Westpfalz Fachkräftemangel: Ungelernten Beschäftigten eine Ausbildung ermöglichen

Im Pflegebereich seien viele Unternehmen bereit, ungelernte Hilfskräfte mit einer Ausbildung zu qualifizieren. Andere Branchen h
Im Pflegebereich seien viele Unternehmen bereit, ungelernte Hilfskräfte mit einer Ausbildung zu qualifizieren. Andere Branchen hätten da noch Nachholbedarf.

Der Arbeitsmarkt in der Westpfalz ist auf Rekordniveau und gleichzeitig werden die Fachkräfte rar. Mit „Zukunftsstarter“ will die Agentur für Arbeit bundesweit gegensteuern. Auch die Niederlassung Kaiserslautern-Pirmasens beteiligt sich, will Umschulungen, Aus- und Weiterbildungen verstärken und Menschen neue Perspektiven bieten.

„Wir werden hier händeringend nach Fachleuten suchen“, blickt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Arbeitsagentur, in die nicht allzu ferne Zukunft und schiebt hinterher: „Wie alle.“ Um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten gibt es ihrer Erfahrung nach drei Wege, um Menschen für einen der gesuchten Berufe zu erreichen: direkt nach der Schulzeit, durch Vermittlung über Grenzen hinweg (etwa aus dem Ausland oder benachbarten Bundesländern) oder durch Qualifizierungsmaßnahmen. Letztere Möglichkeit soll nun unter der Überschrift „Zukunftsstarter“ ausgebaut werden.

Schulz: „Wir richten uns damit gezielt an die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen, die keinen Berufsabschluss haben.“ In dem Alter sei man in der Regel noch bereit, erneut die Schulbank zu drücken. Zwar fänden Menschen ohne Berufsabschluss derzeit häufig Arbeit, allerdings oft nur für eine gewisse Zeit. „Da sind häufige Wechsel mit Arbeitslosenzeiten“, erklärt Schulz. „Wir wollen Wege in die Ausbildung ebnen, und die jungen Menschen so entweder aus der Arbeitslosigkeit holen oder in Beschäftigung ermutigen, eine Ausbildung zu machen.“

Von der Pflegehelferin zur -fachkraft

Als Beispiel dafür nennt die Agentur für Arbeit eine junge Frau, die sich an der Nikolaus-von-Weis-Schule der Bischof-von-Weis-Stiftung zur staatlich anerkannten Pflegefachfrau weiterbildet. Zunächst hatte ihr Arbeitgeber, ein Senioren-Zentrum im Landkreis Kaiserslautern, bei der Agentur zu den Unterstützungs- und Umsetzungsmöglichkeiten angefragt. Nach der Beratung läuft für die Pflegehelferin jetzt die Ausbildung.

In den Beratungsgesprächen gehe es stets um den Einzelfall, betont Schulz: „Da suchen wir nach Unterstützungsmöglichkeiten, unter anderen sind das Leistungen zum Lebensunterhalt, Lehrgangs- oder Kinderbetreuungskosten.“ Damit das funktioniert, müssen sich Interessenten bei der Arbeitsagentur melden, und genau hier liege die Schwierigkeit, sagt Schulz: „Wir müssen Beschäftigten, die aus Gewohnheit ungelernt irgendwo arbeiten, Mut machen, den Schritt zu gehen, sich nicht mit dem bestehenden Zustand zufriedenzugeben.“ Dabei könnten die Arbeitgeber wichtige Vorarbeit leisten und Mitarbeiter ermutigen.

Berater der Agentur stehen helfend und vermittelnd zur Seite

Peter Weißler, Leiter der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens, ergänzt: „Gerade junge Menschen aus dem Helferbereich, die nach der Schule direkt ohne Ausbildung eine Arbeit aufgenommen haben, sind oft schwer zu erreichen.“ Hier helfe die Mitarbeit der Arbeitgeber maßgeblich. Weißler: „Im Pflegebereich, wo schon seit Jahren Fachkräfte gesucht werden, ist das Thema Aus- und Weiterbildung verankert. Da gelingt uns das oft.“ Doch der Fachkräftemangel verstärke sich in allen Bereichen. Betriebe täten gut daran, interessierte Mitarbeiter zu unterstützen.

Herausfordernd für „Zukunftsstarter“ sei häufig, „sie wieder ans Lernen heranzuführen“. Weißler: „Nach 20 Jahren noch einmal die Schulbank drücken, das ist nicht einfach.“ Aber auch hier könnten die Arbeitsagentur-Berater Tipps geben. Überhaupt würden Interessenten eng begleitet. Die Berater kümmern sich nach einem ersten Gespräch beispielsweise um Förderungsberatung und sogar Absprachen mit den Betrieben. Wer wolle, werde zudem während der Aus- oder Weiterbildung begleitet. Weißler: „Wenn jemand diese zweite Chance nutzt, dann soll sie auch zum Erfolg werden.“

Info

Alle Informationen zum Projekt „Zukunftsstarter“ sind online zu finden: www.arbeitsagentur.de/k/zukunftsstarter

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