Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Kytes mit heimischer Vorband im Cotton Club

Von der Isar an die Lauter: die Kytes im Cotton Club.
Von der Isar an die Lauter: die Kytes im Cotton Club.

Es muss nicht immer die klassische Besetzung sein. Auch kleine Rock- und Pop-Bands schaffen es, durch spieltechnische Qualität und gut beherrschtes elektronisches Equipment auf der Live-Bühne professionelle Ergebnisse zu liefern. Mit dem Duo Rooftop Apartment und den drei Musikern der Kytes gab es gleich zwei gute Beispiele dafür im Cotton Club der Kaiserslauterer Kammgarn.

Den Part als stimmungsmäßigen „Eisbrecher“ des Abends – sofern im deutlich aufgekratzten Publikum überhaupt nötig – übernahmen die beiden Kaiserslauterer David Halm und Yannik Engel vom Duo Rooftop Apartment. In coolem Outfit mit Sonnenbrillen und weißem Zylinderhut zelebrierte man zu zweit einen ebenso coolen (weil kongenial lückenlos zusammengefügten) Mix vor allem aus Soul, Funk und HipHop. Mal extra-schnell gerappt, mal mit unter die Haut gehendem, pointierten Beat schafften es Rooftop Apartment, mit ihren schnittigen Kompositionen („Waterpark“) in der begrenzten Support-Zeit ordentlich Stimmung im rappelvollen Saal zu machen.

Da hatten es die Kytes leicht, noch eins draufzusetzen. Mit ihrer direkt ins Publikum zielenden Rhythmuskraft und einem starken Gefühl für die ihnen entgegenströmenden „Vibrations“ schafften es Sänger/Gitarrist Michael Spieler, Gitarren-Kollege Kerim Öke und der gestaltungssichere Schlagzeuger Timothy Lush, dem Trio den akustischen Anstrich (mindestens) eines kompletten Quartetts zu verleihen. Gut eingesetzte digitale Elemente rundeten den voluminösen Eindruck sauber ab.

Wenn der Sänger mitten im Publikum sitzt

Aber die Münchner Band kann auch anders. In Sachen Stil und Performance zum Beispiel überraschte sie auf ganzer Linie. Einmal verließ Michael Spieler kurzerhand die Bühne, setzte sich samt Gitarre lässig im Schneidersitz mitten im Publikum auf den Boden und forderte die dicht gedrängten Besucher auf, es ihm gleichzutun.

Es folgte eine Art Unplugged-Nummer, nur dargeboten mit Solo-Instrument und Singstimme. Ein Hauch von Lagerfeuer-Romantik machte sich breit, weit weg vom Independent-Sound und Elektro-Pop des übrigen Repertoires, aber nicht weniger eindringlich. Danach fand recht schnell wieder zurück in die rasanten und mitreißenden Energien des üblichen Programms. Abwechslung ist alles, wie zuvor schon eine (übrigens sich recht nah am Original bewegende) „Take-on-me“-Adaption der Band zeigte. Dem Publikum gefiel’s.

So ging es abwechslungsreich weiter, erklangen autobiografisch gefärbte Titel wie „Younger“ (über das frühere Bandleben), gab es viele hypnotische Riffs und lange Soli, wurde am Schluss gern eine Zugabe gewährt - unter anderem mit dem angenehm ungestümen Titel „Mister Burns“, der in Band und Publikum noch einmal alle Kräfte mobilisierte. Ein guter Schlusspart nach einem gelungenen Auftritt.

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