Kaiserslautern Eine Zacke für den Stern

Seit zwanzig Jahren ist das Bilderbuch „Lauras Stern“ von Klaus Baumgart ein absoluter Liebling der Kinder. Das beweisen mehrere Millionen verkaufter Bücher in mehr als 30 Ländern. Am Dienstag präsentierte das Karma Limited Theater Köln die wundersame Geschichte von Laura vor rund 650 Zuschauern im Ramsteiner Haus des Bürgers als Musical.
Laura (Julia Kretschmer) und ihr Freund Teddy (Michael Baute), ein lebensgroßer Bär mit braunem Zottelpelz, tollen im Kinderzimmer herum. Sie singen und tanzen. Teddy stöhnt, prustet und brummt so laut, dass die Kinder kichern und gackern. Aber Laura ist es langweilig. Sie kann nicht schlafen. Dass der Bär Rock `n` Roll singt und dabei die Beine in die Luft schmeißt, vertreibt ihr die Tristheit nicht. Plötzlich ein Klirren und Klimpern. Ein Sternschnuppen-Schauer ist vom Himmel gefallen. Laura findet vor ihrer Haustür einen kleinen, verletzten Stern. Wie der funkelt! Laura kümmert sich rührend um den kleinen Himmelskörper, versorgt seinen abgebrochenen Zacken und schließt schnell Freundschaft mit ihm, so dass Teddy beleidigt schmollt und eine ungeschickte Rolle rückwärts dreht. Liebevoll nimmt Laura ihren neuen Freund sogar mit in ihr Bett und schläft selig ein. Aber am nächsten Morgen ist der Stern verschwunden. Er hat seine Leuchtkraft verloren. Lauras Mutter (Marilyne Bäjen) und die schrille, überkandidelte Tante Martha (Stefan Stechmann) überzeugen Laura, dass der Stern wieder an seinen Platz im Himmel zurück muss. Aber wie? Laura hat eine großartige Idee. Sie binden den Stern an einen Luftballon und damit fliegt er hoch in die Lüfte. Laura aber ist traurig. „Wir können den Stern doch besuchen“, schlägt Teddy vor. Und ruckzuck bauen sie eine Rakete: Eine Waschmaschine, ein blauer Topf obendrauf und noch ein kleinerer, roter sowie eine Piratenfahne dazu – fertig ist die Wundermaschine. Damit starten die Beiden ihre Abenteuerreise durch den Weltraum. Sie fliegen durch die Sockengalaxie, sehen die Hundesterne und lernen das Sternbild Hase kennen – immer auf der Suche nach ihrem Stern. Bei Frau Luna finden sie ihn schließlich gut behütet wieder und der Stern will sich bei Laura für ihre fürsorgliche Pflege bedanken. Ende gut, alles gut. Fast! Denn der neugierige Teddy hat gehört, dass es im Himmel auch Bären gibt und bringt einiges durcheinander, wofür er von dem kriegerisch aussehenden Bärenhüter mit seiner Lanze bedroht wird. Frau Luna, als „die Frau im Mond“ die Königin der Nacht, besänftigt die Streithähne. Laura erkennt, dass sie ihren Stern loslassen muss, um ihn behalten zu können. Die Geschichte war liebevoll inszeniert, die Handlung hatte im ersten Teil jedoch ihre Längen. In der Musik von Andreas Muhlack fehlten die Höhepunkte. Julia Kretschmer zeigte besonders in „Lauras Schlaflied“ eine gute Stimme, ebenso wie Michael Baute als rockender Teddy. Bestechend klar war Marilyn Bäjens Sopran als Frau Luna.