Leichtathletik
Der Körper spielt beim FCK-Sprinter Cordian Mielczarek wieder mit
Regen, Zeitverzögerungen und schwierige Bedingungen konnten ihn nicht ausbremsen: Cordian Mielczarek vom 1. FC Kaiserslautern hat sich bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am vergangenen Sonntag in Mainz den Titel über 100 Meter der Männer gesichert. In 11,05 Sekunden setzte sich der Sprinter trotz Gegenwinds durch und bestätigte damit seine ansteigende Form nach einer langen Leidenszeit.
Bereits eine Woche zuvor hatte Mielczarek in Heidelberg aufhorchen lassen. Dort sprintete er im Finale starke 10,83 Sekunden – allerdings bei einem Rückenwind von +2,1 m/s und damit knapp über der zulässigen Grenze für die Bestenlisten. Dennoch war die Leistung ein deutliches Signal: Die Form stimmt, das Potenzial ist vorhanden. „Heidelberg war richtig gut“, blickt der Athlet zurück. „Ich habe mich in der Woche davor eigentlich nicht gut gefühlt und war körperlich ziemlich platt. Nach einer kurzen Pause war ich am Wettkampftag aber direkt wieder fit.“ Schon der Vorlauf sei schnell gewesen, im Finale habe dann nahezu alles gepasst – auch technisch.
Gegenwind im Finale
Ganz so reibungslos verlief der Wettkampf in Mainz nicht, obwohl am Ende erneut Platz eins stand. Dauerregen, rund eine Stunde Verzögerung und unklare Abläufe erschwerten die Vorbereitung. „Man wusste nicht genau, wann man sich warm machen soll. Das war alles ein bisschen hektisch“, berichtet Mielczarek. Im Finale habe er sich dennoch gut gefühlt, auch wenn der Gegenwind deutlich spürbar gewesen sei. Entscheidend war für ihn vor allem die technische Umsetzung: „Der Lauf war technisch besser als der Vorlauf.“
Eine schwierige Zeit für Cordian Mielczarek
Die aktuellen Leistungen gewinnen zusätzlich an Bedeutung, wenn man auf die vergangenen Jahre des FCK-Athleten blickt. Immer wieder wurde Mielczarek (Jahrgang 2004) durch Verletzungen zurückgeworfen. Nach einer starken Phase mit persönlicher Bestleistung im Weitsprung verlagerte er zunächst seinen sportlichen Schwerpunkt auf diese Disziplin, ehe eine Verletzung beim zweiten Sprung bei den deutschen Meisterschaften die Saison für ihn abrupt beendete. Es folgten weitere Rückschläge: Knieprobleme, ein Muskelbündelriss und schließlich erneut eine Verletzung im Weitsprungtraining. „Das hat sich alles ziemlich gezogen. Es waren drei Saisons, in denen ich eigentlich nie richtig zu Ende kommen konnte“, beschreibt er die schwierige Zeit. Mehrfach musste er praktisch wieder bei null beginnen.
Freude am Leistungssport
Inzwischen deutet vieles auf eine erfolgreiche Trendwende hin. „Ich komme langsam wieder zurück – schneller als je zuvor, würde ich sagen“, erklärt der Sprinter. Gleichzeitig habe er intensiv an seiner athletischen Basis gearbeitet und deutlich Muskelmasse aufgebaut, ohne dabei an Beweglichkeit einzubüßen. „Das war schon intensive Arbeit.“ Auch mental wirkt Mielczarek wieder gefestigt. Die Freude am Leistungssport sei zurückgekehrt, ebenso das Vertrauen in den eigenen Körper. „Das Feuer brennt wieder“, sagt er.
Für die laufende Saison hat sich der Pfälzer ehrgeizige Ziele gesetzt. Der Fokus liegt zunächst auf den Sprintstrecken und der Qualifikation für die deutschen Meisterschaften. Ob über 100, 200 oder 400 Meter – entscheidend ist das Erreichen der jeweiligen Norm. Über die 100 Meter liegt diese bei 10,90 Sekunden. Die 10,83 Sekunden von Heidelberg waren deshalb – trotz des zu starken Rückenwinds – ein wichtiger Hinweis auf das vorhandene Leistungsvermögen.
Langfristig soll der Weg jedoch wieder zurück in den Mehrkampf führen. „Im August geht es wieder Richtung Zehnkampf“, kündigt Mielczarek an. Zunächst steht allerdings noch ein gezielter Qualifikationswettkampf auf dem Programm, bevor die zweite Saisonhälfte wieder ganz im Zeichen der Vielseitigkeit stehen soll.
LG Otterbach-Otterberg mit starken Leistungen
Neben dem 1. FC Kaiserslautern präsentierte sich auch die LG Otterbach-Otterberg bei den Titelkämpfen in Mainz in starker Verfassung. Beide Vereine sicherten sich mehrere Rheinland-Pfalz-Meistertitel sowie zahlreiche Podestplätze.
Für Cordian Mielczarek selbst bleibt vor allem eine Erkenntnis vom Wochenende: Trotz schwieriger Bedingungen hat er seine Rückkehr in die regionale Spitze eindrucksvoll untermauert. Und vielleicht noch wichtiger: Sein Körper macht wieder mit. „Es kommt langsam alles zusammen“, sagt er abschließend. „Jetzt muss ich nur gesund bleiben – dann geht noch einiges.“