Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Jahr im Dienst der Allgemeinheit: Wo in Lautern Bufdis im Einsatz sind

Ein Klassiker beim Bundesfreiwilligendienst oder dem Freiwilligen Sozialen Jahr: In Seniorenheimen oder Krankenhäusern anderen M
Ein Klassiker beim Bundesfreiwilligendienst oder dem Freiwilligen Sozialen Jahr: In Seniorenheimen oder Krankenhäusern anderen Menschen zur Seite stehen.

Engagement für das Gemeinwohl, das ist die Idee hinter dem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Bundesfreiwilligen (Bufdis) verbringen sechs bis 18 Monate bei einer Einsatzstelle – doch ist ein Dienst an der Gesellschaft für junge Menschen noch attraktiv?

Wie kann ein Bundesfreiwilligendienst in Kaiserslautern aussehen? Dazu haben wir bei drei Einsatzstellen in der Stadt nachgefragt. Zuerst fällt auf: Der BFD ist vielfältig – von Kultur, Soziales, Sport, Umwelt, Integration bis zu Zivil- und Katastrophenschutz ist alles dabei. Auch ein BFD im Handwerk soll bald möglich sein. Wer an Freiwilligendienste denkt, hat jedoch als Erstes den sozialen oder gesundheitlichen Bereich vor Augen.

Das ist auch nicht unbegründet: Das Westpfalz-Klinikum zählt zu den größten Einsatzstellen in der Region. Für den BFD werden zehn bis 15 Stellen pro Jahr angeboten, fürs Freiwillige Soziale Jahr sogar 40 Stellen. Und die Nachfrage ist offenbar da: In einem Bewerbungszeitraum gehen etwa 40 bis 50 Bewerbungen von Freiwilligen ein. Hauptsächlich wird der Dienst am Westpfalz-Klinikum wohl zur Überbrückung genutzt, denn etwa ein Drittel der Freiwilligen bricht den Dienst vorzeitig ab, um eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen, lauten die Erfahrungen aus dem Krankenhaus.

Breites Angebot an Stellen

Doch auch für naturwissenschaftlich Interessierte gibt es attraktive Angebote: So besteht auch im Bereich Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität Kaiserslautern (TU) für Freiwillige die Möglichkeit, hier einen BFD zu absolvieren. Zu den Aufgaben der Bufdis gehört dort vor allem die Analyse von Proben im Labor. Auch die Durchführung von Versuchen, Datenauswertung, das Verfassen von Berichten, Recherche und Veranstaltungsplanung fallen in den Aufgabenbereich der Freiwilligen. Bei Interesse können sogar eigene Forschungsprojekte durchgeführt werden. Neben der Arbeit ist es möglich, Vorlesungen an der TU zu besuchen und sich so einen Eindruck vom Studiengang und vom Studentenleben zu verschaffen.

Mit der Leidenschaft für ein Hobby und gewissen Vorkenntnissen eröffnen sich gegebenenfalls weitere Türen. Beispielsweise hat auch der Sportverein Zen-Bogyo-Do in Otterbach jährlich eine Stelle mit Freiwilligen zu besetzen. Meist handele es sich bei den Bufdis oder FSJlern um junge Vereinsmitglieder, so Harald Westrich, erster Vorsitzender und Trainer. Neben Organisations- und Verwaltungsaufgaben falle je nach Fähigkeiten der Freiwilligen auch die Übernahme von Trainingseinheiten in deren Aufgabenbereich.

Hilfe bei der Auswahl

So breit die Palette an Einsatzmöglichkeiten, so schwer fällt auch die Auswahl einer Dienststelle. Reinhard Krämer, Studienberater bei der Arbeitsagentur Kaiserslautern, empfiehlt die Portale bundesfreiwilligendienst.de und bundes-freiwilligendienst.de – die Auflistung ist jedoch nicht vollständig, da sich nicht alle Einsatzstellen im Bundesgebiet registriert haben. Krämer rät, bei der Suche direkt über die Träger der Dienste zu gehen: Bei Interesse an einem Dienst im Bereich Sport empfehle sich so beispielsweise ein Blick auf die Website des Sportbunds Pfalz.

Im Gegensatz zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FSÖ) kann der Bundesfreiwilligendienst unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität angetreten werden. Das FSJ ist auf Landesebene angesiedelt, während Bufdis einen Vertrag mit dem Bund schließen. Bufdis erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von maximal 405 Euro, abhängig von der Einsatzstelle kommen noch eine kostenlose Unterkunft und Verpflegung hinzu.

Im vergangenen Monat waren in Rheinland-Pfalz laut Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben rund 1000 Bufdis im Einsatz. Im gesamten Bundesgebiet beläuft sich die Zahl auf etwa 36.600. Auch wenn der Dienst keine Altersgrenze kennt, sei der Großteil der Freiwilligen unter 27 Jahre.

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