Fußball
FCK: A-Junioren entführen dank eines späten Treffers Punkte aus Saarbrücken
Ein Foul, ein Pfiff, ein Schuss – und dann grenzenloser Jubel: Bis in die 82. Minute musste sich das Team von Trainer Eimen Baffoun beim Rivalen 1. FC Saarbrücken gedulden. In diesem Moment wurde Dzenan Resic in aussichtsreicher Position gefoult. Kapitän Kian Scheer trat zum Freistoß an und verwandelte sicher und direkt zur Führung.
„Ich glaube, das ist aus der Entfernung für Kian Scheer wie ein Elfmeter, und so hat er ihn dann auch getreten“, kommentierte Baffoun die Szene begeistert. Der Jubel nach dem Tor sprach Bände – sowohl beim Trainerteam als auch bei der Mannschaft.
Wie hält man da die Spannung hoch?
Lange hatte das Team auf den Treffer hingearbeitet. Noch länger hatte es sich aber bereits zuvor gedulden müssen. Auf 13 Uhr war die Begegnung ursprünglich angesetzt, gespielt wurde aber erst ab 14.30 Uhr. Zwei Schiedsrichter des angesetzten Gespanns steckten im Stau. „Das war dann natürlich ein riesiges Thema: Also wie hältst du die Spannung hoch, wie hältst du den Fokus hoch?“, berichtet Baffoun. Sein Team erfuhr von der Verlegung – zunächst auf noch unbekannte Zeit – bereits in der Kabine. Was also tun? Kurzerhand entschied man sich für einen Spaziergang durch den Saarbrücker Wald und zur gemeinsamen Stärkung mit Marmorkuchen. Das Okay für die Süßspeise gab es von der Athletik- und Physioabteilung.
Kurz darauf kam dann schon die Info: In einer Stunde geht’s los. „Wir hatten die Zeit dann also wirklich gut überbrückt. Trotzdem waren das sehr ungewöhnliche Verhältnisse“, blickt der Trainer zurück.
Verpasste Gelegenheiten auf beiden Seiten
Auf dem Platz ließ sich allerdings keines der beiden Teams etwas anmerken. In einer sehr umkämpften und intensiven Partie verbuchten die Pfälzer bereits im ersten Durchgang die besseren Möglichkeiten. Es warf sich allerdings immer wieder einer der Gegner dazwischen. Besonders knapp wurde es gleich zu Beginn: Einen Schuss von Maddox Stadel aus aussichtsreicher Position kratzte ein Saarländer gerade noch so in höchster Not von der Linie. Noch nicht einmal zehn Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.
Aber auch auf der Gegenseite bot sich die ein oder andere Gelegenheit. Am Ende jedoch trugen die Angriffsbemühungen keine Früchte. Einmal blockte etwa FCK-Keeper Tyler Fey stark, ein anderes Mal verpasste ein FCS-Spieler den Ball in aussichtsreicher Strafraumposition knapp.
Ärger über die Ecken
Torlos ging es also in die Pause. Vor allem eines monierte Baffoun nach 45 gespielten Minuten: „In der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht mit den Eckbällen zufrieden. Wir hatten, glaube ich, neun Stück und leider null Ertrag dabei.“
In Hälfte zwei zeigte sich die Baffoun-Elf drückender, Treffer blieben aber weiter Mangelware. „Man hat heute wirklich gemerkt, dass Saarbrücken alles in die Waagschale geworfen hat. Das war dann natürlich extrem schwer für uns“, zollt Baffoun dem Kontrahenten seinen Respekt.
Die Joker stechen
Es waren gerade die Wechsel, die neuen Offensivschwung in die Begegnung brachten. Der spätere Freistoß zum Sieg beispielsweise wurde vom frisch ins Spiel gekommenen Resic herausgeholt. „Die Eingewechselten muss ich alle loben, die haben heute das Spiel entschieden. Es ist gut, dass wir in der Breite jetzt viel besser besetzt sind als im letztem Jahr, weil man so immer wieder nachlegen und neue Impulse setzen kann“, zeigte sich Baffoun zufrieden.
Die beste Möglichkeit vor dem Führungstreffer hatte in Durchgang zwei der ebenfalls eingewechselte Ben Lombardo: Nach einer Hereingabe quer in den Sechzehner von Marvin Yüsün setzte er den Ball aus kurzer Distanz jedoch hoch über Torwart und Aluminium. „Das hätte eigentlich schon das 1:0 sein müssen“, bemerkt Baffoun.
Einstweilen auf Platz zwei
Doch das entscheidende Tor sollte noch folgen – und mit ihm die große Erleichterung: „Hut ab an die Jungs. Die haben immer weitergemacht und nicht aufgegeben. In Saarbrücken kann man auch mal stolpern. Das sind wir aber nicht. Wir waren geduldig und ruhig und haben bis zum Schluss versucht, unsere Chancen zu erspielen“, lobt der FCK-Coach den Auftritt seiner Mannschaft.
In der Schlussphase drängte Saarbrücken noch einmal und kam auch zu guten Gelegenheiten, doch der Ausgleich blieb aus. So entführten die Roten Teufel drei Punkte aus dem Saarland und eroberten vorerst den zweiten Platz der noch jungen Saisontabelle.
Am Sonntag steht für die Jungs vom Betzenberg das erste Heimspiel auf dem Programm. Dann geht es gegen den SV Darmstadt.