Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel „Die Schöne von Kaiserslautern“: Eine Rose als Zeichen der Partnerschaft mit St. Quentin

Die Rose „Ville de Kaiserslautern“ erhielt am 23. Juni 1986 anlässlich des 14. Rosenfests der Picardie in St. Quentin ihren Name
Die Rose »Ville de Kaiserslautern« erhielt am 23. Juni 1986 anlässlich des 14. Rosenfests der Picardie in St. Quentin ihren Namen.

St. Quentin ist in Frankreich wegen vieler Neuzüchtungen als „Stadt der Rosen“ bekannt. Die nordfranzösische Stadt hat ihrer Partnerstadt Kaiserslautern eine Rose gewidmet.

Die Rose wurde bei der Eröffnung des Fests der Rosen der Picardie am 23. Juni 1986 in St. Quentin auf den Namen „Ville de Kaiserslautern“ getauft. Die rote Rose sollte in „alle Anlagen beider Städte“ gepflanzt werden. Marianne Braconnier, Ehefrau des damaligen Oberbürgermeisters von St. Quentin, Jacques Braconnier, und der frühere Lauterer Oberbürgermeister Theo Vondano waren die Taufpaten. Braconnier schüttete über das Rosengebinde ein Fläschchen Schampus der unteren Preisklasse, wie Zeitzeugen am Label erkannten. Das Foto der Stadt St. Quentin hält die Schampus-Rosentaufe fest.

Marianne Braconnier (rechts) und der damalige Lauterer Oberbürgermeister Theo Vondano tauften am 23. Juni 1986 die neu gezüchtet
Marianne Braconnier (rechts) und der damalige Lauterer Oberbürgermeister Theo Vondano tauften am 23. Juni 1986 die neu gezüchtete »Ville de Kaiserslautern«.

Damit war die „Ville de Kaiserslautern“ Symbol der Verbundenheit beider Städte. Dem damaligen Gartenamt Kaiserslautern wurden zur Aufzucht „einige Augen“ überlassen. Der Direktor der damaligen Stadtgärtnerei, Otto Schilling, bestätigte 1987, dass die Aufzucht „erfolgreich“ verlaufe und die Rose in städtische Anlagen gepflanzt werde.

Im Zweibrücker Rosengarten entdeckt

1986 legte das Grünflächenamt unter der Leitung von Gartenbaudirektor Otto Schilling im Parc D' Isle in St. Quentin einen „Deutschen Garten“ an. Auch dort wurde die „Ville de Kaiserslautern“ angepflanzt. Schilling wurde beim Rosenfest für die deutsche Gartengestaltung mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die „Ville de Kaiserslautern“ erhielt in Erinnerung an eine ältere Rosengeschichte den deutschen Namen „Die Schöne von Kaiserslautern“. 1974 hatte Oberbürgermeister Hans Jung im Zweibrücker Rosengarten eine Rose mit dem Namen „Die Schöne von Kaiserslautern“ entdeckt. Diese Neuzüchtung wurde 1956 anlässlich des Bundeskongresses der Rosenfreunde der Öffentlichkeit vorgestellt, geriet aber im Laufe der Jahre in Vergessenheit.

Die „Ville de Kaiserslautern“ sollte nun „wieder“ die „Schöne von Kaiserslautern“ werden. Offensichtlich ist sie in Vergessenheit geraten oder untergegangen. Das Referat Grünflächen teilte auf Anfrage mit: „Leider können wir keine Informationen zur Verfügung stellen. Wir konnten von der Schönen von Kaiserslautern nichts finden.“

Die Serie

Kaiserslautern ist eine uralte Stadt – und gleichzeitig ist sie bunt, vielfältig und topmodern. Unser Autor Gerhard Westenburger widmet sich in unserer RHEINPFALZ-Sommerserie den Besonderheiten und Auffälligkeiten der Barbarossa-Stadt. Los geht’s. Es gibt viel zu entdecken. Im zuletzt veröffentlichten Serienteil befasste sich unser Autor mit der Wahl der Miss Lautertal.

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