Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Der Katastrophenschutzbeauftragte des DRK zu Corona-Einsätzen und ehrenamtlichen Helfern

Viel Lob hat der DRK-Organisator für die eigene Mannschaft aus Ehrenamtlichen, aber auch für die Kollegen von Feuerwehr und Ordn
Viel Lob hat der DRK-Organisator für die eigene Mannschaft aus Ehrenamtlichen, aber auch für die Kollegen von Feuerwehr und Ordnungsamt, die ebenfalls beim Testcenter mitarbeiten: »Das Miteinander läuft reibungslos.«

Michael Metzger ist beim Roten Kreuz der Katastrophenschutzbeauftragte. Seit Jahrzehnten ist er in diesem Bereich tätig, hat unzählige Einsätze mitgemacht und koordiniert. Wer in Kaiserslautern im Rettungswesen engagiert ist, kennt ihn. In Zeiten der Corona-Pandemie kümmert sich Metzger ums Testcenter in Erfenbach. Ihm fehlt derzeit „das Bier danach“. Klingt trivial, ist es aber nicht.

„Seit dem 27. Februar mach’ ich nun schon Corona“, sagt Metzger, der beim Roten Kreuz in Kaiserslautern ehrenamtlich für den Bereich Katastrophenschutz zuständig ist. Seit Jahrzehnten ist er schon mit dabei, hat sein Leben dem Helfen von Menschen in Notlagen verschrieben: Seit seinem 16. Lebensjahr ist der heute 67-Jährige beim DRK Mitglied, nach dem schweren Flugzeugunglück im Jahr 1988 in Ramstein hat er beim Aufbau der Schnelleinsatzgruppe mitgewirkt.

Derzeit beschäftigt ihn hauptsächlich das Corona-Testcenter in Erfenbach, wo er für den Ablauf zuständig ist – und in der Anfangszeit selbst Abstriche vorgenommen hat: „Wir mussten den ehrenamtlichen Helfern zeigen, wie das richtig geht.“ Derzeit werden in Erfenbach etwa 50 Proben am Tag genommen, doch die Kapazität sei schnell wieder erhöht: „Am Spitzentag hatten wir knapp mehr als 200 Tests, bei entsprechender Nachfrage könnten wir am Standort schnell auf 600 Tests an drei Fahrspuren erhöhen.“ Die Proben nehmen in Erfenbach ehrenamtliche Helfer unter den Augen eines Arztes. Metzger: „Mit ein bisschen Übung kann das jeder, der sich nicht ekelt. Man muss ja mit dem Stäbchen schon recht weit in den Rachen rein.“

Metzger, der beispielsweise im Westpfalz-Klinikum für den Bereich Brand- und Katastrophenschutz sowie die Krankenhausalarmplanung zuständig war, hat mit seinem Wissen den Helfern so manche schmerzhafte Erfahrung erspart: So sollten Einsatzkräfte unter den Ganzkörperschutzanzügen möglichst selbst an den wärmeren Tagen langärmelige Kleidung tragen: „Wenn man schwitzt, reibt das Material der Schutzanzüge auf der Haut, was in Armbeuge oder Kniekehlen schmerzhaft werden kann“, erläutert Metzger und schiebt hinterher: „Das sind zwar Kleinigkeiten, aber die helfen schon.“

Viel Lob hat der DRK-Organisator für die eigene Mannschaft aus Ehrenamtlichen, aber auch für die Kollegen von Feuerwehr und Ordnungsamt, die ebenfalls beim Testcenter mitarbeiten: „Das Miteinander läuft reibungslos.“ Beispielsweise helfe ein Feuerwehrmann im Schutzanzug den anderen nach ihrem Einsatz beim Ausziehen der Ausrüstung. Metzger: „Die Feuerwehr hält uns den Rücken frei, kümmert sich um die Verwaltung und die Logistik.“ Den Getesteten attestiert Metzger, sich gut zu verhalten. Mittlerweile sei im Helferteam Routine eingekehrt, jeder kenne im Testcenter seine Aufgaben.

Wartezeiten zu überbrücken könne dort allerdings schon mal zermürbend sein. Metzger: „Wir sind es sonst beim Katastrophenschutz und der Schnelleinsatzgruppe gewöhnt, bei Wartezeiten mal zusammen Karten zu spielen oder uns zu unterhalten. Gespräche sind zwar noch möglich, aber auch nur mit gebührendem Abstand.“ Überhaupt: Die Dauer des Einsatzes ist neu für Katastrophenschützer. „Beim Großeinsatz Weltmeisterschaft 2006 wussten wir, dass nach sechs Wochen alles vorbei ist“, erzählt der Rot-Kreuzler, „jetzt ist ein Ende nicht absehbar.“

Das führe auch dazu, dass das gewohnte Miteinander der Helfer durcheinandergewirbelt wird. Metzger: „Nach einem Einsatz folgt sonst die Besprechung der Führungskräfte und anschließend setzt man sich zum Gespräch mit allen zusammen, trinkt auch mal ein Bier.“ Danach fahre jeder heim und habe zumindest etwas der Belastung schon „aus den Klamotten“. Doch momentan fehle genau dieses Ritual. „Es geht eben immer weiter“, sagt der 67-Jährige, „auch wir müssen lernen, damit umzugehen.“

Froh ist Metzger, dass noch niemand aus dem Team wegen Corona-Symptomen zu Hause bleiben musste: „Das zeigt, dass wir mit unseren Vorsichtsmaßnahmen richtig liegen.“ Und ein weiterer Punkt ist ihm noch wichtig: „Wir sind bei der Schnelleinsatzgruppe weiter voll einsatzfähig. Sollte beispielsweise ein Bus auf der Autobahn verunglücken oder etwas Größeres passieren – wir sind bereit.“ Schließlich könne zum Corona-Einsatz immer noch etwas dazukommen.

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