Kaiserslautern „Es war nicht zu stemmen“
Der Vorsitzende des SV Morlautern, Reiner Engbarth, rechnet mit einer anständigen Kulisse beim Spiel des Jahres gegen die Spvgg Greuther-Fürth am 13. August in Pirmasens. „Wir haben viele Rückmeldungen von Menschen, die bereit sind, nach Pirmasens zu fahren“, sagte Engbarth gestern gegenüber der RHEINPFALZ. Der Wunsch des Vereins, das DFB-Pokalspiel im Fritz-Walter-Stadion zu spielen, war aufgrund der hohen Kosten gescheitert.
RHEINPFALZ-Informationen nach lagen die Forderungen des 1. FC Kaiserslautern in Höhe von rund 60.000 Euro. Engbarth bestätigte die Größenordnung gestern. Hinzu sind nach den Worten des Vorsitzenden Nebenkosten gekommen. Allein 7000 Euro kostet demnach das vierköpfige Schiedsrichtergespann. Eine ähnliche Summe wird fällig für Anreise, Übernachtung et cetera der Gästemannschaft. „Es war nicht zu stemmen“, fasste Engbarth gestern den Kostenaufwand zusammen, um im Fritz-Walter-Stadion das DFB-Pokalspiel austragen zu können. Die Gefahr habe bestanden, dass der Verein damit ins Minus läuft. Es hätte sich nicht gerechnet, nicht getragen. Der SV Morlautern bekommt in der ersten Runde rund 100.000 Euro. „Wenn wir in Pirmasens 5000 Zuschauer haben, dann ist Stimmung da. Wenn wir in Kaiserslautern 5000 Zuschauer hätten, dann sind gerade mal zehn Prozent des Stadions gefüllt“, machte Engbarth den Vergleich auf zwischen dem Sportpark Husterhöhe und dem Fritz-Walter-Stadion. Engbarth sprach auch davon, das Gefühl bei den Verhandlungen mit dem 1. FC Kaiserslautern gehabt zu haben, nicht unbedingt als Mannschaft auf dem Betzenberg gewollt zu sein. „Der Wille war nicht da gewesen“, beschrieb Engbart die Stimmung aus seiner Sicht. In Pirmasens sei das Gegenteil der Fall gewesen. Der SV Morlautern sei mit offenen Armen empfangen worden. Die Entscheidung, das DFB-Pokalspiel in Pirmasens austragen zu können, sei dem Verein leicht gefallen, sagte Engbarth. Der Verein sei überzeugt, mit der Wahl des Standorts gut zu fahren. Finanziell sei der Unterschied zu den Kosten für das Fritz-Walter-Stadion erheblich gewesen. Engbarth hoffte gestern auch, dass der Spielort Pirmasens dem Verein auch Glück bringt. Er erinnerte daran, dass der SV Morlautern hier mit dem 2:1 gegen Wormatia Worms den Verbandspokal gewonnen und damit den Einzug in die erste DFB-Pokalhauptrunde geschafft hat. Der 1. FC Kaiserslautern sieht die Auflagen für die Benutzung des Fritz-Walter-Stadions als Ursache für die Kosten, die er in seiner Kalkulation dem Verein gegenüber präsentiert hat. Pressesprecher Stefan Roßkopf erklärte gegenüber der RHEINPFALZ: „Nach den Richtlinien der Versammlungsstättenverordnung ist der FCK als Stadionbetreiber verpflichtet, bestimmte Auflagen zu erfüllen.“ Roßkopf erläuterte, die Auflagen seien unabhängig vom Veranstalter und auch größtenteils unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Besucher. Aufgrund der Infrastruktur und Größe des Fritz-Walter-Stadions seien diese Auflagen natürlich auch recht groß. Die Umsetzung der Auflagen müsse teilweise durch internes oder externes Personal sichergestellt werden. Es gehe dabei beispielsweise um Kosten für Sicherheits- und Ordnungsdienst, für Sanitätsdienst und Brandsicherheit. Hinzu kämen Reinigungs- und Energiekosten sowie Kosten für Veranstaltungsleitung und Sicherheitsmanagement. Zahlreiche technische Voraussetzungen für ein DFB-Pokalspiel müssten zudem erfüllt werden, die der FCK zum Teil extern beauftragen müsse, mit einem nicht unerheblichen Kostenvolumen. Roßkopf betonte, dass sich der FCK nicht habe am SV Morlautern bereichern wollen. STADTGESPRÄCH