Betze-Geflüster
Der Nicht-Aufstieg mit dem FCK tut Ilia Gruev noch immer weh
Ilia Gruev begegnet heute (15.30 Uhr) in der ersten DFB-Pokalrunde seiner alten Fußball-Liebe – dem FCK. Gruev ist seit dieser Saison Co-Trainer beim Drittligisten FC Ingolstadt. Im Jahr 2012 war Ilia Gruev als Assistent von Krassimir Balakov beim FCK, hinterließ als Facharbeiter nachhaltigen Eindruck bei Vereinschef Stefan Kuntz, und kehrte als „Co“ von Kosta Runjaic 2013 auf den Betze zurück. „Dass wir 2015 nicht aufgestiegen sind, tut mir heute noch weh“, sagt Gruev in Erinnerung an eine wunderbare Mannschaft mit Talenten wie Willi Orban, Jean Zimmer oder Dominique Heintz.
Gruev, 54 Jahre alt, arbeitete als Co-Trainer auch an der Seite des kurzzeitigen bulgarischen Nationaltrainers Lothar Matthäus. Nach Stationen als zweiter Mann bei Werder Bremen und Arminia Bielefeld jetzt also Ingolstadt. Der FCI hat für ein Novum im deutschen Profi-Fußball gesorgt: Erstmals ist eine Frau Cheftrainerin einer Männermannschaft, Sabrina Wittmann (33).
„Sabrina ist Team-Playerin durch und durch“
Den Job bei den „Schanzern“ machte ihm ein alter Bekannter schmackhaft – Ivo Grlic. „Ich weiß, wie Ivo tickt. Ich habe ihn als Sportdirektor beim MSV Duisburg erlebt und kennengelernt, erst als Co-Trainer, dann als Cheftrainer. Es waren erfolgreiche Jahre für den MSV, wir sind wieder aufgestiegen, wurden dann Siebter in der 2. Liga“, schildert Ilia Gruev die besondere Beziehung. „Die wichtigen Gespräche haben wir stets zu viert geführt – mit dem Vorstandsvorsitzenden ,Didi’ Beiersdorfer, Ivo Grlic und Sabrina“, schildert Gruev, wie es zur Zusammenarbeit kam.
Das Fachwissen von Sabrina Wittmann hat ihn schon beim ersten Treffen mächtig beeindruckt. „Das Fachwissen ist das Eine. Für mich ist aber auch das Menschliche enorm wichtig. Wenn es zwischen zwei Menschen nicht harmoniert, kann man nicht erfolgreich sein. Sabrina ist fachlich top, zudem ist sie ein super Mensch sowie Team-Playerin durch und durch. Hier beim FCI kann ich in einem jungen Trainerteam meine Erfahrung einbringen. Deshalb macht die Arbeit unheimlich viel Spaß“, betont der für seine Loyalität bekannte Gruev.
Stolz auf Pokalmomente mit dem FCK
Das Pokal-Los sorgt nun für das Wiedersehen mit dem FCK und seinem Ex-Kollegen Oliver Schäfer. Mit ihm steht Gruev regelmäßig in Kontakt. „Lautern ist Zweitligist, spielt also eine Klasse höher und geht als letztjähriger Pokalfinalist folgerichtig als Favorit in die Begegnung. Aber es ist ein Pokalspiel, das wir seriös und konzentriert angehen wollen. Es ist eine Partie – und da haben wir als Drittligist eine Chance“, stellt der Co-Trainer fest. Doch er weiß um die Lauterer Pokalhistorie. „Kaiserslautern liebt diesen Wettbewerb und war darin schon als zweifacher Pokalsieger entsprechend erfolgreich. Ich bin immer noch stolz auf die Pokalmomente, die ich mit dem FCK erleben durfte, als wir 2014 im Viertelfinale 1:0 in Leverkusen gewonnen haben und erst im Halbfinale gegen die Bayern, den späteren Pokalsieger, ausgeschieden sind.“
Eine besondere Beziehung verband Ilia Gruev mit Enis Hajri, dem heutigen Technischen Direktor des FCK. Als Hajri von Trainer Franco Foda beim FCK aussortiert worden war, holte ihn Ivo Grlic auf Empfehlung von Gruev 2014 zu den „Zebras“. „Ich kannte Enis aus meiner Zeit als Co-Trainer von Balakov in Burgas. In Duisburg habe ich Enis dann ja selbst trainiert – es waren gute Jahre für Enis und den MSV“, erinnert sich Gruev. Auf das Wiedersehen mit Markus Anfang, dem Lauterer Cheftrainer, freut sich Gruev ungeachtet der sportlichen Rivalität aus einem besonderen Grund: „Markus hat ja nach meiner Zeit beim MSV mit Ivo Grlic gespielt. Markus bin ich dankbar. Unter ihm hat sich mein Sohn, der jetzt bei Leeds United spielt, damals bei Werder Bremen etabliert.“
Führungsspieler Julian Krahl
Als Nummer 1 beim FCK etabliert hat sich längst Julian Krahl, der ganz stark in die Saison gestartet ist. Der 24-Jährige hütet auch am Samstag im Pokal das Tor der Roten Teufel. Wer den 1,94 Meter großen Schlussmann im Training erlebt, ist beeindruckt von der Professionalität, aber auch dem Teamgeist, den Krahl vorlebt. Er pusht sich mit seinem zuverlässigen Stellvertreter Avdo Spahic auch bei tropischen Temperaturen zu Höchstleistungen. Den 19 Jahre jungen Fabian Heck coacht Krahl fürsorglich, füttert ihn mit Tipps, lobt und treibt an. Julian Krahl – ein Führungsspieler.