Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Dreiecksbeziehung im Fokus: Schauspieler Rainer Furch und Pianist Younggeun Yoon bei der musikalisch-literarischen Soiree im Theodor-Zink-Museum Kaiserslautern

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Die erst in jüngster Zeit initiierten musikalisch-literarischen Soireen haben sich im Zink-Museum sehr gut eingeführt. Sie schließen eine Lücke im klassischen Sektor der Städtischen Konzertreihen und bieten bevorzugt regionalen Künstlern eine Plattform. Bis auf den letzten Stuhl besetzt war die jüngste Ausgabe am Freitag, als ein ohnehin vielfach verfilmtes und publikumswirksames Dreiecksverhältnis romantischer Tonkünstler wieder aufgegriffen wurde.

Allein im Schumann-Jahr 2010 wurden anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann zwei weitere Filme (Spiel- und Dokumentarfilm) produziert, begleitet von überaus vielen Biographien und gestützt auf teilweise erhaltene Briefwechsel und Tagebucheintragungen des Künstler-Ehepaars Schumann. Briefstellen wie „Du bist mir so unendlich lieb“ oder die zum Motto der Veranstaltung gewählte Textstelle „Eben habe ich mich am Klavier mit dir unterhalten“ zeigten neben konzertpianistischen und kompositorischen Fähigkeiten auch eine poetisch-romantischer Ader der beiden, in die mit dem späteren „Hausfreund“ Johannes Brahms ein jugendlicher Stürmer und Dränger einbrach, der – zumindest musikalisch-stilistisch – mit seiner Tonsprache gegen die Konvention agierte.

Von der tragisch – weil vom Vater Claras zunächst verhinderten – Liebesbeziehung über den späteren gescheiterten Selbstmordversuch Roberts und dessen psychiatrischer Erkrankung bis zum in der Forschung diskutierten Frage der Beziehung zwischen Clara und Brahms war es ein Stoff, wie gemacht für den Schauspieler Rainer Furch vom Pfalztheater. Furch scheint die Tragik dieser Dreiecksbeziehung, die damaligen Besonderheiten wie eine europaweite Pianisten-Solistenkarriere Claras und ihre Doppelrolle in Familie und Beziehungsverflechtungen selbst zu durchleben – so authentisch, lebendig und einfühlend ist seine eindringliche, schier erschütterte Deklamation und so scharf seine Diktion. Auszüge aus Briefwechseln, Tagebucheintragungen und auch Kostproben aus den sogenannten „Musikalischen Haus- und Lebensregeln“ ergaben durch seine Kunst der Charakterisierung und unterschiedlichen Stimmfärbung auch ein kultur- und sozialgeschichtlich anschauliches Bild der Zeit und der Stellung der Frau darin. Dabei kamen auch Anekdoten und Legenden zum Ausdruck, die den Kult-Status dieser Künstler andeuteten.

Ein Blick nach Zwickau

Das führte direkt zum interpretatorischen Problem, mit dem der südkoreanische Pianist Younggeun Yoon konfrontiert war. Nach seiner Ausbildung an der Universität Seoul studierte er hierzulande an der Kölner Hochschule mit Konzertexamensabschluss, war mehrfach internationaler Preisträger und ist ein filigraner Techniker mit lupenreiner Spielkultur. Passend zu dem publikumswirksamen literarischen Rahmen wählte er von Kleinodien wie Charakterstücken sowie salonhaften Miniaturen (Caprices, Valses romantiques) von Clara und Studien in Etüdenform nach Paganinis Capricen von Robert Schumann die zu den Textstellen passenden Klangbeispiele aus.

Wie hat nun dieses Oeuvre in der Schumann-Zeit geklungen? Die Kardinalfrage führt zum Blick ins Robert-Schumann-Haus nach Zwickau, wo der einstige Hammerflügel von Claras ersten Auftritten ausgestellt ist: Ein Instrument der Dynastie vom Wiener Instrumentenbauer Andreas Stein, dessen filigranes Klanggefühl mit zarter Durchsichtigkeit schon die Mozart-Familie begeisterte. Es ist offensichtlich, dass ein klanglich härterer, moderner Konzertflügel diese Zartheit nicht erreicht. Allerdings zeigten Bearbeitungen ausgewählter Werke (teilweise auch vom Interpreten selbst) durchaus eine hochsensible Anschlagkultur. Andere Werke verleiteten ihn zu überbordendem Pathos, was bei der Brahms-Sonate noch angebracht war – aber nicht bei den Schumann-Werken. Andererseits schaffte es der Pianist aber immer, den Klavierstücken eine klare, klassizistische Form zu geben, adäquate Tempi und Artikulation zu wählen und ihren Ausdrucksgehalt nachhaltig zu vermitteln.

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