Spiel der Woche
Defensivprobleme auf dem Erbsenberg
„Wir sind nicht ganz so gut ins Spiel reingekommen. In der Defensive haben die Abstände nicht gestimmt“, sprach Moritz Nicolay, Trainer des VfR Kaiserslautern, die Abstimmungsprobleme seiner Viererkette in der ersten halben Stunde an. Schon gleich bei der ersten Torannäherung des VfB Reichenbach klingelte es. Nach einer Ecke brachte der VfR den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Reichenbachs Kai Schäfer fackelte nicht lange und traf aus halblinker Position trocken zur 1:0-Gästeführung (8.).
Der VfR hatte defensiv Probleme. Immer wieder gelang es den Gästen aus Reichenbach, gefährliche Situationen herauszuspielen. Bei einem langen Ball aus dem Mittelfeld tauchte Reichenbachs Spielertrainer Yannik Brehmer hinter der Kette auf, zielte aber mit links knapp am langen Eck vorbei (19.). Einen erneuten Hochkaräter vergaben die Gäste nach 25 Minuten. Brehmer verlängerte eine Flanke des Torschützen Schäfer per Kopf. Am Fünfmeterraumeck stand Johannes Klein völlig blank. VfR-Torhüter Alexander Jäger konnte parieren. „Wir haben dann im Block tiefer verteidigt und wurden nach der Einwechslung auch offensiver“, erklärte VfR-Trainer Nicolay. Hinten bekamen die Gastgeber jetzt ihre Abstimmungsprobleme in den Griff und waren stabiler. Und mit dem eingewechselten Rizvan Osmani kamen nach 28 Minuten Ideen ins Angriffsspiel der Erbsenberger.
Osmani trumpft auf
Eine erste Halbchance verbuchten die Gastgeber durch Anthony Mensah (31.). Der VfR arbeitete sich immer besser in die Partie. Nach 40 Minuten machte sich die Hereinnahme von Osmani endgültig bezahlt. Mit einem klassen Pass in die Schnittstelle der Reichenbacher Innenverteidigung bediente der Techniker Cornelius Carstensen. Der vollstreckte mit links gekonnt zum 1:1 (40.). „Das war ein super Spielzug vom VfR“, kam sogar von Reichenbachs Spielertrainer Yannik Brehmer Anerkennung. Der VfR war jetzt endgültig im Spiel.
Brenzlig wurde es in Minute 50 für die Gastgeber. Nick Weißenborn bekam für ein Foul eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe. Reichenbach hatte jetzt in der immer hektischeren Auseinandersetzung ein Übergewicht. Aber lediglich David Hachs 16-Meter-Kracher, den VfR-Torhüter Jäger parieren konnte (58.), und ein Freistoß von Schäfer brachten Gefahr fürs VfR-Tor.
Ex-FCK-Profi hilft
Die Erbsenberger überstanden die Unterzahl auch deshalb schadlos, weil Ex-FCK-Profi Christopher Lamprecht stark verteidigte, viel Bälle ablief und gute Tacklings zeigte. Aber auch im Verbund verteidigte der VfR jetzt sehr kompakt und konzentriert. Sechs Minuten vor Schluss hatte der VfR sogar noch einen Hochkaräter. Nach einem langen Ball scheiterte der unentwegt rackernde VfR-Kapitän Tim Weißenborn an VfB-Torwart Rouven Hach. Die letzte Chance des Spiels hatte wieder Reichenbach in der Nachspielzeit. Luca Klein hatte geflankt. Den Kopfball des eingewechselten Niclas Leist parierte der VfR-Torwart mit den Fäusten.
„Wir waren in der ersten Halbzeit lange Zeit klar besser. Aber irgendwann haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Es wurde ein Spiel auf Augenhöhe. Nach der Pause dann ein Kampfspiel, ein echter Abnutzungskampf ohne viele Torszenen. Am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, das Ergebnis ist im Endeffekt gerecht. Wobei zwei Punkte aus den ersten beiden Saisonspielen natürlich für uns zu wenig sind“, kommentierte Reichenbachs Spielertrainer Yannik Brehmer.
Das Spiel habe nach der Pause auf des Messers Schneide gestanden, gab VfR-Trainer Nicolay nach dem Punktgewinn zu Protokoll. „Tim Weißenborn hatte sogar den Siegtreffer auf dem Fuß. Das 1:1 ist gerecht. Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft.“