Kaiserslautern EBM-Doppelpack: Tolle Bands vor Mini-Publikum

Starkes Doppelkonzert vor einem nahezu leeren Raum: Was das Publikum am Samstag im New Flash Theatre angeht, war es ein Trauerspiel für die beiden EBM-Bands CrackDown und Euforic Existence. Auf ihre musikalische Leistung hatte das keinen Einfluss. Treibende Elektronik und gute Laune standen auf dem Abendprogramm.
Ein EBM-Doppelkonzert – das bedeutet zweimal geladene Elektronik, die durch die Verstärker jagt, zweimal räudige Bässe, die mit Gewalt ins Gehör hämmern und zweimal beste Stimmung im Laserlicht-durchfluteten Dunkel. Naja, zumindest hätte es das bedeuten sollen. Denn das New Flash Theatre erlebte am Samstag seine zweite Besucher-Flaute in Folge. Nur eine Handvoll Besucher – oder eher zwei Hände voll – haben es trotz traumhafter Temperaturen in den düsteren Kultclub geschafft. Zugegeben: Die Electronic Body Music, kurz EBM, ist eine sehr spezielle Musikrichtung, die sich Anfang der 1990er in den Untergrund der Musikszene verkrochen hat und seitdem – von einigen kurzen Aufschwüngen mal abgesehen – dort geblieben ist. Dennoch hat das Genre besonders in Europa nach wie vor eine stattliche und treue Anhängerschaft. Auch die Szene in Kaiserslautern ist nicht zu verachten. Die nahezu leere Tanzfläche im Flash war für die Veranstalter daher umso unerklärlicher. Das skandinavische Duo CrackDown und das belgische Gespann von Euforic Existence hielten, was sie versprachen. Koen Vanderstappen (Musik, Komposition und Gesang) und Bart Peeters (Live-Unterstützung), alias Euforic Existence, machten den Anfang und lieferten digitale Rhythmik erster Güte. Um die Jahrtausendwende gegründet, flimmern der verzerrte Gesang von Vanderstappen und die Steckdosen-Beats von Peeters zu einer röhrigen und sehr hörenswerten Mixtur zusammen. Die beiden Dänen Kim Holm und Lasse Mønsted von CrackDown – 2015 in Aarhus gegründet – haben die musikalischen Schandtaten ihrer Kollegen noch übertroffen. Musikalisch orientieren sie sich an EBM der alten Schule. Zu ihren Einflüssen zählen Cabaret Voltaire, Kraftwerk und The Cure, was man in Songs wie „Russia“ mit seinen gesprochenen Einspielern und gebrochenen Computer-Sequenzen besonders gut heraushörte. Erinnerte an eine deutlich härtere Version von Depeche Mode, war eingängig, melodisch, hart und gut. Schade, dass diese Leistungen nur von so wenigen Gästen wahrgenommen wurden. Die Veranstalter hoffen auf bessere Zeiten.