Kaiserslautern Denkmal: Die Bahn und ich (1)

In den ersten Tagen eines neuen Jahres entsinnt man sich gerne der Kunst des Kaffeesatz-Lesens, im Zeitalter von Kapseln und Pads eine etwas altertümlich anmutende Methode der Vorhersage. Möglicherweise aber hat Kaffeesatz Zukunft, auch wegen der angekündigten Renaissance des deutschen Filterkaffees, von der man allerdings nicht recht weiß, ob man sie begrüßen soll. Weder den einen noch den anderen Koffein-Schub gönnt uns leider die Deutsche Bahn: in Fernverbindungen, weil der Automat mal wieder defekt ist, im Nahverkehr, weil dort das Wort Komfort mitsamt Kaffee nichts zu suchen hat. Neulich schweiften die Erinnerungen zurück in die Kaffee-Vergangenheit: als zwischen Kaiserslautern und Ludwigshafen ein Zug verkehrte, in dem es ganz ausgezeichneten Espresso gab. Neulich, das war, als das Modell mit dem schönen Namen „Flirt“ kurz hinter Frankenstein für längere Zeit liegenblieb – mit Aussicht auf die Burg und ohne Kaffee, dafür mit der Auskunft, bis Neustadt käme man noch, aber weiter leider nicht. Vom heranrollenden Ersatzzug erfuhren die Reisenden ebenso wie der freundlich Zugbegleiter erst, als sie schon durch die Unterführung zur nächsten S-Bahn hetzten. Es mangelt manchmal nicht nur an Kaffee, sondern auch an Kommunikation.