Kaiserslautern „Ein Abend der gemischten Gefühle“

Stand gestern Abend im SWR-Fernsehen Rede und Antwort: Alexander Ulrich.
Stand gestern Abend im SWR-Fernsehen Rede und Antwort: Alexander Ulrich.

Alexander Ulrich kann für vier weitere Jahre als Abgeordneter in Berlin planen. Der 46-Jährige aus Reichenbach-Steegen erreichte in seinem Wahlkreis Kaiserslautern zwar nur die viertmeisten Stimmen, löste sein Ticket für Berlin aber über die Landesliste der Linken in Rheinland-Pfalz, auf der er die Spitzenposition einnahm. In Rheinland-Pfalz insgesamt legten die Linken zu.

„Es ist ein Abend der gemischten Gefühle“, sagte Ulrich gestern Abend der RHEINPFALZ. Da befand er sich auf dem Rückweg von Mainz, wo er zuvor im SWR-Fernsehen Rede und Antwort gestanden hatte. Positiv wertet Ulrich das bessere Abschneiden seiner Partei in Rheinland-Pfalz im Vergleich zur Bundestagswahl 2013. Rund zwei Prozentpunkte konnten die Linken im Land hinzugewinnen. In der Stadt Kaiserslautern legten die Linken auch beim Zweitstimmenanteil zu, gewannen einen guten Prozentpunkt hinzu. „Wir haben schön zugelegt, ich bin sehr zufrieden“, sagte Ulrich, der durch den Zugewinn seine Arbeit der vergangenen Jahre von den Wählern honoriert sieht. Dass er als Bundestagsabgeordneter bei den Erststimmen im Wahlkreis nur Rang vier hinter den Platzhirschen der SPD und CDU, Gustav Herzog und Xaver Jung, und dem AfD-Kandidaten Stefan Scheil belegte, fällt für ihn kaum ins Gewicht. „Die Zweitstimmen waren für mich entscheidend. Wir haben den Wahlkampf auch so geführt.“ Die Große Koalition ist für Ulrich „krachend abgewählt“ worden, unter anderem deshalb, weil unter der schwarz-roten Regierung „die soziale Kluft immer größer“ geworden sei. Womit für ihn auch teilweise erklärt ist, warum die AfD („Das ist das weinende Auge“) einen so starken Zulauf verzeichnen konnte. Das von Angela Merkel im Wahlkampf verbreitete „Weiter so“ sei bei den Wählern durchgefallen. Für Ulrich geht es nun gleich ins Tagesgeschäft. Am Dienstag tagt die Linken-Fraktion in Berlin. Ulrich freut sich auf die neuen Kollegen seiner Fraktion im Parlament. „Ich bin ja schon zwölf Jahre dabei. Meine Aufgabe wird es sein, den Neuen den Einstieg zu erleichtern.“

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