Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Gruppe Lacrimas Profundere lässt es aus der dunklen Rock-Ecke heraus krachen

Energiereich und mit düsteren Klängen führte die Band ihr Publikum durch das Konzert.
Energiereich und mit düsteren Klängen führte die Band ihr Publikum durch das Konzert.

Musik, Show, Stimmung im Saal: Es stimmte einfach alles beim Konzert der Band Lacrimas Profundere im Cotton Club der Kaiserslauterer Kammgarn am Freitag. Grund zur Trauer gab es nicht. Insofern passt der lateinische Name der international erfolgreichen deutschen Band (übersetzt etwa: „Tränen vergießen“) so gar nicht.

Aber der Name der seit 30 Jahren aktiven Band Lacrimas Profundere passt natürlich zum Stil, der sich in der langen Zeit ihres Bestehens – auch bedingt durch zahlreiche Personalwechsel – zwar kontinuierlich verändert hat, sich aber immer deutlich im düster-dunklen Bereich der Rockwelt bewegt. Auch bei dem Konzert im voll besetzten Cotton Club am Freitag, das Teil ihrer aktuellen „Thirty Years Of Deepest Tears“-Jubiläumstour war, ließ es das Quartett ordentlich aus dieser stilistischen Ecke heraus krachen. Da war kein Hauch von Abnutzungserscheinungen zu spüren – besonders nicht bei dem Gitarristen und Gründungsmitglied Oliver Nikolas Schmid, dem einzigen Musiker der Originalbesetzung. Eher von Erfahrung, Kompetenz und Spielfreude – auch und gerade bei den anderen, den später hinzugekommenen Musikern – muss man hier sprechen.

Vom ersten Titel an, dem sinnigerweise an diese Stelle gesetzten „Awake“, knisterten und flossen schon die Energien; spätestens bei „Again It’s Over“ nur wenig später hatten Oliver Nikolas Schmid, Ilker Ersin (Bass), Dominik Scholz (Schlagzeug) und vor allem Sänger Julian Larre einen ständigen Draht zum immer mehr mitgehenden, mitsingenden, mittanzenden Publikum gelegt.

Zwischen Bär und Wirbelsturm: der Sänger

Ganz im Mittelpunkt stand den gesamten Abend über freilich der Sänger. Das aktuelle vokale Aushängeschild von Lacrimas Profundere hatte die Zuschauer stets fest im Griff, ließ ihnen kaum Zeit zum Luftholen. Gertenschlank, aber mit einer (Stimm-)Kraft zwischen Bär und Wirbelsturm meisterte er alles, was die Gruppe zwischen Gothic Metal und Dark Rock an ausgefeiltem Material zu bieten hatte.

Und nicht nur das: Auch rein showmäßig hat Larre einiges drauf, wie er in Kaiserslautern unter Beweis stellte, und zwar mehr als nur seine kurze Old-School-Mikrofonständer-Show. Er sprang auch schon mal akrobatisch auf den nächsten erreichbaren Barhocker, um mit einem weiteren Schritt hinauf auf den Tresen zu gelangen. Von dort oben heizte der Sänger dann noch ein paar Grad heißer als zuvor den ausgelassenen Fans schräg unter ihm ein. Das hatte vor ihm hier vermutlich noch kein Musiker gewagt und hingekriegt.

Zugabenteil – natürlich auch ohne Träne

So ging es energiereich immer weiter mit dem Konzert, der Stimmung im Cotton Club und nicht zuletzt dem Sänger, der – ganz am Anfang des Abends noch mit dunklem Shirt und Sonnenbrille – das Konzert schließlich mit freiem Oberkörper beendete. Der Saal kochte förmlich bis zur letzten Minute.

Doch sollte nach knapp anderthalb Stunden wirklich schon Schluss sein? Natürlich nicht. Nach langem frenetischem Applaus kehrte die Band noch einmal zurück auf die Bühne – für einen satten Zugabenteil, den sie mit einem Lächeln (und natürlich keiner einzigen Träne) auf den Gesichtern aller Beteiligten auf und vor der Bühne absolvierte.

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