Kaiserslautern Die Uhr immer im Blick

Gewusel in der Sporthalle der BBS I: Beim Azubi-Speed-Dating bleiben Schülern und Unternehmen nur 15 Minuten zum Kennenlernen.
Gewusel in der Sporthalle der BBS I: Beim Azubi-Speed-Dating bleiben Schülern und Unternehmen nur 15 Minuten zum Kennenlernen.

15 Minuten Zeit, um mit regionalen Unternehmen in Kontakt zu kommen, sich eventuell mit seinem künftigen Arbeitgeber zu unterhalten, die Chance, sich einen Ausbildungsplatz zu ergattern: Das Azubi-Speed-Dating der Berufsbildenden Schule I Technik im Rahmen einer Berufsorientierungsmesse machte es gestern möglich. „Der Auftakt im vergangenen Jahr hat uns für eine Neuauflage ermutigt“, freut sich Schulleiter Frank Simgen über die große Resonanz.

Hoch her geht es an diesem Vormittag in der Sporthalle der BBS I. 170 Schüler der Kurpfalz-Realschule plus, der IGS Goetheschule und aus Klassen der BBS I haben sich dort seit dem frühen Morgen eingefunden. Tragen auf Jeans zum Teil ausnahmsweise mal weiße Hemden und Blusen und wirken rundum adrett. Taschen, Jacken und Mäntel liegen seitlich der Halle. Jetzt heißt es, aufgepasst, wann bin ich wo an der Reihe. An 22 Tischen, abgetrennt durch Stellwände, warten Mitarbeiter aus dem Personalbereich von mehr als zwei Dutzend Betrieben auf Interessenten. Letztere haben sich im Unterricht zusammen mit Grit Wehrmann von der Industrie und Handelskammer und Mitarbeitern der Berufsberatung der Agentur für Arbeit auf das Azubi-Speed-Dating vorbereitet. Sie haben sich über Berufe informiert und Bewerbungsmappen zusammengestellt. Timmy (17) ist einer von ihnen. Um 9 Uhr hat er sein erstes Date bei der Deutschen Bahn. Der Schüler der Kurpfalz-Realschule plus hält seine Bewerbungsmappe in der Hand und weiß, was er will – nämlich Lokführer oder Gleisbauer werden. Der Umwelt zuliebe. Zugfahren habe ihn schon als Kind begeistert. Zwischenzeitlich pfeift Caroline Neuheuser-Wolf, stellvertretende Schulleiterin und mit der Organisation des Azubi-Speed-Datings vertraut, die zweite Runde ein. Celin (15) hat ein Date bei der Barbarossa-Bäckerei, hat am Tisch von Ausbildungsleiterin Szilvia Várnai Platz genommen, und sie erzählt von ihrem Berufswunsch, Bäckerin zu werden. Sie backt gerne und interessiert sich für eine Ausbildung. Behutsam entwickelt sich ein Gespräch zwischen Ausbildungsleiterin und der Schülerin der IGS Goetheschule. Vorstellungen der Bewerberin sind gefragt, Arbeiten in der Großbäckerei werden skizziert. Szilvia Várnai macht sich Notizen, bietet ein Praktikum an und erbittet zwecks Rückmeldung die E-Mail-Adresse von Celin. Das Mädchen ist erleichtert und freut sich auf zwei weitere Gespräche bei „dm“, einer Drogeriemarktkette, und bei Penny. Szilvia Várnai lobt das Azubi-Speed-Dating. Es werde jedes Jahr schwerer, Azubis für das Bäckerhandwerk zu gewinnen: „Zu viele wollen studieren.“ Victor Henriques, zuständig für die gewerbliche Ausbildung bei dem Unternehmen „rema fertigungstechnik“ in Rockenhausen, wartet vergeblich auf Moaz, einen Schüler der BBS I. Der Schüler interessiere sich für eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer. „Das kommt vor“, so der Ausbilder. In zehn bis 15 Jahren werde es keine Fachkräfte mehr in der Region geben. Grund für das Unternehmen, sich diese selbst heranzuziehen. Timmy strahlt. „Das Gespräch bei der Bahn war sehr gut.“ Erste Kontakte seien geknüpft, die Bahn wolle sich bei ihm zwecks Vorstellungsgespräch melden, gibt sich der junge Mann zufrieden. Auch Nora (15), blaue Haare, strahlt. Sie interessiert sich für eine Ausbildung als Lageristin oder als Verfahrensmechanikerin und hat bei „Alpla“, einem Unternehmen für Verpackungslösungen, vorgesprochen. „Es soll zu einer Terminvereinbarung kommen.“ 170 Bewerber, 28 Betriebe, 38 Ausbildungsberufe, vereint auf wenigen Quadratmetern: Das Azubi-Speed-Dating erweist sich als ein Dorado für Schüler und Ausbildungsbetriebe. Parallel dazu sind die Infostände der Berufsmesse gefragt. Dort warten jede Menge Informationen und Gesprächspartner auf Interessenten.

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