Kaiserslautern Denk mal: Die Bahn und ich (2)

Immer wieder wird über sie gelästert, wird sie mit Schmähungen bedacht, gar beschimpft, die Deutsche Bahn. Dabei gibt sie sich doch solche Mühe, ihren Auftrag zu erfüllen. Jedenfalls das, was wir, ihre Kunden, dafür halten: uns so bequem und so schnell wie möglich von A nach B zu befördern. Das tut sie dann mit einer Anhänglichkeit, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Eine besondere Strategie der Kundenbindung haben wir neulich entdeckt, als wir nach einer Verbindung suchten, die uns am späten Abend von Frankfurt ins Herz der Westpfalz bringen sollte. Als ob sie, also die Bahn, uns am liebsten gar nicht mehr loslassen würde. Gewiss, gut, dass es sie gibt! Mit der Postkutsche und einer Reisegeschwindigkeit von täglich 40 Kilometern hätten wir mehr als zwei Tage einplanen müssen. Wahrscheinlich hätte der Kutscher jedoch auf Umwege verzichtet. Nicht so die Bahn. Das jedenfalls stellt fest, wer sich fragt, wieso die Fahrplanauskunft im Internet Verbindungen anbietet, die für die Strecke vom Main nach Kaiserslautern sieben, fünfeinhalb oder etwas über vier Stunden angibt. Die erste über Saarbrücken, wo wir 3.30 Stunden am gastlichen Europabahnhof verbringen dürfen. Wahlweise können wir dieselbe Zeit in Mannheim verbringen. Schneller geht’s, man fährt erst mal Richtung Offenbach und dann weiter nach Karlsruhe. Ob da jemand damit rechnet, dass im Navi-Zeitalter eh niemand mehr weiß, wie die Landkarte aussieht?