Kaiserslautern
Die Geschichte der Siedlung am Belzappel
Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde in Kaiserslautern der Bau etlicher Siedlungen begonnen – los ging es mit der in der Lothringer Dell. Dahinter stand der Gedanke, in Zeiten großer Arbeitslosigkeit kinderreichen, armen Familien preisgünstigen Wohnraum zu verschaffen.
Im ersten Bauabschnitt der vorstädtischen Kleinsiedlung an der Saarbrückerstraße, wie es damals noch hieß, wurden in der Spicherer Straße 80 Häuser errichtet, die am 1. Dezember 1933 bezogen wurden. Es folgten 54 Häuser in der zweiten Baugruppe. Die Besonderheit: Alle Siedler arbeiteten gemeinsam an den Häusern, dann wurde ausgelost, wer welches bekam.
Nach dem Bezug der Häuser wurde eine Bezugs- und Absatzgenossenschaft gegründet, die den Siedlern bei der Bearbeitung ihres Gartens und bei der Kleintierhaltung half. Später wurde ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit zu jeder Siedlerstelle ein größerer Schuppen erstellt, für den die Stadt das Holz und die Ziegeln unentgeltlich zur Verfügung stellte.
Wie der Chronik zum 70. Jubiläum der Siedlergemeinschaft zu entnehmen ist, war die Siedlung Ende der 50er Jahre noch in einem schlechten Zustand: Es gab keinen Kanal, die Straße bestand aus nacktem Sandboden, alle Häuser hatten noch ihre Abortgruben, weil der Dung für den Garten benutzt wurde. Der Bau von Kanal-, Wasser- und Gasleitungen sowie neuen Straßen stellte viele Siedler vor große finanzielle Herausforderungen.
Einige Jahre später wurde mit der Bebauung von Keltenweg, Fuchsberg und Jörgsbild begonnen. Aus der ursprünglichen „Siedlergemeinschaft Pariser Straße“ wurde nach dem Gewannennamen die „Gemeinschaft der Siedler und Eigenheimer Am Belzappel“.
