Fußball
FCK-U19 gibt als Tabellenführer den David
Am Sonntag (12 Uhr) wartet in der DFB-Nachwuchsliga Hauptrunde das nächste Heimspiel auf die U19 des 1. FC Kaiserslautern. Im Duell mit RB Leipzig sind die Rollen allerdings ganz andere, als es die Tabelle zunächst vermuten lässt.
Momentaufnahme oder doch ein Platz auf Dauer? Die Roten Teufel führen nach drei Spieltagen ihre Gruppe an. Auch wenn es nur ein Punkt ist, der sie von gleich drei Verfolgern trennt, ist das durchaus bemerkenswert. Besonders wenn es gegen so namhafte Gegner wie Bayern München, Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach erreicht wurde. Wie belastbar die Tabellenführung ist, wird sich schon kommenden Sonntag zeigen. Dann gastiert RB Leipzig, der aktuell Viertplatzierte der Gruppe C, am Fröhnerhof.
David gegen Goliath
Was tabellarisch nach einem Topspiel auf Augenhöhe klingt, kommt sportlich allerdings eher einem Duell „David gegen Goliath“ gleich. FCK-Trainer Eimen Baffoun bezeichnet die Leipziger als den „stärksten Gegner, der an den Fröhnerhof kommt“. Ein Blick auf den bisherigen Weg der Leipziger gibt ihm durchaus recht: In der Vorrunde der Nachwuchsliga marschierten die Sachsen nahezu makellos durch - in zwölf Spielen gab es elf Siege und nur eine Niederlage.
In der Hauptrunde knüpfte RB Leipzig zunächst nahtlos an die Erfolgsserie an. Ein 5:4-Torspektakel in Hannover markierte den Auftaktsieg, es folgte ein 3:1-Erfolg gegen den Berliner AK. Nur zuletzt gab es einen ersten Rückschlag. Gegen Borussia Mönchengladbach stand am Ende ein deutliches 0:3.
Hohes Tempo und starke Umschaltmomente
„Man muss bedenken, dass sie dort zwei Rote Karten bekommen haben. Ansonsten hätten sie vermutlich auch dieses Spiel gewonnen“, ordnet Baffoun aber ein. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Heidinger weiß besonders durch hohes Tempo und starke Umschaltmomente zu überzeugen. „Die sind auf jeder Position unfassbar gut besetzt und legen gerade beim Scouting viel Wert auf schnelle Spieler - das sieht man auch“, erklärt Baffoun. Für seine Mannschaft bedeute das vor allem, Ballverluste auf dem Weg nach vorne möglichst zu vermeiden, um so den schnellen Umschaltmomenten des Gegners zu entgehen. „Das heißt, wenn wir vordrängen, müssen wir schon einen klaren Plan haben und eine klare Überzeugung in dem, was wir tun“, so der FCK-Trainer.
Besonders einer kennt den kommenden Gegner sehr gut. Zwei Jahre lang stand Maddox Stadel für die Leipziger auf dem Platz, ehe es für ihn wieder zurück nach Kaiserslautern ging. „Das wird natürlich ein besonderes Spiel für ihn. Da sind viele Teamkollegen, die er kennt“, so Baffoun. „Ich glaube, für ihn ist das nochmal eine kleine Extra-Motivation.“
Enis Kamga wieder im Tor
Eine Extra-Motivation, die es vermutlich überhaupt nicht braucht. Denn nicht nur für RB gab es am letzten Spieltag den ersten Rückschlag. Auch die Roten Teufel gingen aus dem letzten Spiel nicht ganz glücklich hervor - sammelten aber immerhin einen Punkt beim 2:2 gegen Hannover 96. Größter Kritikpunkt des FCK-Trainers: Seine Mannschaft habe nicht konsequent das eigene Limit abgerufen - etwas, was unter Deutschlands Top-Teams schnell bestraft wird. Baffoun lenkt aber auch ein: „Wir sollten das Spiel nicht schlechter reden, als es war. Dennoch müssen wir es ansprechen, und das haben wir“, so Baffoun. Die Reaktion der Mannschaft sei verständnisvoll, und die erste Trainingseinheit am Dienstag fiel dementsprechend „sehr gut aus“. Die Motivation stimmt also vor dem kommenden Spiel. Unterstützung gibt es außerdem wieder von U21-Torwart Enis Kamga.
Die Zielsetzung gegen Leipzig formuliert Baffoun dennoch vorsichtig: „Jeder Punkt, den wir in dem Spiel holen, ist ein Bonus. Wir sind klarer Außenseiter.“
Am Sonntag kommt es dann also am Fröhnerhof zu der seltsamen Konstellation: Tabellenführer gegen Favorit. Die Gäste bringen die größere individuelle Qualität mit. Doch die Roten Teufel haben sowohl gegen Bayern München als auch gegen Borussia Mönchengladbach bewiesen: Nichts ist in dieser Liga sicherer als die Überraschung.