Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Der „Grandseigneur des LBB Kaiserslautern“

Abschied: Norbert Höbel (Dritter von links) und sein Nachfolger als Chef des LBB Kaiserslautern, Stefan Kotschenreuther (rechts)
Abschied: Norbert Höbel (Dritter von links) und sein Nachfolger als Chef des LBB Kaiserslautern, Stefan Kotschenreuther (rechts) mit Bauministerin Doris Ahnen und LBB-Geschäftsführer Holger Basten.

Dort, wo Norbert Höbel angefangen hat, schloss sich auch der Kreis für ihn. Als Bauministerin wollte Doris Ahnen im Audimax der Universität unbedingt dabei sein.

„Als guter Beamter wissen Sie: Jetzt kommt der entscheidende Moment, und wenn Sie die Urkunde angefasst haben, ist es passiert.“ Mit launigen Worten hat die rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen (SPD) am Mittwoch im größten Hörsaal der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) einen Personalwechsel eingeleitet. Nach 35 Jahren beim Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung verabschiedete sie den Leiter der Niederlassung Kaiserslautern, Norbert Höbel, in den Ruhestand.

Landes- und Bundesbau gehören zu den Aufgaben einer LBB-Niederlassung. Es geht um Neubauten, aber auch um den Unterhalt von Gebäuden, es geht um Hochschulbau, Justizvollzugsanstalten, Finanzämter, Militär, ob Bundeswehr oder US-Stationierungsstreitkräfte. Insofern waren Vertreter etlicher Behörden, der Justiz, der Polizei, der Kommunalpolitik, des US-Militärs und der Wirtschaft in den Audimax gekommen, um Höbel ihren Respekt zu zollen – dort, wo er 1997 ins Amt eingeführt worden war. Die Musik übernahm das Saxophonquartett des Landespolizeiorchesters.

Dass der Respekt nicht nur mit Blick auf die Arbeitsleistung gilt, brachte Michael Rösner, Personalratsvorsitzender beim LBB Kaiserslautern, so auf den Punkt: Höbel habe als Chef den Arbeitsalltag vieler Menschen positiv geprägt, weil er immer auch Kollege gewesen sei.

Das Passende für Spitzenforschung

Für den gesamten Landesbetrieb, der acht Niederlassungen unterhält, war es Geschäftsführer Holger Basten vorbehalten, die Gäste zu begrüßen und Norbert Höbel zu danken. Neben den offiziellen Worten, die der „engen und guten Zusammenarbeit“ galten, wurde er auch persönlich, wechselte bei der Anrede Höbels zum vertrauten Du. Außerdem versprach Basten, beim nächsten Uni-Ball zusammen mit seiner Frau auf die Tanzhaltung zu achten, da Höbel ja ein ausgewiesener Tanzexperte sei und nun vermutlich mehr Zeit für dieses Hobby haben werde.

Die Bauministerin bescheinigte Höbel, sich den Ruhestand wohlverdient, tatsächlich aber auch hart erarbeitet zu haben. Von dem breiten Spektrum der Niederlassung Kaiserslautern habe auch die Bauwirtschaft erheblich profitiert. Ein Schlaglicht setzte Ahnen dabei auf den Hochschulbau in Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken. Dieser entspreche der Exzellenz in der Forschung, da Spitzenforschung eben keinen Bau von der Stange gebrauchen könne. Eine Tatsache, an die Uni-Präsident Malte Drescher in seinem Grußwort anschloss: Der öffentliche Bau sei für die Universitätsleitung im wissenschaftlichen Wettbewerb bei der Bundesförderung von besonderer Bedeutung. Als ein Beispiel führte er die einzigartige Computertomographie-Anlage an, mit der Bauelemente aus Beton in realen Abmessungen unter Last durchleuchtet werden können, was der Bauwirtschaft im Sinn von mehr Nachhaltigkeit zugute komme.

Nachfolger steht fest

Am Ende ihrer Rede gestand Ministerin Ahnen übrigens ein, im Kreis ihrer Mitarbeiter überlegt zu haben, wie Norbert Höbel am besten bezeichnet werden könne. Heraus kam – „in einem demokratischen Prozess“ – die Würdigung als „Grandseigneur der rheinland-pfälzischen LBB-Niederlassungsleiter“.

Offiziell findet der Amtswechsel zum 1. Mai statt. Dann übernimmt Stefan Kotschenreuther, aktuell in der Niederlassung Landau vor allem für Treibstoffversorgungsanlagen von US- und Natoflughäfen zuständig, die Niederlassung Kaiserslautern. Er sei zuversichtlich, dass Norbert Höbel seinem Nachfolger eine „relativ lange To-do-Liste“ hinterlassen habe, so Uni-Präsident Drescher mit Blick auf den allgemeinen Investitionsstau – und das vom Bund beschlossene Sondervermögen Infrastruktur.

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