Kaiserslautern Ein Rind für alle Fälle

Das große Zotteltier da oben heißt Gretel. Gretel ist eine Yakdame und lebt zusammen mit ihrer Kollegin Josie im Kaiserslauterer Zoo. Jetzt im Sommer haben die beiden es nicht so leicht. Sie mögen nämlich eigentlich lieber kühle Temperaturen.
Warum das so ist, hast du sicher längst erraten. Da reicht ja schon ein kurzer Blick aufs Fell. Das ist so dicht und zottelig, weil Yaks eigentlich aus dem Gebirge kommen – und zwar nicht aus irgendeinem, sondern aus dem Himalaya. Das liegt in Asien und ist das höchste Gebirge der Welt. Viele Berge im Himalaya sind so hoch, dass auf ihnen das ganze Jahr über Schnee liegt. Im Winter wird es dort richtig kalt und damit haben Yaks überhaupt keine Probleme. Bei minus 40 Grad fühlen sie sich immer noch pudelwohl, sie können sogar tagelang ohne Futter und Wasser in Schneestürmen ausharren. Dabei hilft natürlich das zottelige Deckhaar mit Bauchmähne und allem Drum und Dran. Darunter liegt in der kalten Jahreszeit zusätzlich eine dicke Schicht Unterwolle. Diese doppelte Verpackung sorgt dafür, dass Yaks auch bei eisigen Temperaturen nicht erfrieren. Die bis zu zwei Meter hohen Tiere sind eben perfekt ans Gebirge angepasst: Sie haben zum Beispiel auch kleine, harte Hufe, mit denen sie sich sicher in den Bergen bewegen können und müssen nur wenig essen. Das ist gut, denn im Hochland gibt es keine saftigen Wiesen. Damit aber nicht genug: Yaks sind auch wichtige Nutztiere für die Menschen im Himalaya und anderen asiatischen Gebirgen. Wie ihre europäischen Verwandten, die Kühe, liefern sie Milch und Fleisch. Außerdem kann aus ihrer feinen Unterwolle Kleidung gemacht werden und das grobe Deckhaar eignet sich gut für Matten, Beutel oder Decken. Yaks sind also quasi wie Kühe und Schafe in einem. Noch dazu übernehmen sie die Aufgaben von Pferden. Sie werden von den Menschen in Zentralasien nämlich als Zug- und Lasttiere eingesetzt und manchmal auch geritten. Es gibt sogar Yak-Rennen, bei denen die Reiter ihre Tiere mit bunten Sätteln und Zaumzeugen schmücken. Bis zu 400 Kilogramm Last kann ein ausgewachsenes Yak schleppen. 60 bis 80 Kilogramm – also das Gewicht eines erwachsenen Menschen – sind also im Grunde ein Klacks. Übrigens werden Yaks auch „Grunzochsen“ genannt, weil sie nicht wie unsere Kühe muhen, sondern sich mit Grunzlauten verständigen. (yns)