Kaiserslautern Ein Spiegelbild des Menschen

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Im Hollywood-Streifen „Planet der Affen“ war nicht alles Gold, was glänzt. Unterdrückung, Gleichschaltung oder Vorteilsnahme waren gang und gäbe. Was es ja auch bei den echten Affen, Schimpansen etwa, gibt. Die durchaus morden, betrügen und gewaltsam Territorien erobern. Da durfte man sich bei der Ausstellungseröffnung „Affentheater“ von Karin Haase im Lauterer AmWebEnd manche Überraschung erhoffen. Zumal das menschliche Affentheater oberer und unterer Chargen ja jedem bekannt ist.

Die aus dem Saarland stammende und seit Jahren in der Westpfalz lebende Malerin Karin Haase hat es dabei belassen, stimmungsvolle Portraits verschiedener Affen zu bieten. Die Schimpansenmutter, die ihren Nachwuchs in den Armen birgt, der leicht angesäuert dreinblickende „Silberrücken“, dem man besser nicht sagt, dass die Bananen alle sind, oder auch das fast menschlich wirkende, traurige Gesicht eines Affen hinter Gittern. Etliche dieser Portraits sind stimmig, pointiert und wirkungsvoll. So etwa besagter Gorillabub, welcher dermaßen böse guckt, dass es schon wieder drollig wirkt. Seine athletische, mächtige Figur im Ganzformat hängt gleich nebenan und würde so manchen aufgeblasenen Muskelfreund in einschlägigen Studios leicht das Fürchten lehren. Andere Bilder sind klar im naiven Stil angelegt und erreichen beispielsweise in ihrer orangeroten Buntheit fast schon plakativen Charakter. Vielleicht wird hier stellenweise das Klischee vom „guten Tier“ ein wenig zu stark bemüht. Vielleicht wird auch bei den manchmal allzu traurig dreinschauenden Affen das Bild von der geschundenen Kreatur leicht überstrapaziert. Auf jeden Fall hat Karin Haase mit ihrem abwechslungsreichen Reigen an verschiedensten Affen-Konterfeis einen Spot auf Tiere geworfen, die uns Menschen entwicklungsmäßig sehr nahe stehen. Was zumindest dabei helfen kann, die Rolle des angeblich „vernünftigen“ Menschen mal wieder gründlich zu überdenken. Sabine Massing untermalte die Eröffnung professionell mit gefühlsbetonten Songs amerikanischer Machart und lieferte das entsprechende, tragende Pianospiel dazu. Im Anschluss gingen die Gäste brav nach Hause; es wurde jedenfalls keiner beobachtet, der sich von Laterne zu Laterne gehangelt oder auf die Brust getrommelt hätte. Info Die Ausstellung „Affentheater“ mit Bildern der Malerin Karin Haase ist in den kommenden Wochen donnerstags zwischen 19 und 21 Uhr im AmWebEnd zu sehen.

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