Kaiserslautern Der Grüne Block in Kaiserslautern: Von Spott, Witz und einem modernen Baustil
Von „spöttelnden Briefeschreibern und selbst ernannten Baufachleuten“, berichteten die Zeitungen. Die Leute sagten, in der Altenwoogstraße wachse das „Fort Hussong“ in den Himmel.
Die Pfälzische Volkszeitung veröffentlichte die Glosse eines Herrn Weis. Titel: „Mondscheinserenade“. Weis lässt in einer „geheimnisvollen Mondnacht“ Lauterer Bauwerke zu Wort kommen: „In Lautern war es Mitternacht und der Mondschein knisterte in den leeren Gassen. Prominente Bauwerke steckten ihre Köpfe zusammen und besprachen den Skandal in der Altenwoogstraße. Der Hauptbahnhof und die Apostelkirche legten die Stirn in Falten über den verrückten Bau. Das Gewerbemuseum meinte, der Hussongbau stelle alle Gesetze der Proportion auf den Kopf. Dann hat sich die Fruchthalle eingemischt als ein magischer grüner Schimmer die Barbarossaburg überstrahlte, und die Fruchthalle rief über die Stadt ,So wie ich es einmal war, ist das Haus in der Altenwoogstraße ein Übergang zu einer neuen Epoche, ihr Spießer und Kulturbremser, glaubt an die neue Zeit’. Dann erlosch der grünliche Schimmer über der Burg und alle waren beschämt.“ Der Grüne Block steht seit 1996 unter Denkmalschutz.
Die Serie
Kaiserslautern ist eine uralte Stadt – und gleichzeitig ist sie bunt, vielfältig und topmodern. Unser Autor Gerhard Westenburger widmet sich in unserer RHEINPFALZ-Sommerserie den Besonderheiten und Auffälligkeiten der Barbarossa-Stadt. Los geht’s. Es gibt viel zu entdecken. Unser Autor befasste sich zuletzt mit der bewegten Geschichte des Brunnens auf dem St.-Martins-Platz.