Fußball
Ein Gibs trifft für den FCK II am liebsten zu zweit
Es war der siebte Sieg in Folge für die U21, den Talentschuppen der Hoffnungsträger des 1. FC Kaiserslautern. Der FCK, die klar bessere Mannschaft, liegt zur Pause beim FC Arminia Ludwigshafen 0:1 zurück, weil Steffen Straub den siebten Eckball direkt verwandelt.
„Ein Torwartfehler“, schreibt FCK-Coach Alexander Bugera Fabian Heck ins Zeugnis. Der Vertreter von U19-Nationaltorwart Enis Kamga hatte schon in der 7. Minute nach einer Straub-Ecke gepatzt, da aber löschte der hellwache Melvin-Joe Wiesnet den Gefahrenherd, schlug den Ball von der Torlinie. Die Überzeugung, das Selbstvertrauen nach sechs Siegen in Serie, lässt bei den Lauterern keine Zweifel am Erfolg aufkommen.
Angetrieben von Jean Zimmer, dem Kapitän mit Ausstrahlung, entwickelten die Männer in Rot nach der Pause mit großer Entschlossenheit viel Druck. Einen Rückhalt wussten die Arminen, die gegen den Abstieg kämpfen, in Torhüter Kevin Urban. In der 60. Minute aber war auch er ohne Chance, als Owen Gibs einen Traumschuss aus 18 Metern mit Schnitt und Power mit links in die Maschen setzte, seinen starken Auftritt krönte.
Ein Zocker
„Ich kenn’ den Jungen, seit er sieben ist. Ich hab’ schon immer was in ihm gesehen. Er hat einen wunderbaren linken Fuß, er ist ein Zocker“, lobte FCK-Trainer Alexander Bugera den 18-Jährigen, dessen großer Bruder Neal eine Minute nach dem Ausgleichstreffer seine Schnelligkeit ausspielte, einen Alleingang perfekt mit dem 2:1 abschloss. So ganz nebenbei hatte Offensivverteidiger Neal Gibs Arminias Dribbelkünstler Steffen Straub im Duell der Sprinter an die Kette gelegt.
„Wie letzte Woche, schön, dass wir wieder beide getroffen haben“, schwärmte Strahlemann Owen Gibs, dem beim 7:0 gegen Gonsenheim sein erstes Oberliga-Tor gelungen war. „Neal macht das noch viel besser als ich, aber er hat ja auch fünf Jahre Vorsprung“, sagte Owen Gibs lachend nach der Gala der Brüder.
Den Steuermann sieht das Mittelfeld-Talent in Jean Zimmer. „Es hilft uns, dass Jean jetzt im Zentrum spielt. Er besitzt große Akzeptanz in der Mannschaft und ist nicht umsonst unser Kapitän“, schwärmte der 18-Jährige vom 13 Jahre älteren Anführer. Der „alte Bock“ (Zimmer über Zimmer) war mit seinem elften Assist in dieser Hinrunde Ausgangspunkt des 3:1 in der 70. Minute. Nach Zimmer-Freistoß traf Chinedu Chukwukelu. Der 19-Jährige hatte vier Minuten vorher Felix Geisler in der Sturmspitze abgelöst und betrieb mit dem 4:1 in der 72. Minute Eigenwerbung für einen Startelfeinsatz.
Lob für den Gegner
„Unsere Bank ist stärker als im Vorjahr“, hatte Trainer Bugera schon vor dem Anpfiff am Hohen Weg in Rheingönheim gesagt. Zweifel am Erfolg hatte der Rückstand weder beim Trainer, noch beim Kapitän ausgelöst. „Arminia hat gut verteidigt, sie haben mit Antonaci, Hartlieb oder Straub erfahrene Spieler in der Mannschaft. Sie werden mit dem Abstieg sicher nichts zu tun haben. Aber wir waren schon in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, wir haben schon öfter gezeigt, dass wir mit Rückständen umzugehen wissen“, sagte Bugera, der sich auf eine starke Innenverteidigung mit Ivan Smiljanic und Drini Miftari verlassen konnte, der seine Klasse auch in den Laufduellen mit dem pfeilschnellen Yassin Memokoh ausspielte.
„Im Endeffekt bekommen wir ein Eiertor, liegen nur deshalb zurück. Aber wir waren die klar bessere Mannschaft“, bilanzierte Jean Zimmer, happy, dass das Ziel erreicht war, wenigstens für eine Nacht die Tabellenführung in der Oberliga zu übernehmen. Die U21 ist nach den Samstagsspielen mit 28 Punkten Tabellendritter.
Klopp-Fußball
„Es macht Spaß in der Mannschaft, die Jungs sind alle willig, sie wollen lernen und hören zu, wenn man was sagt“, unterstrich Routinier Zimmer, dass er den Herbst seiner Karriere als Anführer zu genießen weiß. Mit dem schnellen Techniker Vladislav Fadeev und dem umtriebigen Erik Müller, einem weiteren spielintelligenten Zocker, treibt Zimmer das Spiel der Lauterer an. Flutlicht, dazu 742 Zuschauer, das machte doppelt Spaß, zumal sich daheim am Fröhnerhof meist nicht mal 200 Besucher verlieren. Der Fußball der U21, der Fußball Marke Bugera mit beherztem Pressing, mit entschlossenem Offensiv-Verteidigen, Klopp-Fußball als Philosophie, hat mehr Zuspruch verdient.