Kaiserslautern
Duo Neonlicht auf dem Stiftsplatz
Die auffälligste: Die beiden Nachwuchssänger Nadine Ellrich und Julian Fiege bieten eigentlich gar keine Schlagermusik. Jedenfalls nicht nur und nicht bei diesem Konzert. Vielmehr präsentierten die beiden gut gemachte Kost quer durch die Geschichte der internationalen Pop-Musik. Das war gut so, denn es passte ausgezeichnet zu den Erwartungen und der Stimmung eines locker-leichten Sommerabends in der City.
So kamen die zahlreichen Zuschauer auf ihren Liegestühlen und stehenderweise in den dichten Reihen rund um vor der Bühne in den Genuss etwa von „Free Fallin’“, „Hulapalu“ und „Pocahontas“, von Matthias Reims „Verdammt, ich lieb’ dich“ und Miley Cyrus’ „Flowers“. Sogar eine kleine Country-Ecke gab es im Programm, mit einem von vielen laut mitgesungenen „Take me home, Country Roads“ und einer vokal nah am Original gehaltenen Version von „Your Man“, in der Florian Fiege mit ähnlich markanter Stimme wie im Vorbild beeindruckte.
Tanz auf den Landstraßen
Ein ziemlich breit ausgelegtes Repertoire also, mit dem man zahlreiche Geschmäcker ansprach und offenbar auch zufrieden stellte. Allenthalben gab es fröhliche Gesichter, hier und da wurden sogar auch ein paar flotte Tanzschritte an der kleinen Bühne gewagt. Mit am eindrücklichsten erschien in dieser langen Reihe eine Version des relativ aktuellen „Komet“ von Udo Lindenberg und Apache 207, bei der Nadine Ellrich den weiblichen Stimmpart übernahm und damit dem Song einen ganz neuen und reizvollen vokalen Anstrich gab.
Freilich gab es dann doch noch einige (ein wenig in Richtung Deutsch-Pop gehende) Schlagertitel aus dem eigentlichen Genre-Pool des Duos. Sogar einen noch gar nicht offiziell erschienenen Titel bekam das Lauterer Publikum zu hören.
Gleich mehrere Überraschungen
Die übrigen Überraschungen hingen alle zusammen: Es gab nicht, wie eigentlich erwartet, eine komplette Band, sondern „nur“ Ellrich und Fiege auf der Bühne - die begleitenden Musik kam aus der Konserve. Auch das passte. Denn mehr braucht es für die allgemein gute Stimmung gar nicht, denn - Überraschung - die beiden haben jeweils für sich und erst recht im Doppel ungewöhnlich ausdrucksstarke, tragende Stimmen. Da war eine Begleitung dieser Art über weite Strecken oft lediglich eine angenehme Stütze.
Schließlich: Der Name Neonlicht passt nur zum Teil zu dem fähigen Zweiergespann. Denn grell und extrem auffallend wie Neonfarben sind Nadine Ellrich und Julian Fiege, die sich vor zwei Jahren im ZDF-„Fernsehgarten“ kennenlernten und seither auf der Erfolgsleiter beständig nach oben eilen, ja so gar nicht. Eher bunt im Programm und angenehm erhellend in der Wirkung. So wie eben das ganze Konzert an diesem Abend.