Kaiserslautern „Die Unlogik im Tun“ macht’s Tätern leicht

Placeholder-Image

Ist Kaiserslautern nun ein heißes Pflaster? Tobt das Verbrechen in der Stadt? Oder lässt sich’s in der Barbarossastadt doch vielmehr sicher leben? Dass die tatsächliche Gefahr auf der einen und das subjektive Sicherheitsempfinden doch oft auseinanderklaffen, ist beim „Bürgerdialog“ einmal mehr deutlich geworden. Repräsentanten von Stadtverwaltung und Polizei haben sich im Vereinsheim „Alte Knacker“ einmal mehr dem Thema „Sicherheit in Kaiserslautern“ gewidmet.

Franz-Josef Brandt

kann mit Zahlen jonglieren, so viel er will: Der Chef der Polizeidirektion Kaiserslautern weiß indes genau, dass ihm eines nie so recht gelingen wird: So akribisch er auch immer wieder darzulegen versteht, dass es sich in der Barbarossastadt doch eher beruhigt schlafen lässt: Zweifel werden bleiben. Sie werden genähert von Vorfällen, die Angst machen. Wie dem Einbruch ins Haus einer 76-jährigen Frau, die sich zwei Räubern gegenüber sah. Und die kurz darauf gefesselt in ihrem Bett lag. Es kommt auch in der beschaulichen Westpfalz zu unschönen, für die Opfer quälenden Vorfällen. Eine Zuhörerin hatte bei der Diskussion am Freitagabend ein anderes Beispiel parat: Sie traue sich einfach nicht mehr so ganz sorgenfrei ins Theater. Abends in der Innenstadt, da sei es ihr einfach nicht mehr geheuer. Wer von den älteren Menschen könne da beruhigt ausgehen? Mit dem Taxi hin- und wieder heimfahren? Könne sich wahrlich nicht jeder leisten. Rezepte? Nicht alleine gehen, die Gemeinschaft suchen. „Das Verkehrteste aber wäre: sich zurückziehen, nicht mehr vor die Tür gehen“, konstatierte Brandt. Schlimm sei es, dass viele überwiegend ältere Menschen das Leben außerhalb der eigenen vier Wände scheuten. Die Beiträge bei der Diskussionsrunde blieben überschaubar. Zuvor allerdings hatten die drei Referenten reichlich viel an Fakten beigesteuert. Belege dafür, dass es sich in hiesigen Regionen, auch in der Stadt selbst vergleichsweise sicher leben lasse. Jedoch war es Brandts eigentliches Thema, objektive Sicherheit und das subjektive Empfinden der Menschen zu beleuchten. Dass genau dazwischen eine merkliche Lücke klafft, die trotz Aufklärungsversuchen zuzunehmen scheint, ist nichts Neues. Sich zu verstecken, das sei allerdings der falsche Weg. Zudem müsse auch jeder einen eigenen Beitrag leisten: Vor der eigenen Haustür kehren, um es Tunichtguten nicht allzu leicht zu machen. „Die Unlogik des Verhaltens“ war es, die Brandt in dem Zusammenhang anprangert. Der Direktions-Leiter berichtete von einer Einbruchsserie im südlichen Landkreis Kusel. Man habe dort die Streifen verstärkt, die Lage genauestens unter die Lupe genommen. Mehr als nur eine Randnotiz sei, was die Polizisten hätten beobachten müssen: „Auto nicht abgeschlossen, Haustür nicht richtig zu. Fenster gekippt. Und in der Hintertür steckt, weil’s schon immer so gemacht wird, der Schlüssel“, machte Brandt deutlich, wie sehr er und seine Mitstreiter bei ihren Präventionsbemühungen häufig glatt in den Wind sprechen. Für das bisschen Mehr an Sicherheit könne jeder mit nur wenig Mühe selber sorgen. Um Prävention kümmert sich seit Jahren – neben der Polizei, die da ebenfalls im Boot sitzt – auch der Arbeitskreis Sicheres Kaiserslautern (SiKa). Was der tut und was die Stadtverwaltung anstellt, um der Kriminalität in Kaiserslautern vorzubeugen, das stellte Bürgermeisterin Susanne Wimmer-Leonhardt vor. Die Arbeitskreis-Vorsitzende appellierte vor allem an den Gemeinschaftssinn, das Miteinander jener, die Kriminalität fürchteten. Gute Nachbarschaft zu pflegen, mache da schon einiges aus. Einblick in die Aufgaben des Ordnungsamts gab Elfriede Day, die bei der Stadtverwaltung im Referat Recht und Ordnung den kommunalen Vollzugsdienst leitet. Sie ermutigte unter anderem dazu, genauer hinzuschauen und sich bei Anliegen an die Behörde zu wenden. Petra Rödler hatte den Abend moderiert, zu dem fünf SPD-Ortsvereine der Stadt gemeinsam eingeladen hatten. Die beiden Ortsvereins-Vorsitzenden Jörg Harz und Karl Jäger hatten im Saal der „Alten Knacker“ neben den Referenten rund 50 Bürger zur Informations- und Diskussionsrunde willkommen heißen können. (cha)

x