Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Für mehr Effektivität: Protestantische Gemeinden schließen sich zusammen

Wollen in der neuen Kirchengemeinde Mitte-Nord noch enger zusammenarbeiten (von links): Pfarrerin Margarethe Hopf, die Pfarrer D
Wollen in der neuen Kirchengemeinde Mitte-Nord noch enger zusammenarbeiten (von links): Pfarrerin Margarethe Hopf, die Pfarrer David Gippner und Jörg Gotsche, Dekan Richard Hackländer und Pfarrerin Nicole Bizik. Auf dem Foto fehlt Pfarrer Maximilian Kölsch.

Die protestantische Kirchenlandschaft in Lautern verändert sich. Vier Gemeinden haben sich zusammengeschlossen. Was sind die Gründe und wo liegen die Herausforderungen?

Ab diesem Januar bilden die Apostelkirchengemeinde, die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde, die Kirchengemeinde Erzhütten und die Stiftskirchengemeinde innerhalb der Kooperationsregion „Nordstern“ die „Protestantische Kirchengemeinde Kaiserslautern Mitte-Nord“. Die Kirchengemeinden Erlenbach und Morlautern gehören wie bisher der Kooperationsregion „Nordstern“ an. „Nach einem zweijährigen Prozess der Kooperation war es der Wunsch der vier Gemeinden, in der neuen Kirchengemeinde Mitte-Nord noch enger zusammenzuarbeiten“, erläutert Dekan Richard Hackländer. Dem neuen Zuschnitt der Kirchengemeinde gehören 9484 Mitglieder an. Die neue Gemeinde Mitte-Nord sowie Erlenbach und Morlautern werden von einem gemeinsamen Pfarramt mit Sitz in der Unionstraße 4 verwaltet. Geschäftsführender Pfarrer für Mitte-Nord ist Hackländer, für Erlenbach und Morlautern Pfarrer David Gippner. Beide Theologen vertreten sich gegenseitig.

„Von einem gabenorientierten Arbeiten versprechen wir uns eine höhere Effektivität unserer Arbeitskraft“, betont Hackländer im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Beispielsweise werden sich Pfarrerin Nicole Bizik und Pfarrer Max Kölsch schwerpunktmäßig der Religionspädagogik und der Seelsorge in Kitas sowie für Kinder und Jugendliche annehmen. Pfarrer Jörg Gotsche und Pfarrerin Margarethe Hopf zeichnen für die Seelsorge in vier Seniorenheimen verantwortlich. Die Seniorenarbeit der Apostelkirche obliegt Pfarrerin Bizik, die der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Hopf und Gotsche, die der Gemeinden in Erlenbach und Morlautern Gippner, Gotsche und Hopf.

Kooperationsregionen schon vor Jahren

Bereits 2022 wurden die 17 Kirchengemeinden des protestantischen Dekanats Kaiserslautern in drei Kooperationsregionen gegliedert: „Linie 1“ im Osten der Stadt mit den Gemeinden Christuskirche, Lutherkirche und Paul-Gerhardt-Kirche (6767 Mitglieder); „Südschiene“ mit den Gemeinden Bännjerrück (Johanneskirche, Lukaskirche), Dansenberg, Hohenecken, Friedenskirche, Pauluskirche und Stephanuskirche (7952 Mitglieder); „Nordstern“ mit Apostelkirche, Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Erzhütten, Stiftskirche sowie Erlenbach und Morlautern (aktuell 11.077 Mitglieder).

„Das Kirchenbild verändert sich“, sagt Hackländer mit Blick auf den Rückgang der Mitgliederzahlen. Waren es im Dekanat 2008 noch 43.000 Protestanten, hat sich deren Anzahl bis heute um 17.204 auf 25.796 verringert. Hackländer: „Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Beerdigungen haben unter unseren Mitgliedern nicht mehr den Stellenwert wie früher.“ Nur etwa 50 Prozent der Protestanten der Innenstadt lassen sich kirchlich bestatten. Immer öfter werde ein freier Redner dem Pfarrer vorgezogen. Als Folge des rückläufigen Kirchenbesuchs wurden Sonntagsgottesdienste in einzelnen Gemeinden auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus umgestellt. Gut angenommen würden Gottesdienste für unterschiedliche Zielgruppen, verweist Hackländer beispielsweise auf eine Reihe unter der Überschrift „Überraschend anders“, zu der die Region „Nordstern“ seit einiger Zeit einlädt.

Verschiebungen bei den Immobilien

Nicht einfach sei die Vorgabe der Landeskirche, sich bis zum Jahr 2030 von 30 Prozent der kirchlichen Immobilien zu trennen, räumt Hackländer ein. Infolge des Rückgangs der Mitglieder hat sich der protestantische Kirchenbezirk Kaiserslautern bereits vom Gemeindehaus der Apostelkirche, dem Ensemble Versöhnungskirche auf dem Bännjerrück und der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche auf dem Fischerrück getrennt. Gottesdienste auf dem Bännjerrück finden in der katholischen Kirche Heilig Kreuz, Gottesdienste auf dem Fischerrück im Gemeindehaus der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde statt. Die Gemeinde in Dansenberg wird sich entweder von der Kirche oder dem Gemeindehaus trennen müssen. Die Gemeinde in Hohenecken wird künftig unter dem Dach der katholischen Kirche St. Rochus beheimatet sein.

„Zur Bewahrung der Schöpfung“ hat die Bezirkssynode Kaiserslautern beschlossen, bis 2035 bis zu 90 Prozent der fossilen CO2-Emissionen einzusparen. Darüber hinaus sind Heizungsmodernisierungen und die Erweiterung von Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Dächern vorgesehen. Veränderungen hat es in der Vergangenheit bereits in der Kirchenverwaltung gegeben. So haben das protestantische Dekanat Kaiserslautern, das Verwaltungsamt sowie die Gesamtkirchengemeinde 2024 ihren Sitz vom Gebäude Stiftsstraße 2 in die Alte Eintracht neben der Unionskirche verlegt. Ein Teil des zur Disposition stehenden, leeren Gebäudes parallel zur Stiftskirche ist an das Christliche Jugenddorf (CJD) vermietet. Der Verbindungsbau zur Stiftskirche dient diesem als Gemeinderaum und muss saniert werden. Dieser Gebäudeteil steht zusammen mit der Stiftskirche unter Denkmalschutz.

Das Pfarramt „Kaiserslautern-Nordstern“ hat sein Büro in der Unionstraße 4, das Pfarramt „Kaiserslautern-Südschiene“ ist in der Friedenskirche untergebracht. Der Gemeindepädagogische Dienst sowie das Stadtjugendpfarramt sind im Gebäude Rittersberg 7 zuhause.

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