Kaiserslautern Einladung zum Fühlen und Riechen
Was ist das Besondere an einem Garten für Menschen mit Demenz? Aus Anlass der Demenzwochen in Kaiserslautern lud die Tagespflegestätte des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) im Pfeifertälchen am Donnerstag gegen Spätnachmittag Interessenten ein, sich unter Anleitung von Gartentherapeutin Ulrike Kreuer selbst ein Bild zu machen.
Im Umfeld der Tagespflegestätte etwas mit der Natur zu gestalten und damit auch die Jahreszeiten erlebbar zu machen, sei von Anfang an Teil des Konzepts gewesen, erläuterte die Gartentherapeutin. Sie hat das parkähnliche Gelände mit seinem hohen und teilweise geschützten Baumbestand gestaltet und in der Zeit manche Nacht in dem Haus verbracht. So habe sie ein Gefühl entwickeln können für das Draußen und Drinnen, schilderte sie. Vor einer Kulisse aus hochgewachsenen Sonnenblumen, einem naturnah gestalteten Gartenzaun und einem Backhäuschen, das gestern eingeweiht wurde, lud die bundesweit tätige Gartentherapeutin aus Köln zusammen mit ASB-Mitarbeiterin Ursula Heinzen zum Rundgang ein. Von Station zu Station machte sie dabei aufmerksam auf die sehr bewusst gestaltete Wegeführung, die Stationen zum Verweilen und die ein oder andere Gelegenheit hier einen Apfel, dort eine Handvoll Brombeeren zu pflücken. Oder auch „nur“ um mit dem Griff nach dem in handlicher Nähe aufgehängten Laubrechen eine eigentlich vertraute Tätigkeit auf ganz einfache Weise wieder in Erinnerung zu bringen. Während des Rundgangs über eine mit Bedacht angelegte Wegeführung mit vielen Gelegenheiten zum Ausruhen und wieder sichtbar gestalteten Zielen, die zum Weitergehen lockten, verdeutlichte Ulrike Kreuer immer wieder ihr Konzept. Hier ein Strauch Minze – wer ein Blättchen zwischen den Fingern verreibt, riecht vertrautes. Dort über fein geschotterte Wege – auf Pflaster ist bewusst verzichtet – verschiedene Johannisbeersträucher. Wer an den Stängeln reibt, dem ist der Geruch an den Fingern ganz vertraut. Und erst die schmalen Apfelsträucher! Ein Apfel muss dort sichtbar hängen bleiben. Sonst passt das nicht, berichten die Betreuerinnen der Pflegestätte. Was ist das Besondere an einem Garten für Menschen mit Demenz? Die Gartentherapeutin nennt die Stichworte: eine Einladung zum Fühlen, Riechen und Schmecken, mit Sichtachsen und Anziehungspunkte, neugierig machen.