Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ein herbstlicher letzter Lauterer Sommerabend

Spielte zwischen Mall und Fackelbrunnen: Sven Ruppert.
Spielte zwischen Mall und Fackelbrunnen: Sven Ruppert.

Ein Mann und seine Gitarre – mehr brauchte es gar nicht, um die „Lautrer Sommerabende“-Konzertreihe sauber abzuschließen.

Erst recht nicht, wenn ein Musiker wie Sven Ruppert dazu berufen wird. Der Kaiserslauterer Sänger, Komponist, Arrangeur und Produzent war am Dienstagabend ein Garant dafür, hier einen würdigen Schlusspunkt zu setzen – und zwar ganz allein, an einem besonderen Platz und mit einem nicht alltäglichen Repertoire.

Erstmals fand ein „Lautrer Sommerabend“ an einem neu eingerichteten Platz statt, nämlich auf einem abgesteckten Areal zwischen Fackelbrunnen und Mall – nicht ganz so zentral wie die bisherigen Konzert-Orte für die kleine Bühne (und zurzeit des Auftritts schon etwas herbstlich-schattig), aber insgesamt ein nettes Fleckchen für Künstler und Publikum. Da war wieder genug Platz für die Liegestühle der Musikfans, und auch viele zufällige Passanten und Wartende an den in der Nähe liegenden Bushaltestellen fanden auf den Stufen und Bänken ringsum einen (wenn auch nicht immer akustisch optimalen) Platz zum Zuhören.

Hörenswertes „Ruppertoire“

Und was sie zu hören bekamen, konnte sich denn auch buchstäblich hören lassen. In Rupperts sehr persönlich gehaltenem „Ruppertoire“ – so eine Beschreibung seines Programms – begegnete man dem „Englishman in New York“, verbrachte man „All Night Long“ innerhalb von ein paar Song-Minuten, hörte man die inständige musikalische Bitte „Stand by me“.

Das ist zwar übliche Titel-Ware bei Konzerten dieser Art, aber allein aufgrund der besonderen Instrumentierung und Darbietung, die allenfalls durch sparsame Loop-Rhythmen unterstützt wurde, ergab sich hier eine ganz einzigartige, im besten Sinne eigentümliche Art der Interpretation. Mit am deutlichsten hörte man es bei jenem Klassiker „Stand by me“. Der kam bei Sven Ruppert ganz anders rüber als gewohnt: ohne das markante Intro, klanglich reduziert (und gerade deshalb sich pointiert in die Ohren bohrend), dadurch ganz neue Perspektiven aufzeigend. Da musste man schon genau hinhören, um das unter der Ruppert’schen Adaption liegende Vorbild zu entdecken – was aber auch recht reizvoll war.

Die Ruhe selbst

Dieser Spiel-Duktus sorgte dann auch dafür, dass man auch in den weniger gängigen Liedern dieses Abends (deutsch- und französischsprachige Titel etwa und die sich nahtlos ins Programm integrierende Eigenkomposition „Young Night Neonlight“) oft einfach wie gebannt hin- und zuhören musste.

Dass Sven Ruppert ein musikalischer Profi ist, zeigte sich übrigens auch dadurch, dass er mühelos auf spontane Zuhörerwünsche eingehen konnte und ihn auch eine gerissene Saite nicht aus der Ruhe brachte: Innerhalb von 30 Sekunden wurde ein Ersatzinstrument ausgepackt, umgehängt und exakt an der Stelle der Unterbrechung weitergespielt. So macht man das.

Info

Sven Ruppert spielt in der nächsten Woche gleich noch einmal solo in seiner Heimatstadt, und zwar am Donnerstag, 18. September, von 19 bis 23 Uhr in „Edgar’s Café Bar“ in der Rummelstraße.

Erst melancholisch, dann beschwingt: Sven Ruppert ging auch auf Publikumswünsche ein.
Erst melancholisch, dann beschwingt: Sven Ruppert ging auch auf Publikumswünsche ein.
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