Kaiserslautern
Digitale Kunst: Wie junge Leute die künftige Arbeitswelt sehen
Später einmal „kannst du alles sein!“ Das hat sich Anna-Üde Bruns vorgestellt, als sie etliche Berufe „einmal durch die Animation“ laufen ließ. Anna-Üde besucht die neunte Klasse des Lise-Meitner-Gymnasiums in Maxdorf (Rhein-Pfalz-Kreis) und hat sich viele Gedanken über ihren Beitrag zu einem besonderen und landesweiten Schulwettbewerb des Vereins Zukunftsregion Westpfalz (ZRW) gemacht. Am Mittwoch wurde sie dafür mit einem ersten Preis belohnt.
Beim „Digital Art Contest“ der Zukunftsregion waren die Klassenstufen fünf bis zwölf gefragt, Ideen zu ihrer Zukunft in der Arbeitswelt digital zu entwickeln. Unterteilt wurde nach Alter (fünfte bis achte sowie neunte bis zwölfte Klasse) und nach zwei Kategorien: digitales Zeichnen und Bildbearbeitung sowie Animation- und Stop-Motion-Film. „Heute zeigen die jungen Menschen ihre Perspektive auf die Arbeitswelt von morgen“, sagte ZRW-Geschäftsführer Hans-Günther Clev bei der Preisverleihung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern. Ein passender Ort, um die eigenen Talente in einem kreativen Umfeld zu entfalten, wie Museumsmitarbeiter Sören Fischer ergänzte.
Gleich fünf Preise
Aus der Pfalz kamen fünf der insgesamt zwölf Preisträger. Beim digitalen Zeichnen/Bildbearbeitung wurde Tianya Yi, Achtklässlerin am Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern, für ihren „Organ-Designer“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Die weiteren vier Plätze betrafen die Kategorie Animation- und Stop-Motion-Film, wozu beispielsweise Comics gehören. Dort dominierten Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule Speyer und des Wilhelm-Erb-Gymnasiums Winnweiler (Donnersbergkreis) die Altersstufe Klasse fünf bis acht.
Platz eins sicherten sich demnach Tuana Halitjaha, Anna Carina Winters, Lara-Sofie Kücük und Rojgül Yildiz, unterstützt durch Lilly Kreker, mit „Der Weg ins Grüne“. Ebenso zur Trickfilm-AG der Speyerer Realschule gehören Ylljeta Halitjaha, Annabell Lang, Isabell Schuck, Angelina Geibel und Mia Fernandez: Sie erhielten den dritten Preis für „Maries Weg zur Kunst“. Mit einer Animation seines Schulwegs sicherte sich Maximilian Monzel vom Erb-Gymnasium Platz zwei.
Die lachende Mona Lisa
Fesselnd für die jungen Preisträger aus dem ganzen Land: Ein Vortrag der Virtual Design-Experten Thomas Wagner und Martin Reichrath von der Hochschule Kaiserslautern. Sie gehörten auch der Jury an, die unter 100 Arbeiten auswählen musste. Die Lacher auf seiner Seite hatte Wagner mit einer singenden Mona Lisa, als er davon berichtete, wie rasant Künstliche Intelligenz (KI) die digitalen Ausdrucksformen verändere. Heute könne binnen Sekunden aus einer eigenen Zeichnung ein 3D-Modell erstellt und bewegt werden. Das sei zum einen eine Arbeitserleichterung, berge aber auch Gefahren. „Denk nach, bevor du vertraust“, lautete denn auch das Schlusswort in einem KI-generierten Videoclip.
Dass Medienkompetenz folglich unerlässlich sei, machte Bettina Brück (SPD), Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium, klar. Sie vertrat den Schirmherrn des Wettbewerbs, Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD). Brück bescheinigte den jungen Preisträgern Vorstellungskraft – laut Zukunftsforschung „die Superkraft der Menschen“. Kreativität sei dafür ein Schlüssel, im konkreten Fall die digitale Kunst.