Kaiserslautern / Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Der Kaiserslauterer Musiker David Mudra im Porträt

„Musik ist mein Leben“: David Mudra in seinem Heimstudio in Landau.
»Musik ist mein Leben«: David Mudra in seinem Heimstudio in Landau.

Wie die Kunst entsteht: Der Kaiserslauterer Musiker David Mudra schätzt Klänge zwischen Wave, Pop und Rock – und arbeitet mit viel technischem Know-how an seinen Sounds. Ein Besuch bei dem 29-Jährigen in seinem heimischen Studio in seinem neuen Wohnort Landau.

Viel zu sehen gibt es nicht - moderne kleine Heimstudios bringen heutzutage ja respektable Ergebnisse schon auf kleinstem Raum zustande. Das ist bei David Mudra nicht anders: ein kompakter Laptop auf einem kleinen Tisch, daneben ein spezielles Interface, mit dem man die Töne von Gitarren direkt über eine spezielle Software in den Computer einspielen kann. Das war es im Prinzip auch schon in seiner Wohnung mitten in Landau, wo der in Kaiserslautern geborene Künstler seit einiger Zeit zusammen mit seiner Lebensgefährtin wohnt.

Etwas weiter hinten gibt es noch eine bequeme Couch, und rechts neben dem Aufnahmetisch vor einem halbhohen Regal steht – für die Gesangsaufnahmen – noch ein in Kopfhöhe ausgerichtetes Profi-Mikrofon mit halbrund daran angebrachter Abschirmung gegen unerwünschte Störgeräusche (der Hall in dem ziemlich hohen Raum gehört dazu).

Es gibt viel zu hören

Nein, zu sehen gibt es nicht viel. Aber zu hören. David Mudra schaltet sein Equipment auf dem Tisch ein, nimmt per Maus ein paar Einstellungen vor – und startet damit prompt eine beeindruckende akustische Zeitreise. Der Titel „Ghost“ tönt auf, sein im Mai veröffentlichtes vorletztes Stück. Unterlegt und umgesetzt ist der Song mit einem beeindruckenden Video, das er im letzten Jahr in London gedreht hat (wir berichteten). Es klingt, wie schon seine drei zuvor herausgebrachten Kompositionen, wie ein Original-Song aus der 1980er Post-New-Wave-Ära, angereichert freilich mit etlichen „Mudra“-typischen Pop- und Rock-Elementen. Vermutlich hätte das Stück sogar vor 40 Jahren schon einen gewissen Erfolg gehabt. In der Gegenwart jedenfalls hat er damit schon für ordentlich Aufmerksamkeit gesorgt: Auf YouTube findet man unter dem Video viele begeisterte Kommentare aus aller Welt.

Auf die Bemerkung dass der Song bestechend authentisch klinge, verbunden mit der Anmerkung, dass man selbst altersbedingt die 1980er Jahre und ihre Musik bewusst miterlebt und gemocht habe, reagiert der gerade 29 Jahre alt gewordene David Mudra fast schon berührend mit einer Mischung aus Bewunderung und Bedauern: „Ich beneide Sie darum!“

David Mudra.
David Mudra.

Hineingeboren in eine musikalische, sein Talent früh fördernde Familie, war er schon im Alter von gerade einmal 16 Jahren Gitarrist in der bekannten heimischen Metalcore-Gruppe Swallow Your Pride, etwa zur gleichen Zeit bereits auch Produzent verschiedener lokaler Bands.

Bedingt durch die Zeit der Pandemie, suchte Mudra in den vergangenen Jahren neue, unabhängiger machende solistische Wege des künstlerischen Ausdrucks. Er verbesserte sein Gitarrenspiel durch Unterricht bei Michael Halberstadt und durch intensives Üben „bis die Finger bluteten“. Er komponierte, textete und produzierte immer intensiver eigene Songs, spielte alle Instrumente und den Gesang selbst am Computer im erwähnten Heimstudio ein – das Singen brachte er sich übrigens komplett selbst bei. „Die Musik ist mein Leben“, bekräftigt er im aktuellen RHEINPFALZ-Gespräch eine frühere Interview-Aussage mit blitzenden Augen. Man glaubt es ihm erneut sofort.

Es gab auch Rückschläge

Der Weg durch dieses musikalische Leben war nicht immer leicht, reichte über jene stilistische Entwicklung vom harten Rock hin zum melodischen Mudra-Sound, beinhaltete viel Arbeit an sich selbst, war auch nicht frei von Enttäuschungen. Aber er hat alles auf dieser Strecke konsequent genutzt, um seine künstlerischen und persönlichen Visionen für sich (und über die Kunst auch für andere) wahr werden zu lassen. Diese wären etwa: nachdenklich sein, aber dennoch positiv denken (seine neueren Lied-Texte etwa sind da spürbar „heller“ geworden), nie aufgeben, auch aus negativen Erfahrungen gestärkt hervorgehen. Auf diese Weise entstand auch der Titel „Ghost“, in dem Mudra eine tiefe persönliche Enttäuschung mit einer vertrauten Person verarbeitet. „Sieh her – ich bin noch hier“, singt Mudra dazu trotzig in Richtung des ihn (einst) so verletzenden Menschen.

Der neueste Song

Der vorerst letzte Schritt in dieser Entwicklung ist in Form eines brandneuen Songs schon getan. Im kleinen Heimstudio lässt Mudra sein gerade erschienenes Werk „Insane“ über Bildschirm und Lautsprecher laufen. Es besticht sowohl durch sein auch hier wieder erreichtes Spannungsfeld zwischen Retro-Sound und modernem Personalstil, als auch durch das von seiner Lebensgefährtin Jessica Avarello (sie studierte Virtual Design in Kaiserslautern) nach allen Regeln der Kunst produzierte Video. Das knapp drei Minuten dauernde Werk zeigt in einer an den Kultfilm „I, Robot“ erinnernden Ästhetik einen weiblichen Roboter, der (ganz in Übereinstimmung mit dem englischen Text) Befreiung und Eigenständigkeit erreicht – ganz auf der Wellenlänge von David Mudra also, der sich hier erneut und besonders als feinfühliger und viele Details wahrnehmender sowie verarbeitender Künstler zeigt.

Kaiserslautern, London, Landau – wie geht es, nicht nur geografisch, wohl weiter? Zurzeit spielt Mudra mit dem Gedanken, nach London zu ziehen. Dort, in der Mondänität der künstlerischen Weltstadt, dürfte in diesem Fall dann sicher noch einiges mehr von ihm zu erwarten sein. Man wird sehen (und hören).

Info

David Mudra ist im Internet unter anderem zu finden auf Facebook , auf Instagram (@_david.mudra_) und auf YouTube, wo er einen eigenen Kanal hat: @davidmudra4332

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