Kaiserslautern
Escape Room zum Klimawandel voller Erfolg
Der Ansturm ließ nicht lange auf sich warten: Bereits eine Woche nach Freischaltung der Anmeldungen waren sämtliche Slots im Escape Room ausgebucht. „Das hat alle Erwartungen übertroffen“, meint Sabine Martin, Sprecherin des 42. Und sie hatte, nach Erfahrungen desselben Projekts in Worms und Frankenthal, mit nicht geringer Nachfrage gerechnet.
Vom 12. März bis zum 18. April war der ungewöhnliche Escape Room im 42 eingerichtet. Statt kommerziellen Interesses und puren Spaßes stand hier Aufklärung im Vordergrund, äußerst unterhaltsam verpackt und dazu kostenlos: Können wir den Klimawandel noch aufhalten, lautete die Frage für die Teilnehmer. In drei- bis sechsköpfigen Gruppen mussten sie innerhalb einer Stunde die Lösungen finden, die eine Klimaforscherin kurz vor ihrem Tod durch eine Schlammlawine herausgefunden hatte.
Rund 220 Teilnehmer, meist jüngere
In 46 Slots haben rund 220 Personen den Escape Room in den fünf Wochen durchlaufen, informiert Martin. „Die meisten waren junge Erwachsene, wir hatten auch ein paar Familien und zum Ende auch einige Seniorengruppen“, bilanziert sie. Wer bereits Erfahrungen mit Escape Rooms hatte und übliche Kniffe kannte, war klar im Vorteil: Die jüngeren waren laut Martin meist schneller als die älteren, „eine Gruppe kam mit dem Tablet nicht klar.“ Aber nur geschätzt „fünf bis zehn Prozent der Teilnehmer“ schafften es nicht in der vorgegebenen Stunde. „Wenn anschließend noch Zeit war, ließen wir die Teilnehmer weiter rätseln, gaben Tipps; denn wir wollten ja, dass die Leute mit einem Erfolgserlebnis rausgehen.“
Nachdem einige Gruppen ohne abzusagen nicht erschienen waren, wiesen die Veranstalter darauf hin, dass in diesem Fall eine Gebühr von 50 Euro fällig wird, denn das Personal war ja geblockt. „So stand es in den AGBs zum Projekt“, erläutert Martin. Der Hinweis war eher „als Abschreckung gedacht“, schränkt sie ein; nachdem die nicht Erschienenen triftige Gründe angegeben hatten, wurde letztlich niemand zur Zahlung verdonnert. Die Ansage hatte laut Martin jedoch Erfolg: Es gab anschließend lediglich ein paar Stornierungen, die Slots konnten teils neu vergeben werden.
Tolles Feedback, aber derzeit keine Wiederholung geplant
An dem Escape Room wirkten neben der 42 Kaiserslautern GmbH auch das Klimaschutz- und Klimaanpassungsmanagements der Stadt und des Landkreises Kaiserslautern mit, die zu den Terminen Personal im 42 abstellten. Zudem waren das Bildungsbüro, die KL.digital GmbH sowie Europe Direct Kaiserslautern beteiligt.
Über das durchweg positive Feedback, bei dem auch der konkrete Bezug zu Kaiserslautern und dem Landkreis gelobt wurden, freute sich auch Marco Zettl von Europe Direct Kaiserslautern. „Als die Klimamanagerinnen von Stadt und Landkreis auf mich zukamen, fand ich die Initiative sofort überzeugend“, meint er – hätte aber „mit dieser großen Welle an Interesse und Zuspruch nicht gerechnet“.
Entwickelt wurde das Projekt von der Stadt Worms zusammen mit dem Klimabüro der Stadt Metz 2019. In Worms wurde der Escape schon mehrmals angeboten, auch in Frankenthal hat er bereits Station gemacht. Für Kaiserslautern ist laut Martin aber eine Wiederholung nicht geplant. Jedenfalls nicht im 42, „denn wir haben nicht mehr die Räume zur Verfügung“.