudenten kann man sich ja auch verabreden. Mit Kaffeekanne und Schneckennudeln. Aber nur zu zweien – oder so!

Wird alsbald wieder in hellem Licht erstrahlen, wie im Sommer bei der „Night of the Lights“: der Humbergturm.
Wird alsbald wieder in hellem Licht erstrahlen, wie im Sommer bei der »Night of the Lights«: der Humbergturm.
Mehr zum Thema
x