KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Kinderführung an der Kaiserpfalz

Klara, Toni, Lionel und Frieda hören gespannt Petra Rödler zu, was sie über die Kaiserpfalz und das Mittelalter zu zeigen und er
Klara, Toni, Lionel und Frieda hören gespannt Petra Rödler zu, was sie über die Kaiserpfalz und das Mittelalter zu zeigen und erzählen hat.

Der Förderkreis Kaiserpfalz brachte am Mittwoch Kindern das Leben im Mittelalter nahe. Petra Rödler, die Vorsitzende, lud zur ersten Kinderführung an der Kaiserpfalz ein. Und offerierte den Kindern auch den Speiseplan von damals.

Stell Dir vor, Du lebtest im Mittelalter. Wann denkst Du, wärst Du morgens aufgestanden? Um halb vier? Ein erschrockenes „Neieiein“ von Lionel zeigt, was der Neunjährige davon hält. Und abends erst um 10 Uhr ins Bett? Es waren leicht nachvollziehbare Themen wie diese, mit denen Petra Rödler, Vorsitzende des Förderkreises Kaiserpfalz in ihrer ersten Stadtführung für Kinder diese am Nachmittag in das „Abenteuer Kaiserpfalz“ mitnahm.

Null Ahnung vom Mittelalter, bekannten Toni und Lionel (neun Jahre alt), Frieda (fast neun) und Klara (zehn) schulterzuckend beim Start an der Tourist-Information. Eine gute Stunde später wussten sie mehr. Auf dem zugepflasterten einstigen Gräberfeld vor dem Casimirsaal stimmte Rödler die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter zunächst auf „früher“ ein.

Mit einer mittelalterlichen Stadtansicht als „Google-Pferd“ zeigte sie, wie einst der Kaiser mit seinem Gefolge den Weg von Saarbrücken nach Kaiserslautern geritten war. Zu seiner Pfalz, die er, als sie nach vier vergeblichen Versuchen endlich fest am Rand der Lauter stand, niemals fertig gesehen hatte.

Die goldene Statue interessiert

Der Kaiser war tot, ertrunken. Aber da gibt es eine goldene Statue, die ihn darstellen soll. Rödler zeigte ein Bild davon. „Wird die bewacht?“ und „Was issn da drin?“, wollten die Kinder über die Statue wissen. Jetzt ging’s um Skelette, von denen Teile in der Skulptur entdeckt wurden, und um Legenden: Der Kaiser im Kaiserberg und was es damit auf sich hat, wenn in der Stadt irgendwann mal kein einziger Rabe mehr zu entdecken sein wird.

Und wie ging’s den Kindern? Rödler zeigte erst einmal einen Speiseplan - mit einer kargen Auswahl für Familie Bauer, einer ungleich üppigeren für Familie Fürst. Aber volljährig mit zwölf Jahren: Das war doch was! „Durfte man da auch rauchen“, kam prompt die Frage aus dem Kreis der Kinder. Damit wurde es richtig spannend, aber leider: „Gab’s damals nicht“, bekamen sie als Antwort zu hören.

Aber heiraten habe man schon gedurft und vor allem schaffen. Knappe oder Lehrling, der seine Ausbildung auch noch selbst bezahlen durfte? Kam ganz auf die Familie an, beschied ihnen die kundige Führerin durch das Mittelalter.

Wie das seinerzeit war mit dem Arbeiten, durften die Kinder zum Abschluss ihres Abenteuers in der Kaiserpfalz selbst nachvollziehen. Am Rand des einst stolzen Gebäudes, das einmal so hoch war wie heute die Shopping-Mall, warteten Sandsteinklötze, dazu Hammer und Meisel auf die Jungen und Mädels.

Von Prinzen und Prinzessinnen war nicht die Rede, als sie sich nach einer kurzen Phase der Orientierung ans Werk machten. Bald flogen die Steinsplitter und mit jedem Hammerschlag wuchs die Kreativität - vor allem bei den Mädchen.

Zur Belohnung gab’s anschließend für jede und jeden eine Krone und ein Säckchen aus der Schatzkiste. „Hat’s euch ein bisschen gefallen?“, wollte Rödler am Ende ihrer Führung von den Kindern wissen. Die Antwort kam ohne Zögern: „Nicht ein bisschen, ganz!“

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