Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-U19 setzt auf Offensivfußball

Weiß, wo er mit der U19 hinwill und wie er seine Jungs darauf vorbereitet: der ehemalige FCK-Profi Alexander Bugera.
Weiß, wo er mit der U19 hinwill und wie er seine Jungs darauf vorbereitet: der ehemalige FCK-Profi Alexander Bugera.

Am Samstag (13 Uhr, Dietmar-Hopp-Stadion Sinsheim) gastiert die U19 des 1. FC Kaiserslautern zum Saisonauftakt der Bundesliga Süd/Südwest bei der TSG 1899 Hoffenheim. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtete U19-Cheftrainer Alexander Bugera über die abgelaufene Vorbereitung und stellte die Saisonziele vor.

Die vergangene Spielzeit der FCK-A-Junioren wurde aufgrund der Corona-Pandemie bereits im Oktober 2020 nach gerade einmal vier absolvierten Spieltagen abgesetzt. Zehn Monate später kann der Ball nun auch endlich wieder in der U19-Bundesliga Süd/Südwest rollen. Wie lange ein reibungsloser Saisonablauf angesichts der steigenden Inzidenzzahlen möglich sein wird, werden die nächsten Wochen zeigen.

Im Nachwuchsleistungszentrum der Roten Teufel hat sich in den vergangenen Monaten einiges verändert. So geht Alexander Bugera, ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag, als neuer U19-Cheftrainer in die anstehende Runde. Wie berichtet tauscht er mit dem letztjährigen A-Jugend-Trainer Oliver Schäfer die Plätze, der die U21 des 1. FC Kaiserslautern übernommen hat und zusätzlich als Athletiktrainer der Profimannschaft fungiert. „Wir haben uns im Verein nach der vergangenen Saison alle zusammengesetzt und uns nach einigen Gesprächen auf diese Lösung geeinigt. Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf meine Aufgabe bei der U19 und gehe mit großer Motivation ins neue Fußballjahr“, berichtet Bugera, der mit seinem Kader am 5. Juli die Vorbereitung begonnen hatte.

Das „extrem junge“ Team

Nach zwei intensiven Trainingswochen Anfang Juli gab er seinen Schützlingen nochmals eine Woche frei, ehe das Training am 26. Juli wieder aufgenommen wurde. „Obwohl die Jungs wegen Corona vergangenes Jahr nahezu keine Spielpraxis hatten, sind sie bereits mit einem tollen Fitnesszustand zum Vorbereitungsbeginn erschienen. Wir haben dann im Bereich der Grundlagenausdauer angefangen und in den vergangenen Wochen noch durch einige Doppeleinheiten ihre Spritzigkeit verbessert“, sagt Bugera, der mit seinem Kader sehr zufrieden ist. „Wir haben dieses Jahr ein extrem junges Team, das nur mit sieben Spielern des alten Jahrgangs gespickt ist. Dies hat auch den Grund, dass wir im Jugendbereich einige Umstrukturierungen vornehmen mussten. So gehören beispielsweise ein halbes Dutzend A-Jugend-Spieler bereits jetzt zur U21. Da besteht aber natürlich die Möglichkeit, diese nach Bedarf zu uns zu holen, falls es personell eng wird“, so Bugera.

Das Gerüst seiner Truppe sollen definitiv die verbliebenen Altjahrgänge stellen. Dazu zählen allen voran Kapitän Tristan Zobel, Ersatzspielführer Aaron Basenach und das Ausnahmetalent Shawn Blum. „Shawn ist im Angriff eine echte Waffe. Er hat großes Potenzial und wird seinen Weg gehen. Im Mittelfeld haben wir aber auch einige jüngere Akteure wie Kimi Merk, auf die wir gespannt sind.“ Einziger Neuzugang ist Noah Nnaji, der von TSG Hoffenheim in die Pfalz wechselt, wo er bereits bis 2019 tätig war.

Sieben Tests

In der Vorbereitung haben die Roten Teufel sieben Testspiele bestritten. Dabei gab es klare Erfolge wie in den Spielen gegen FC 08 Homburg (6:2), SG HD-Kirchheim (7:2), TSG Wieseck (5:2) oder Rot-Weiß Walldorf (6:1). Hinzu kamen Niederlagen gegen den SV Sandhausen (1:2) und die Herrenmannschaft des TuS Hohenecken (1:2). Die Partie gegen das Herrenteam des TuS Altleiningen wurde mit 5:1 gewonnen. „Wir haben uns in allen Spielen viele Torchancen erarbeitet und auch einige Treffer erzielt. An der Verwertung und Kaltschnäuzigkeit unserer Gelegenheiten können wir trotzdem noch arbeiten. Außerdem ist es uns nicht gelungen, in einem Spiel die Null zu halten. In diesem Bereich müssen wir uns mit Sicherheit auch noch verbessern. Wobei ich persönlich immer betone, dass mir eine Partie, die 5:4 ausgeht, am Ende lieber ist als ein 1:0“, erklärt Bugera, der ein bekennender Fan von offensivem und zielstrebigem Fußball ist.

Die Spielphilosophie

Von seiner Spielphilosophie will Alexander Bugera auch dieses Jahr nicht abweichen. Ganz im Gegenteil, er hat klare Vorstellungen, wie seine Jungs in dieser Spielzeit auftreten sollen: „Für mich ist der Teamgeist, die Leidenschaft und der absolute Siegeswille die Voraussetzung. Auch wenn wir qualitativ vielen großen Vereinen individuell unterlegen sein werden, wollen wir unseren Fußball durchziehen. Das heißt offensiv agieren, immer wieder die Eins-gegen-Eins-Situation suchen – und Dominanz ausstrahlen. Natürlich wird uns das nicht immer gelingen, aber das ist der Ansatz“, erklärt Bugera, der seine Spieler nicht mit zu vielen Vorgaben verrückt machen möchte.

„Heutzutage geben die Trainer meiner Meinung nach viel zu viel vor. Ich bin der Ansicht, dass man den jungen Akteuren mehr Eigeninitiative einräumen sollte. Wenn sich ein Flügelspieler über die Außenposition durchsetzt, muss ich ihm doch nicht immer seine nächste Entscheidung vorgeben. Er soll selbst dazulernen und seine Auswahl treffen“, beteuert Bugera, dem es ersichtlichen Spaß bereitet, seine Schützlinge fußballerisch weiterzuentwickeln – und ihnen in puncto Disziplin und Persönlichkeit etwas mit auf den Weg zu geben.

In den Top Ten

So kommt es nicht überraschend, dass natürlich auch dieses Jahr die Entwicklung der Spieler und ihre Vorbereitung für den Weg nach oben das primäre Ziel ist. Bugera lässt aber auch verlauten, dass er mit seiner Truppe am Saisonende gerne einen Platz unter den ersten zehn Mannschaft anstrebt. Die U19-Bundesliga Süd/Südwest ist dieses Jahr mit 21 Teams ziemlich aufgebläht, weshalb auch nur eine einfache Runde ohne Rückspiele gespielt wird. Hinzu kommt die Tatsache, dass aus dieser Liga am Schluss sieben Mannschaften absteigen. „Das wird eine schwierige Aufgabe. Wir sind nur der Drittligist, dessen finanzielle Möglichkeiten nicht mit Teams wie Bayern, Stuttgart oder Hoffenheim zu vergleichen sind. Aber wir suchen den Weg nach vorne, und ich bin sehr optimistisch, dass wir unsere Ziele erreichen“, verdeutlicht Bugera.

Sein Co-Trainer ist der 26-jährige Max Bergemann-Gorski, der zuletzt bei der U14 der Lauterer Cheftrainer war. Mit ihm sieht sich Bugera optimal ergänzt, was ebenfalls für den kompletten Austausch im Verein gilt. „Zusammen mit Uwe Scherr, Oliver Schäfer, Olaf Marschall und U17-Trainer Peter Neustädter treffen wir uns alle zwei Wochen, um unsere Eindrücke und Erlebnisse auszutauschen. Thomas Hengen ist als Geschäftsführer Sport auch sehr oft zu Gast und schaut sich die Jungs an. Ich habe das Gefühl, dass sich hier um den FCK etwas Positives entwickelt, weil es einfach wieder sehr viel um Fußball geht. Aber letztlich steht und fällt natürlich vieles mit dem Erfolg unserer ersten Mannschaft“, weiß auch Bugera.

Erstes Spiel in Hoffenheim

Mit der TSG Hoffenheim trifft der 1. FC Kaiserslautern am Samstag direkt auf eines der Top-Teams der Liga. Nichtsdestotrotz will man sich dort nicht verstecken und munter aufspielen. „Wir haben dort nichts zu verlieren und fahren als klarer Außenseiter hin. Wir freuen uns auf diese Partie und wollen es auch dort mit unserem Angriffspressing versuchen. Wohlwissend natürlich, dass wir im Spiel auch Phasen haben werden, in denen wir unsere Kräfte einteilen müssen und uns etwas zurückziehen werden. Am Ende kommt es immer auf das Wechselspiel an“, sagt Bugera, der die Marschroute für Samstag bereits im Kopf hat.

Der Kader

Tor: Silas Baur, Maurice Schamber

Abwehr: Tristan Zobel, Marco Müller, Noah Nnaji, Henri Werner, Thorben Seib, Kenan Skenderovic, Adrian Colon, Drini Miftari

Mittelfeld: Aaron Basenach, Marius Bauer, Angelos Stavridis, Diogo De Oliveira, Evzi Saiti, David Hoor, Pharis Petrica, Heib Steven, Kimi Merk, Damon Mauer

Angriff: Shawn Blum, Noah Lorenz, Marlon Ludwig.

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