Kaiserslautern Fake News oder nur falsch informiert? Niemand bringt „die Seuche ins eigene Land“
Der Zustand der beiden Franzosen, die am Mittwoch aus der französischen Grenzregion ins Westpfalz-Klinikum gebracht wurden, ist zurzeit stabil. Sie werden derzeit auf einer Intensivstation behandelt, teilt Dennis Kolter, Pressesprecher des Westpfalz-Klinikums auf Anfrage mit.
Die Nachricht, dass in Kaiserslautern zwei Franzosen medizinisch versorgt werden, löste auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ große Zustimmung aus. Ein User schreibt: „(...) Sehr gute Aktion. Das ist die gelebte europäische Idee. Vielen Dank an das Pflege- und Medizinpersonal, das dies möglich macht.“
Doch es meldeten sich auch eine Reihe von Menschen zu Wort, die das kritisch sehen. Eine Nutzerin schreibt: „(...) und für Leute, die Symptome haben, werden keine Tests gemacht. Top Leistung, Lautre.“ Die stationäre Behandlung und die ambulanten Testcenter haben zunächst nichts miteinander zu tun. Wie Kolter erläutert, hatte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium angefragt, ob das Westpfalz-Klinikum zwei französische Patienten übernehmen würde. Kolter: „Die Kapazitäten sind aktuell da, auch aus diesem Grund war es für uns selbstverständlich, unseren Nachbarn zu helfen.“ In Sachen Corona-Tests verweist Kolter auf den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung, der unter Telefon 116 117 zu erreichen ist oder die Hausärzte. Kolter betont: „Durch die zwei Patienten aus der Grenzregion entsteht niemand in der Westpfalz ein Nachteil.“ Das sagt der Pressesprecher auch mit Blick auf einen anderen Kommentar, der lautet: „Deutschland sollte mal eher für sein eigenes Volk da sein.“
Ein anderer Facebook-User schreibt: „Das ist echt zum Kotzen hier. Alles wird ins Land geschleppt, was wir nicht brauchen. Als wenn wir nicht genug eigene Sorgen und Probleme hätten. Scheiß EU.“ Dabei missachtet er die Tatsache, dass im Westpfalz-Klinikum bereits seit Ende Februar immer wieder Corona-Infizierte oder Corona-Patienten stationär untergebracht sind. Kolter: „Im übrigen behandeln wir das ganze Jahr über Menschen aus den verschiedensten Nationen.“
Auch zum letzten Kommentar, findet der Pressesprecher, sei nun alles gesagt, vor allem, wenn man die Bilder von völlig überfüllten Kliniken aus dem Elsass oder Italien vor Augen habe. Der lautet: „Als hätte Frankreich nicht selbst Krankenhäuser, wo noch einer rein passt. Da wird noch mit scheinheiligen Argumenten der Nächstenliebe geworben von einem Großkopferten, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Ja , ja immer schön weiter die Seuche ins eigene Land bringen, geht auf natürlichem Weg scheinbar nicht schnell genug!“