Fußball
FC Bayern bestraft die Fehler der FCK-U17
„Jungs, das Spiel ist noch nicht vorbei!“ Die Ansage kam am Samstagmittag von Dion Hofmeister, dem Kapitän der U17 des 1. FC Kaiserslautern in der 90. Minute des Hautrundenspiels in der DFB-Nachwuchsliga gegen den FC Bayern München. Doch hier irrte der 16-Jährige: Das Spiel war für sein Team da gelaufen. Denn in jener 90. Minute hatte der FC Bayern den Treffer erzielt, der die Entscheidung war und die Hoffnungen der FCK-U17 auf ein Comeback zunichte machte. Einen Freistoß von der Strafraumgrenze versuchte der FC Bayern nicht direkt aufs Tor zu bringen, sondern spielte den Ball einfach flach an der FCK-Mauer vorbei in die Mitte. Dort lief Erblin Osmani ein und schob den Ball zum 3:1-Endstand ein.
„Ja, das war clever gespielt“, zollte auch FCK-Trainer Maurizio De Vico nach der 1:3 (0:1)-Niederlage seines Teams der Freistoßvariante des Gegners Respekt. Zugleich ärgerte sich der 32-Jährige aber auch, wie der Freistoß zustande kam: „Der Bayern-Spieler tritt eindeutig in den Boden. Der Schiedsrichter pfeift Freistoß – und dann ist es im Endeffekt eine spielentscheidende Situation. Ansonsten steht es weiter 1:2 und wir hätten noch die Möglichkeit gehabt, zum Ausgleich zu kommen.“
200 Zuschauer auf dem Fröhnerhof
Vor gut 200 Zuschauern im Sportpark Rotel Teufel auf dem Fröhnerhof hatte sein Team so angefangen, wie es der Trainer angekündigt hatte: Mutig setzten seine Spieler die Bayern früh unter Druck, dominierten. Nach zwei Minuten prüfte Gionathan Acuri mit einem Freistoß erstmals Bayern-Torwart David Podar-Stiube. Drei Minuten später nahm Hofmeister eine Hereingabe direkt aus der Luft, der Schuss ging rechts vorbei. Doch die Gäste, die auf lange Bälle und schnelles Spiel nach vorne setzten, gingen mit ihrer ersten Chance in Führung. Ein schneller Pass auf Luca Babl, der auf der linken Seite unbedrängt durchstartete, ein Pass in die Mitte, wo Aviel Hentcho Nseke völlig frei stand – 0:1 (14.).
„Da schieben wir über außen nicht komplett durch“, stellte de Vico fest, dessen Team nach dem Gegentreffer irgendwie den Faden verlor, auch wenn Nichita Cucuruz (16.) und Hofmeister (20.) noch zwei gute Möglichkeiten hatten. „Wir waren dann einfach auf ein, zwei Positionen leider nicht so konsequent im Zweikampfverhalten. Nach Ballgewinn hatten wir zudem technische Fehler. Auch von der Kommunikation her waren wir in dem Moment nicht so sauber“, stellte der FCK-Trainer fest. Da der FC Bayern noch zwei Lattentreffer hatte (23., 25.), konnten die B-Junioren des FCK sogar froh sein, nur mit einem 0:1 in die Pause zu gehen.
Eine starke Phase
Nach der Pause machte die FCK-U17 dann richtig Druck, hatte eine ganz starke Phase zwischen der 48. und 62. Minute. So verpasste Hofmeister mit einem Diagonalschuss nur knapp den Ausgleich (62.). Aber: Wieder jubelten die Gäste. Ein Freistoß aus dem Halbfeld, eine Kopfballvorlage in die Mitte, FCK-Torwart Louis Spieß sprang am Ball vorbei, Nderim Zogaj sagte Danke und schob ein (64.). „Leider ein Absprachefehler, gerade im Fünfmeterraum, der es dem Gegner zu einfach gemacht hat. Leider wieder ein individueller Fehler“, bemängelte De Vico.
Aber es kam noch einmal Hoffnung auf. Nach einer Flanke von Cucuruz von rechts traf Hofmeister mit einem platzierten Kopfball ins rechte Ecke zum 1:2-Anschluss (75.). „Da kann das Spiel auch kippen“, sagte der FCK-Trainer. „Wir hatten dann noch mal ein, zwei Möglichkeiten, die wir aber nicht konsequent nutzen.“ Und dann kam eben der umstrittene Freistoß, der das Spiel entschied.
Dennoch konnte De Vico auch wieder Positives mitnehmen, auch wenn es ihn schon ärgerte, dass sein Team, das nun auf Platz fünf in der Hauptrundengruppe D liegt, die Bayern nicht auf Abstand halten konnte. „Mir hat die Haltung der Jungs in der zweiten Halbzeit gefallen“, sagte er. „Auf der Leistung können wir aufbauen. Wir müssen nur unsere individuellen Fehler minimieren.“ Die nächste Chance dazu hat sein Team am kommenden Samstag im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim.