Kaiserslautern Der Traum vom Double

91-96500420.jpg

Wenn Oberliga-Spitzenreiter TuS Dansenberg heute (19 Uhr/Queichtalhalle) beim designierten Pfalzliga-Meister TV Offenbach um den Einzug in das Pfalzpokalfinale spielt, sind die Rollen nur auf den ersten Blick klar verteilt.

Dass der Einzug ins Finale kein Spaziergang wird, weiß TuS-Coach Marco Sliwa nur zu gut. Der Trainer der Dansenberger stammt nämlich aus Offenbach und hat mehr als anderthalb Jahrzehnte lang das Trikot seines Heimatvereins getragen. Im zarten Alter von 17 Jahren debütierte Sliwa in der Herrenmannschaft, mit der er auf Anhieb die Oberliga-Meisterschaft errang. Das gleiche Kunststück könnte ihm dieses Jahr als Trainer gelingen. Dansenberg führt die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung an und hält damit fünf Spieltage vor Schluss alle Trümpfe in der Hand. Der Traum vom Double ist zum Greifen nah. „Das wäre natürlich das I-Tüpfelchen einer perfekten Saison, wenn wir beides schaffen würden. Mehr kann man als Oberligist in einer Spielzeit nicht erreichen. Von daher nehmen wir das Spiel gegen Offenbach sehr ernst, auch wenn unser Fokus natürlich auf der Liga liegt“, stellt Sliwa klar. Der TVO hat sich durch den Erfolg im Spitzenspiel gegen die HSG Eckbachtal am vergangenen Wochenende vorzeitig die Pfalzliga-Meisterschaft und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gesichert. Beim 32:27 verwandelten die rund 500 Zuschauer die Queichtalhalle in einen Hexenkessel und peitschen ihr Team zum entscheidenden Sieg. „Ich gehen davon aus, dass die Halle wieder brennen wird. Ich bin mir aber auch sicher, dass viele Fans von uns den Weg nach Offenbach finden werden“, weiß Sliwa um die Reiselust des eigenen Anhangs, der schon so manches Auswärtsspiel in dieser Saison in ein gefühltes Heimspiel verwandelt hat. Die Duelle zwischen den beiden Südwest-Rivalen waren in der Vergangenheit hart umkämpft. Dass Spiele mit Derby-Charakter immer einen besonderen Reiz haben, ist nicht von der Hand zu weisen. „Die Duelle zwischen Dansenberg und Offenbach waren früher teilweise sehr giftig. Ich hoffe, es bleibt fair“, stellt Sliwa klar. Mit einem Auge werden die Dansenberger heute auch nach Budenheim schauen, wo die Rheinhessen um 19.30 Uhr die VTZ Saarpfalz zum Oberliga-Spitzenspiel empfangen. „Das ist eine interessante Konstellation, da beide Teams gewinnen müssen und dementsprechend unter Druck stehen“, erläutert Trainer Sliwa, dessen Team zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen hat. „Das Spiel in Offenbach ist definitiv eine Herausforderung für uns, zumal dort ohne Harz gespielt wird. Das sind wir nicht gewohnt. Offenbach wird versuchen über die erste und zweite Welle zum Erfolg zu kommen. Das gilt es zu verhindern und trotz der hitzigen Atmosphäre kühlen Kopf zu bewahren“, stellt Lauterns Trainer seine Mannschaft auf ein hartes Stück Arbeit ein. Duelle, in denen es gilt, über den Kampf zum Spiel zu kommen, sind wie gemacht für Christopher Seitz. Der Kapitän des TuS Dansenberg geht dahin, wo es wehtut, und ist in Sachen Einsatzbereitschaft ein absolutes Vorbild. Der zweite Finalist wird zwischen den beiden Pfalzligisten HSG Eckbachtal und SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam ermittelt. Das Endspiel findet am 17. April in Haßloch statt.

x